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Kreisläufer Jannik Kohlbacher fehlt dem DHB-Team vorerst wegen einer Adduktorenverletzung.

Abwarten bei Kohlbacher

Für die deutschen Handballer wird es langsam ernst. Am Neujahrstag hat in Großwallstadt die EM-Vorbereitung begonnen. Bundestrainer Gislason muss zunächst einen Ausfall verkraften, ist aber zuversichtlich.

Alfred Gislason stürzte sich nach einem kurzen Weihnachtsurlaub bei seinen Kindern und Enkeln in Island gut gelaunt in die Arbeit mit den deutschen Handballern. Auch der vorläufige Ausfall des verletzten Jannik Kohlbacher konnte den Tatendrang des Bundestrainers zum Auftakt der Vorbereitung auf die Europameisterschaft vom 13. bis 30. Januar nicht stoppen. »Ich bin gespannt, was wir mit dieser jungen Mannschaft auf die Beine stellen. Ich freue mich einfach auf die Arbeit mit der Mannschaft«, sagte Gislason.

Kohlbacher laboriert derzeit an einer Adduktorenverletzung, weshalb der Bundestrainer am Neujahrstag zunächst nur 18 Spieler zum EM-Lehrgang in Großwallstadt begrüßen konnte. »Er wird bei seinem Verein behandelt. Wir warten jetzt ab, wie sich die Regeneration bei ihm entwickelt«, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer am Sonntag über den Kreisläufer von den Rhein-Neckar Löwen. Eine Nachnominierung soll es vorerst nicht geben.

Doch es gab auch positive Nachrichten. Alle Corona-Tests vor dem Start in die EM-Vorbereitung fielen negativ aus, so dass Gislason am Sonntagvormittag gleich richtig loslegen konnte. »Wir müssen alles trainieren und einstudieren, können nichts auslassen. Abwehr, Angriff, Tempospiel, Positionsspiel«, beschrieb der 62 Jahre alte Isländer das umfangreiche Programm für die kommenden Tage.

Seine Schützlinge, von denen gleich neun vor ihrem Turnier-Debüt stehen, waren mit Feuereifer bei der Sache. »Man hat nicht gemerkt, dass jemand müde war von der Silvesternacht. Die Mannschaft arbeitet super fokussiert auf das große Event hin. Alle sind sehr froh, dabei sein zu dürfen«, berichtete Kromer. »Wichtig wird jetzt sein, dass sich die Jungs noch besser kennenlernen.«

Nur noch fünf Europameister von 2016 stehen im 19-köpfigen Aufgebot für das Turnier in Ungarn und der Slowakei, bei dem die DHB-Auswahl zunächst auf Belarus, Österreich und Polen trifft. »Wir konzentrieren uns zuerst auf die Vorrundengruppe, die sehr ausgeglichen ist. Natürlich wollen wir die Hauptrunde erreichen, aber das wird nicht einfach«, formulierte Gislason das erste Etappenziel.

Angesichts des personellen Umbruchs und etlicher Absagen dämpft der Bundestrainer die Erwartungen. »Wir sind kein Kandidat für eine Medaille, deshalb reden wir auch nicht davon«, sagte Gislason. Der jungen Mannschaft fehle derzeit »jede Menge« zur Weltspitze - vor allem im Rückraum. »Wir haben momentan sicher nicht die Superstars. Da sind uns andere Nationen voraus. Wir müssen versuchen, das über mannschaftliche Geschlossenheit auszugleichen«, konstatierte Gislason.

Dennoch sieht der erfahrene Coach, der seinen Vertrag beim Deutschen Handballbund kurz vor Weihnachten bis nach den Olympischen Spielen 2024 verlängert hatte, viel Potenzial in dem jungen Team. »Ich mache den Job weiter mit sehr großem Elan und bin überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Es sind fraglos große Talente dabei«, sagte Gislason.

Die erste Bewährungsprobe für die EM-Fahrer gibt es in den beiden Länderspielen gegen Serbien am kommenden Freitag in Mannheim und nächsten Sonntag in Wetzlar. Am 12. Januar fliegt der DHB-Tross dann nach Bratislava. Gislason hat sich das Datum im Kalender schon lange markiert: »Ich freue mich auf das Turnier.«

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