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Allenfalls eine Generalprobe

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Eintracht-Schlussmann Kevin Trapp ist heute beim Frankfurter Bundesliga-Gastspiel in Leverkusen gefragt, ehe es am Donnerstag zum mit Spannung erwarteten Europa-League-Rückspiel gegen West Ham United kommt. © DPA

Die Eintracht ist zwar heute Abend bei Bayer Leverkusen gefordert, dennoch sind schon alle Blicke auf das Rückspiel gegen West Ham United am Donnerstag gerichtet.

Jetzt, da innerhalb der Bundesliga ein reger Meinungsaustausch über die Bedeutung(-slosigkeit) von Bundesligaspielen entstanden ist, über Belastungssteuerung und Wettbewerbsverzerrung, sieht sich auch Oliver Glasner, Trainer von Eintracht Frankfurt, dieser Thematik ausgesetzt. Seine Meinung: Er brauche natürlich nicht um den heißen Brei herumreden: Auf dem Spiel bei Bayer Leverkusen an diesem Montag (20.30 Uhr/DAZN) liege nicht die Priorität, für die Eintracht zähle hauptsächlich das Halbfinalrückspiel in der Europa League am Donnerstag gegen West Ham United. Ohnehin solle doch einfach jeder Verantwortungsträger eines Klubs einfach auf sich selbst schauen. Abstiegskampf hin, Champions-League-Rennen her. Und außerdem, so Glasner mit einer Menge Ironie: »Ganz vielen, die gegen den Abstieg spielen, haben wir in dieser Saison auch die Punkte geschenkt. Da hat sich dann auch keiner beschwert.«

Das aus Frankfurter Sicht bedeutungslose Gastspiel in Leverkusen wird denn auch ohne eine Reihe von Stammkräften ablaufen. Rafael Borré ist gelbgesperrt, Martin Hinteregger erkältet (negativer Corona-Test), Jesper Lindström setzt wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel aus, Sebastian Rode wird geschont. Zudem müssen mit Christopher Lenz (gebrochener Zeh) und Erik Durm (Erkältung) zwei Ersatzleute passen, die gerade jetzt hätten gebraucht werden können. Sei’s drum, findet Glasner: »Wir gehen das Leverkusen-Spiel hochseriös an.«

Lindströms Wettlauf

Klar ist, dass der Frankfurter Coach auf völlig wilde Personalwechsel verzichten wird, U-19-Spieler sollen etwa nicht zum Einsatz kommen. Auch kündigte Glasner an, die eine oder andere Stammkraft aufbieten zu wollen - wenn auch nicht über die volle Spielzeit. So werden dann also manch Ergänzungsspieler auflaufen dürfen, ob nun ganz vorne Ragnar Ache, der eine Startelfgarantie bekam, oder dahinter Leute wie Jens Petter Hauge, Timothy Chandler und Makoto Hasebe.

Die Personalie Lindström dürfte dem Frankfurter Trainer derweil mit Blick auf die europäische Ballnacht gegen West Ham die größten Sorgen bereiten. Der Däne sei zwar in Dauerbehandlung der medizinischen Abteilung, »aber es wird ein Wettlauf mit der Zeit«. Er wolle schlicht nichts ausschließen, so Glasner. Obgleich der Trainer auch den kommenden Gegner aus Leverkusen analysiert haben will, dürfte er am Sonntag noch gebannter auf das Londoner Stadtderby zwischen West Ham und Arsenal geschaut haben. Auch der Frankfurter Gegner schonte einige Stammleute.

Aus hessischer Sicht macht mit Blick aufs West-Ham-Rückspiel vor allem Mut, dass die Eintracht-Leistung in London in den allermeisten Facetten recht hohen Ansprüchen genügte. Da waren nicht nur Einsatz und Leidenschaft, da war nicht nur die nötige Härte, nicht nur volle Konzentration, da war nicht nur ein rasches Umschaltspiel, die Vorstellung ging darüber hinaus. Die Eintracht ließ die Kugel in vielen Phasen der Partie gekonnt durch die eigenen Reihen laufen, brachte Ruhe rein, wenn es Ruhe brauchte, machte das Spiel schneller, wenn es schneller werden musste.

Gerade im Zentrum , wo sich Djibril Sow, Sebastian Rode und Daichi Kamada Vorteile gegen das Londoner Grätscher-Doppel Tomas Soucek und Declan Rice herauskombinierten, »haben wir immer wieder Situation kreiert«, fand Glasner und hob daher sein spielerisches Mittelfeldtrio explizit und lobend hervor. In der Tat klappte das ganz gut mit Sow, Rode und Kamada, und das, obwohl mit Kristijan Jakic eine Stammkraft für den Maschinenraum des Eintracht-Spiels gesperrt gefehlt hatte. Dass Kamada europäisch ein anderer Kamada ist als bei Aufgaben hierzulande, sollte niemanden mehr überraschen. Dass Sow sich mittlerweile ein Grundniveau erarbeitet hat, das ihn häufig besser als den Gegner aufspielen lässt, ebenso wenig. Die Form von Sebastian Rode aber erstaunt zumindest ein wenig. Na klar, Rode ist ein guter Kicker, weiß mit der Kugel umzugehen, kann ein Spiel lesen mit seiner Routine, doch die körperliche Fitness fehlte ihm meist in dieser Runde. Lange war er keine Option für Glasner, später nur eine für wenige Minuten. Zuletzt aber musste und durfte der Eintracht-Kapitän aufgrund diverser Personalengpässe wieder häufiger ran - und bewies seinen Wert.

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