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Ärger hält sich in Grenzen

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Beim BVB läuft in Köln längst nich alles glatt. Bei Jude Bellingham reißt gar der Fußballschuh. © DPA

(sid). Nach dem Rückschlag im Titelrennen hisste Sebastian Kehl die weiße Flagge. »Wir hätten es gerne so lange wie möglich spannend gemacht, aber wir konnten unsere Chancen realistisch einschätzen«, sagte der Lizenzspielerchef von Borussia Dortmund angesichts von nun sechs Punkten Rückstand auf Bundesliga-Tabellenführer Bayern München: »Rückrundenmeister zu werden, ist ein lohnendes Ziel.

Den Abstand nach unten zu vergrößern und es nach vorne nicht so brutal aussehen zu lassen, wäre ganz gut.«

Den Meisterschaftskampf hätte beim BVB ohnehin niemand ausgerufen, daher wollten die Dortmunder dieses gerechte 1:1 (1:1) beim 1. FC Köln auch nicht zu negativ werten. Immerhin steckten ihnen drei Fußballspiele innerhalb einer Woche in den Knochen. »Hier in Köln war es nochmals sehr intensiv, die Jungs haben alles rausgefeuert«, sagte Trainer Marco Rose.

Er sei »enttäuscht« über das Ergebnis, nicht aber von seiner Mannschaft. Die wiederkehrenden Fragen nach den Chancen auf den Titel bezeichnete der Coach mit einem süffisanten Grinsen als einen »Running Gag«. Man wolle, betonte Rose, »einfach das Maximum aus dieser Saison herausholen«.

Während Rose, Kehl und Co. betont Gelassenheit ausstrahlen wollten, saß der Frust bei Erling Haaland tief. Genervt und enttäuscht verharrte der norwegische Jungstar nach dem Abpfiff auf der Dortmunder Bank, sein Startelf-Comeback nach 57 Tagen hatte sich Haaland anders vorgestellt. Dieser Anblick verschaffte den Kölnern süße Genugtuung. »Wir haben als Team gut verteidigt. Es ist schön, ihn so beleidigt auf der Bank sitzen zu sehen«, sagte FC-Abwehrspieler Luca Kilian.

Zwei Top-Chancen hatte Haaland vergeben, dazu pfiff Schiedsrichter Daniel Siebert einen aussichtsreichen Angriff wegen eines Fouls zurück. »Erling hat ein ordentliches Spiel gemacht. Natürlich merkt er auch, dass ihm noch ein bisschen etwas fehlt«, sagte Rose.

Und damit vermissten die Dortmunder Wucht und Durchsetzungskraft in ihrem Angriffsspiel, es genügte nur zum Treffer von Marius Wolf (8.), den Sebastian Andersson (36.) konterte. Dazu bereitet die angeschlagene Personallage beim BVB weiter Sorgen: Nico Schulz verletzte sich beim Aufwärmen, Felix Passlack und Thorgan Hazard mussten angeschlagen vom Feld. Marco Reus war noch nicht fit genug für einen Einsatz in Köln.

Das alles führte sieben Spieltage vor Saisonende zu der Erkenntnis, dass es in dieser Konstellation nicht reicht, um die Bayern vom Thron zu stoßen. Dieser Titelkampf sei aber ohnehin nur ein konstruiertes »Auf und Ab der Medien«, sagte Kehl: »Wir haben uns nicht drauf eingelassen und uns auf uns konzentriert. Das ist uns zuletzt gut gelungen.«

Das nächste Ziel sei nun ein Sieg nach der Länderspielpause gegen den Verfolger RB Leipzig, der wie Dortmund in der Rückrunde schon 23 Punkte geholt hat - drei mehr als die Bayern. »Wir wollen einfach Spaß haben und Fußballspiele gewinnen«, sagte Rose.

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