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Audi steigt 2026 in die Formel 1 ein

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Mit der Präsentation eines Showcars verkündet Audi den Einstieg in die Formel für das Jahr 2026. Audi-Vorstandschef Markus Duesmann (r.) und Audi-Vorstand Oliver Hoffmann lüften damit ein lange gut gehütetes Geheimnis. © DPA

(sid). Lange machte Audi ein Geheimnis aus seinem Formel-1-Einstieg, auf den letzten Metern vor der Verkündung aber gab die VW-Tochter öffentlichkeitswirksam jede Diskretion auf. Erst ein Tweet, der wenig Spielraum für Interpretationen ließ. Kurz darauf wurde ein spärlich verhülltes Showcar mit vier Ringen durch die Boxengasse von Spa-Francorchamps geschoben.

Dann schließlich verkündete Audi-Vorstandschef Markus Duesmann feierlich: »Wir starten 2026 in der Formel 1. Audi hat sich offiziell eingeschrieben.«

Das Reglement, das in weniger als vier Jahren greifen wird, vereint alle Parameter, die der Volkswagen-Tochter wichtig waren: Die Antriebe werden günstiger, nachhaltiger und relevanter für die Serienproduktion. »Jetzt« sei der »richtige Zeitpunkt für den Einstieg«, bekräftigte Duesmann.

Audi betrachtet sein Formel-1-Engagement dabei auch als deutsches Projekt. Die Antriebe werden in Neuburg an der Donau entwickelt. Und Duesmann hofft inständig, »dass wir dann einen deutschen Fahrer und ein Rennen in Deutschland haben werden«.

Letzteres gab es zuletzt 2020, und angesichts der Rücktrittsankündigung von Sebastian Vettel (35) und der ungeklärten Zukunft von Mick Schumacher (23) droht die Autonation Nummer eins in der kommenden Formel-1-Saison ohne Piloten dazustehen.

Ungeklärt ist laut Duesmann noch, mit welchem Team Audi 2026 an den Start gehen wird. Dies wolle man »bis zum Jahresende kommunizieren«. Ein komplett eigenes Team wird Audi nicht aufbauen. »Die Ausgangsposition ist sehr viel besser, wenn man mit einem bestehenden Auto arbeitet«, sagte Duesmann.

Audi hatte nach Bekanntwerden seiner Formel-1-Ambitionen das Interesse vieler Rennställe geweckt, unter anderem mit Aston Martin und Williams Gespräche geführt. Das Rennen soll aber der Schweizer Sauber-Rennstall gemacht haben, der derzeit wegen eines Namenssponsorings als Alfa Romeo in den Startlisten steht - allerdings nur noch bis Ende 2023, wie wohl nicht ganz zufällig ebenfalls am Freitag offiziell wurde.

Audi machte deutlich: Obwohl die bereits in der Serie agierenden Hersteller Mercedes, Ferrari und Renault einen Vorsprung haben, will man keineswegs hinterherfahren. Drei Jahre nach dem Einstieg wolle man »sehr wettbewerbsfähig sein« - was auch immer das genau bedeutet. Allerdings plane man ohnehin mit einem »Langzeit-Engagement«, bekräftigte Duesmann.

Mit dem Bekenntnis von Audi setzt nun auch der Volkswagen-Konzern erstmals einen Fuß in die Formel 1, die lange als zu teuer und als Auslaufmodell galt. Eine weitere VW-Tochter dürfte sehr bald folgen. Laut in Marokko öffentlich gewordenen Dokumenten hat Porsche 50 Prozent des Red-Bull-Teams von Weltmeister Max Verstappen erworben. Eine Verkündung dieser Partnerschaft steht noch aus, Porsche ließ sich aber bereits den Namen »F1nally« sichern.

Drei große deutsche Hersteller wären dann ab 2026 dabei - Mercedes ist ja bereits seit 2010 zurück in der Formel 1 und dominierte die Serie zwischen 2014 und 2021. Noch während die Pressekonferenz in Spa mit Duesmann sowie Oliver Hoffmann, Audi Vorstand Technische Entwicklung, dem FIA-Präsidenten Mohammed bin Sulayem und Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali lief, schoss Audi bereits die ersten Pfeile Richtung Stuttgart ab. »Rings are the new stars«, Ringe seien also die neuen Sterne, twitterte Audi Sport. Und in der Pressemitteilung hielten die Ingolstädter genüsslich fest: »Damit entsteht erstmals nach mehr als einem Jahrzehnt wieder ein Formel-1-Antrieb in Deutschland.« Mercedes lässt seine Power Units für die Formel 1 im englischen Brixworth produzieren.

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