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Biathletinnen enttäuschen

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In Isolation - Deutschlands bester Biathlet Johannes Kühn wurde positiv auf das Coronavirus getestet. © IMAGO

(dpa). Weniger als einen Monat vor den Olympischen Winterspielen laufen die deutschen Biathletinnen nur hinterher. Für einen Platz unter den Top 15 reicht es zum Sprint-Auftakt beim Heimspiel in Ruhpolding nicht.

Die deutschen Biathletinnen kommen gut drei Wochen vor den Olympischen Winterspielen in Peking weiter nicht in Schwung. Beim Heim-Weltcup in Ruhpolding belegte Franziska Hildebrand am Mittwoch als beste DSV-Skijägerin im Sprint nur den 17. Platz. Die 34-Jährige aus Sachsen-Anhalt leistete sich eine Strafrunde und hatte nach 7,5 Kilometern im Ziel 1:17,9 Minuten Rückstand auf die fehlerfreie Siegerin Elvira Öberg aus Schweden. Platz zwei belegte Gesamtweltcup-Spitzenreiterin Marte Olsbu Röiseland aus Norwegen vor der ebenfalls perfekt schießenden Dorothea Wierer aus Italien.

»Wir tun unser Bestes, wir arbeiten hart. Es muss alles mal wieder zusammenpassen, dann kann es auch ganz weit nach vorne gehen«, sagte Hildebrand zur schwachen Vorstellung der DSV-Skijägerinnen. Die Altmeisterin selbst hat die Norm für die Winterspiele in China (4. bis 20. Februar) noch nicht erfüllt - und ihre Teamkolleginnen machen derzeit wenig Hoffnungen auf ein erfolgreiches Saison-Highlight.

Vor allem Ex-Weltmeisterin Denise Herrmann schwächelt. Nach zwei Fehlschüssen kam sie in Bayern nur als 24. ins Ziel. »Stehend läuft es zurzeit einfach nicht. Mit zwei Fehlern und der Schießzeit ist man dann ein bisschen weiter weg«, sagte Herrmann im ZDF und ergänzte: »Es ist nicht das Können, sondern das mentale. Wenn man einmal in den Flow kommt, dann läuft es auch. Es ist gerade schwierig, da reinzukommen. Ich denke, es kommt der Tag, wo es aufgeht.«

Mehr als Durchhalteparolen bleiben nicht. Nach ihren verkorksten Auftritten in der vergangenen Woche in Oberhof machte es die Sächsin Herrmann in ihrer Wahlheimat zum Auftakt zunächst besser. Ein fehlerfreies erstes Schießen weckte die Hoffnungen auf die Rückkehr nach ganz vorne. Doch nach sieben Treffern setzte die ehemalige Langläuferin stehend die Schüsse acht und zehn daneben - nach zwei Strafrunden fiel sie so weit zurück.

Noch schlechter lief es für ihre Teamkolleginnen. Die Thüringerin Vanessa Voigt leistete sich zwar nur einen Patzer beim Schießen, kann läuferisch aber nicht mit der Spitze mithalten. »Ich muss jetzt langsam mal was tun in der ersten Runde«, sagte die 24-Jährige nach Rang 29 und erklärte: »Ich bekomme in der ersten Runde so viel um die Ohren. Das ist bitter, wenn man so ins Rennen startet.«

Völlig außer Form ist Vanessa Hinz (3 Fehler), die als 60. gerade so die Qualifikation für die Verfolgung am Sonntag schaffte. Marion Wiesensarter (1/63.) und Weltcup-Debütantin Hanna Kebinger (0/66.) verfehlten dieses Ziel sogar.

Schmerzlich vermisst wird weiter Olympia-Medaillenhoffnung Franziska Preuß. Die 27-Jährige hatte sich zusätzlich zu einer im Dezember in Frankreich erlittenen Fußverletzung Ende des vergangenen Monats mit dem Coronavirus infiziert. Die Bayerin habe sich zwar erholt, sei aber noch nicht wieder voll belastbar. Nach mehr als einem Monat Zwangspause könnte Franziska Preuß in der kommenden Woche bei der Generalprobe für Olympia in den Weltcup zurückkehren.

Kühn positiv auf Corona getestet

Am heutigen Donnerstag (14.30 Uhr/ZDF und Eurosport) wird der Weltcup im Chiemgau mit dem Sprint der Männer fortgesetzt. Fehlen wird dann in Johannes Kühn Deutschlands derzeit bester Biathlet. Der 30-Jährige wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Alle weiteren zusätzlich durchgeführten PCR-Tests im deutschen Team fielen negativ aus. Kühn, der Zehnter des Gesamtweltcups ist, musste sich in Isolation begeben. Er habe derzeit »eine leichte Schnupfensymptomatik«, sagte der deutsche Mannschaftsarzt Jan Wüstenfeld.

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