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Bayern brauchen »Top-Materialien«

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Bei den Bayern als möglicher Lewandowski-Ersatz gehandelt - der Österreicher Sasa Kalajdzic, der beim VfB Stuttgart unter Vertrag steht. © IMAGO

Weiter mit Manuel Neuer und Thomas Müller - und sonst? Bayern München treibt seine Kaderplanung voran - und stößt dabei auf einige Hürden.

Julian Nagelsmann schickte Robert Lewandowski mit einem Klaps auf den Hintern auf die Aufwärmrunde, dort winkte der Weltfußballer den Fans lächelnd zu. Der FC Bayern ist mit viel Vorfreude in die Woche mit dem »Schalen-Finale« im Klassiker gegen Borussia Dortmund am Samstag (18.30 Uhr/Sky) gestartet, doch hinter den Kulissen rumort es weiter gewaltig.

Nagelsmann plauderte beim öffentlichen Training am Dienstag gut gelaunt mit seinen Stars, doch intern wirkt vor allem ein Satz des Trainers nach. »Du darfst nicht viele Transferperioden verschlafen«, sagte der Coach am Wochenende - eine klare Ansage an die Bosse, jetzt bitte schön »Top-Materialien« zu beschaffen. Damit er in seinem zweiten Münchner Jahr - wie von ihm verlangt - »Top-Produktion« abliefern kann.

Die Klubführung um Vorstandschef Oliver Kahn geht dabei zweigleisig vor: Einerseits bemüht sie sich, mit Leistungsträgern zu verlängern - und steht zumindest bei Kapitän Manuel Neuer sowie Ur-bayer Thomas Müller vor einer Einigung bis 2025. Zum anderen fahndet sie nach qualitativ hochwertigen Zugängen. Doch auf beiden Gleisen stehen zahlreiche Hindernisse. Und über allem schwebt die auch von Nagelsmann geäußerte Sorge, international abzurutschen.

»Für mich ist immer die Frage: Wo willst du hin auf lange Sicht?«, sagte der ehrgeizige Coach. Wenn der FC Bayern »dauerhaft zu den Topvier in Europa gehören will«, müsse er seine Mannschaft wirklich verstärken.

Das Problem ist allerdings, dass das Münchner Geschäftsmodell (Stichwort: Festgeldkonto) in Zeiten der Investorenklubs immer mehr an Schlagkraft verliert und Corona die Kluft zur europäischen Elite vertieft hat.

Aktuelle oder werdende Superstars wie Dortmunds Sturmjuwel Erling Haaland sind für die Münchner kaum mehr zu bekommen. Ja die Bayern müssen sogar fürchten, in Lewandowski ihre stärkste Marke zu verlieren. Es würde ihn »nicht mehr allzu sehr wundern«, schrieb Rekordnationalspieler Lothar Matthäus in seiner Sky-Kolumne, wenn der Weltfußballer zum FC Barcelona wechselte.

»Wir wollen, dass er möglichst lange bleibt«, sagte Kahn im Sport1-»Doppelpass«. Dort gestand er aber ebenso erstmals öffentlich, dass sich der 33-Jährige »Gedanken über die Zukunft« mache. Als möglicher Nachfolger wird der Stuttgarter Sasa Kalajdzic (24) gehandelt, was dieser als »riesengroße Ehre« empfindet.

In der Abwehr gilt der Zugang des marokkanischen Rechtsverteidigers Noussair Mazraoui (24/Ajax Amsterdam) als sicher. Dessen niederländischer Klubkollege Ryan Gravenberch (19) soll das Mittelfeld stärken. Weil neben Corentin Tolisso auch Marcel Sabitzer auf der Verkaufsliste steht, soll Nagelsmann an seinen früheren Leipziger Schützling Konrad Laimer als Ergänzung denken. Er schätzt den Österreicher (24) als »Monsterballeroberungsmaschine«.

Sollte die Vertragsverlängerung mit Serge Gnabry an dessen Gehaltsforderungen scheitern, was nicht unwahrscheinlich ist, könnte Nagelsmann erneut in Leipzig wildern: Topscorer Christopher Nkunku (24) gilt als Kandidat, wäre aber wohl sehr teuer. Die Bayern-Bosse betonen jedoch bei jeder Gelegenheit, keine finanziellen Abenteuer wagen zu wollen. Nagelsmann forderte deshalb, »kreative Wege« zu gehen.

Beschreiten muss diese Hasan Salihamidzic. Doch der Sportvorstand verantwortet neben einigen guten Griffen bereits zahlreiche Flops. Stichwort: »Transferperiode verschlafen«. Matthäus glaubt daher, Salihamidzic könnte als »Bauernopfer« seinen Job verlieren.

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