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Darmstadt geht den »Freiburger« Weg

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Daley Blind für die Niederlande bei der WM in Katar im Einsatz. © IMAGO

(dpa). Zweitliga-Spitzenreiter SV Darmstadt 98 will künftig noch mehr Geld aus Spielerverkäufen generieren. »Da brauchen wir gar nicht darum herumzureden: Wir werden uns mit dem Thema Transfers noch mehr beschäftigen müssen. Bei Abgängen sind wir in Darmstadt in jüngerer Vergangenheit sehr verwöhnt«, sagte Klubpräsident Rüdiger Fritsch im »Kicker«-Interview.

»Wir haben in den vergangenen Jahren etwas mehr Geld für Spieler ausgegeben, als wir eingenommen haben. Doch es ist weder im normalen Leben noch im Profifußball eine Strategie, auf Dauer mehr auszugeben, als man einnimmt.«

Fritsch verwies auf Erstliga-Vereine wie den 1. FSV Mainz 05 oder den SC Freiburg, die über Jahrzehnte ein Transfersystem aufgebaut hätten, bei dem sie Spieler mit Gewinn verkauft haben. »Wenn wir das nicht machen, werden wir auf Dauer keine Chance haben. Unsere Fans müssen sich darauf vorbereiten, dass auch lieb gewonnene Spieler den Verein einmal verlassen«, betonte der 61-Jährige.

Auf die Frage, ob sich die Lilien-Fans schon in diesem Sommer auf Abgänge einstellen müssen, sagte Fritsch: »Dazu ist es noch viel zu früh. Wir haben bis jetzt jedenfalls kein Angebot für jemanden vorliegen.«

Darmstadt war 2015 zuletzt ins Oberhaus aufgestiegen, musste aber nach zwei Jahren wieder in die 2. Liga. Derzeit führt der Klub die Tabelle mit zwei Punkten vor dem Hamburger SV und drei vor dem 1. FC Heidenheim an. Das inzwischen umgebaute Stadion am Böllenfalltor fasst nur 17 800 Zuschauer.

»Ein Aufstieg bedeutet auf allen Ebenen Erlössteigerungen. Die Medienerlöse, die den größten Anteil ausmachen, verdreifachen sich ungefähr. Das wären bei jetzt rund zwölf Millionen Euro etwa 36 Millionen Euro. Aber natürlich steigen auch die Ausgaben«, erklärte Fritsch.

(sid). Gerade einmal ein Kilometer liegt zwischen dem Al Aziziyah Boutique Hotel und dem Khalifa International Stadium. Dort hatte das deutsche WM-Debakel mit dem 1:2 gegen Japan seinen Anfang genommen. Wenn die Stars des FC Bayern am Freitag nun im Trainingslager in Doha in ihrer noblen Herberge am Rande der Aspire Academy ankommen, werden sie noch einmal brutal von der jüngsten Vergangenheit eingeholt.

Am Freitagmorgen um 6.45 Uhr ist Treffpunkt in München, um 9.00 Uhr startet der Rekordmeister mit Flug QR7431 nach Katar. Vor gut einem Monat hatten Thomas Müller, Joshua Kimmich und Co. das Emirat noch schwer gedemütigt verlassen - und nun folgt »die Rückkehr an den Unfallort«, wie die »SZ« treffend titelte.

An Bord hat Trainer Julian Nagelsmann neben einigen Problemen wohl immer noch keine neue Nummer eins, dafür in Daley Blind aber eine Alternative für die Abwehr. Der 32-Jährige bestand am Donnerstag den Medizincheck und wird schon heute mit dem Rekordmeister ins Trainingslager nach Katar fliegen. Blind hatte kurz nach Weihnachten seinen Vertrag bei Ajax Amsterdam vorzeitig aufgelöst.

»Ich kann es kaum erwarten, hier zu spielen. Uns steht nun der wichtigste Teil der Saison bevor, in dem es um die Titel geht - und ein Verein wie der FC Bayern kann jede Trophäe gewinnen«, sagte Blind, der einen Vertrag bis Saisonende unterschrieb. Der »Hunger nach Titeln« im Verein sei »ausschlaggebend« für seine Entscheidung gewesen.

Wie schnell es mit dem neuen Torwart als Ersatz für Kapitän Manuel Neuer geht, ist dagegen weiter offen. Dem Vernehmen nach gestalten sich die Gespräche mit Borussia Mönchengladbach über einen Transfer von Yann Sommer schwierig. Mönchengladbach hat noch keinen adäquaten Ersatz. Laut »kicker« gibt es aber auch weiter Verhandlungen der Bayern mit dem nach Monaco ausgeliehenen Alexander Nübel, obwohl der 26-Jährige zuletzt eine Rückkehr als eher unwahrscheinlich dargestellt hatte.

Neben Neuer und Hernandez muss Nagelsmann noch einige Zeit auf den ebenfalls verletzten Sadio Mane verzichten. Der Superstar könnte aber schon im Februar beim Champions-League-Kracher gegen Paris St. Germain zur Verfügung stehen, schreibt »L’Equipe«.

Bleibt die Frage nach der psychischen Verfassung der Bayern-Profis? Haben gerade die deutschen WM-Fahrer ihre Enttäuschungen überwunden? Kimmich hatte unmittelbar nach dem Vorrunden-Aus »ein bisschen Angst davor, in ein Loch zu fallen«. Doch kurz darauf schrieb er schon wieder kämpferisch: »Aufgeben ist niemals eine Option.«

Bis zum 12. Januar bereiten sich die Bayern in Doha auf ihre Triple-Mission vor. Zum elften Mal schon findet das Trainingslager in Katar statt - ob vielleicht zum letzten Mal? Nach wie vor gibt es keine Entscheidung, ob die Münchner den Vertrag mit dem umstrittenen Partner Qatar Airways verlängern.

(dpa). Da staunte Steffen Baumgart. Als sich der Trainer des 1. FC Köln am Donnerstag auf den Weg zum Trainingsplatz machte, wurde er von einer Schar FC-Fans empfangen, die ihm zum 51. Geburtstag ein Ständchen brachten. Schmunzelnd kam der Chefcoach an der Gruppe vorbei und freute sich sichtlich. »Guten Morgen, das habe ich auch noch nicht gehabt. Vielen Dank«, sagte Baumgart. Ob seine Profis zuvor auch in der Kabine gesungen hatten, wurde nicht bekannt.

(sid). Der portugiesische Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo ist bei seinem neuen Klub Al-Nassr in Saudi-Arabien aus formalen Gründen noch nicht als Neuzugang registriert und deshalb vorerst nicht spielberechtigt. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Vereinskreisen.

Der 37-Jährige ist der neunte ausländische Spieler bei Al-Nassr, nur acht Profis sind in der Liga erlaubt. Spekuliert wird darüber, dass man sich in Kürze vom usbekischen Nationalspieler Jaloliddin Mascharipow trennen werde.

(dpa). Der für den gestrigen Donnerstag geplante zweite Slalom der Skirennfahrerinnen im kroatischen Zagreb ist wetterbedingt abgesagt worden. Grund seien die hohen Temperaturen und starker Wind, teilte der Weltverband Fis mit.

Bereits beim Rennen am Mittwoch hatte die Skipiste am Bärenberg stark gelitten. Die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin hatte ihren 81. Weltcup-Sieg gefeiert, die deutsche Hoffnungsträgerin Lena Dürr allerdings den zweiten Durchgang völlig überraschend verpasst.

(dpa/lhe). Der »siebte Mann« soll den Frankfurter Eishockey-Löwen an diesem Freitag (19.30 Uhr) zum zweiten Saisonheimsieg über DEL-Tabellenführer EHC Red Bull München verhelfen. »Beim ersten Mal ist die Halle fast explodiert« erinnerte sich Franz-David Fritzmeier, der Sportdirektor der Hessen, bei einem Online-Pressegespräch am Donnerstag an das Duell vom 30. September. »Das war damals der Schlüssel zu unserem Sieg.« Die Bayern, so der 42-Jährige weiter, »sind die dominierende Mannschaft in der Liga und die einzige, die wirklich übermäßig schwer zu schlagen ist«. In Frankfurt hatten die Münchner im Penaltyschießen ihre bislang einzige Auswärtspleite erlitten.

Die Vorzeichen für die Löwen sind positiv: Die bisherigen Ticketverkäufe für die knapp 7000 Zuschauer fassende Eissporthalle am Ratsweg weisen auf eine ausverkaufte Arena hin. Sollten die Fans nicht die gewünschte Wirkung erzielen, würden die Löwen weiter auf ihren ersten Sieg in diesem Jahr warten müssen.

Am Montag unterlagen sie mit 3:5 bei den Iserlohn Roosters, am Mittwoch mit 2:3 im Penaltyschießen bei den drittplatzierten Mannheimer Adlern. Nach der regulären Spielzeit hatte es nach einem Ausgleichstor von Brett Breitkreuz in den letzten Sekunden des Schlussdrittels 2:2 gestanden. Zudem wartet am Sonntag (16.30 Uhr) beim DEL-Tabellenzweiten ERC Ingolstadt ein weiteres schweres Duell auf den Aufsteiger. Unruhe soll bei den Löwen aber auch bei einem sieglosen Wochenende nicht aufkommen. »Das wäre nichts Dramatisches, denn wir treffen nacheinander auf die top drei der Liga, die auch bei den Finanzen zu den top sechs gehören«, sagte Fritzmeier. »Für uns wäre auch danach noch alles gut. Wir müssen weiter stabil punkten und bei jedem Spiel etwas dazulernen.«

Hinter den Kulissen laufen beim Tabellenneunten seit der Länderspielpause im November schon die Kaderplanungen für die nächste Saison. »Das ganze Team wird nicht zusammenbleiben«, verriet Fritzmeier. »Aber es ist noch keiner abgeschrieben, und wir haben auch noch nicht wirklich viele Verträge verlängert.«

(dpa). Bei der viel beschworenen Komplexleistung konnte Biathlon-Olympiasiegerin Denise Herrmann-Wick diesmal nur eine Disziplin mit Bravour abrufen. Schnellste Laufzeit, schnellste letzte Runde - doch die perfekte Vorstellung in der Loipe reichte der 34-Jährigen beim Weltcupstart ins neue Jahr auf der Pokljuka nicht zum Podestplatz. Weil sie zweimal daneben schoss, wurde die Sächsin am Donnerstag im Sprint »nur« Sechste. »Es war ein Fehler zu viel fürs Podium, aber die schnellste Laufzeit ist richtig cool. Ich habe mich gut gefühlt und es mir richtig eingeteilt«, sagte Herrmann-Wick zufrieden im ZDF.

Sie geht nun mit einem Rückstand von 36 Sekunden auf Sprintsiegerin Elvira Öberg in die Verfolgung am Samstag (11.30 Uhr/ZDF und Eurosport). Wäre Herrmann-Wick wie die Schwedin auf der slowenischen Hochebene fehlerfrei geblieben, hätte sie ihren zweiten Saisonsieg feiern können. Sie war auf den 7,5 Kilometern insgesamt 9,5 Sekunden schneller als die ebenfalls laufstarke Öberg und die Einzige aus dem personell geschwächten deutschen Team, die in die Top Ten lief.

Herrmann-Wick hatte vor den Pokljuka-Rennen kurzfristig einen Trainingsblock im italienischen Antholz eingelegt. Schon vor Weihnachten war die ehemalige Langläuferin nach Davos in die Schweiz gereist, um dort die bestmöglichen Trainingsvoraussetzungen zu haben. Und das Ergebnis zeigte sich vor allem in ihrer überragenden Laufleistung. »Das hat sich ausgezahlt. Die Phase war sehr wichtig, gerade für die WM. Da muss man noch Umfang machen. Da ist immer die Frage, wie kommt man zurück in den Wettkampf. Da bin ich ganz glücklich, dass es heute so ging«, sagte Herrmann-Wick.

Sie hatte jeweils liegend und stehend eine Scheibe stehen gelassen. Als 16. ging sie in die Schlussrunde und arbeitete sich dann noch weit nach vorn. Die Heim-WM in vier Wochen in Oberhof hat sie im »Fernblick«. Das Wichtigste sei jetzt, gesund zu bleiben. »Das hat oberste Priorität, der Weg so passt aber«, sagte Herrmann-Wick, die nun auf Nullserien für das Selbstvertrauen am Schießstand hofft.

Für die anderen Deutschen lief es in den Julischen Alpen enttäuschend: Trotz tadellosem Schießen wurde Vanessa Voigt nur 23. und Anna Weidel 26., Janina Hettich-Walz (3) landete auf Rang 43 und Sophia Schneider verpasste als 61. gar die Qualifikation für den Verfolger. Ex-Weltmeisterin Vanessa Hinz hatte erkrankt kurzfristig auf ihre Weltcup-Rückkehr verzichten müssen und reiste am Donnerstag ab. Die Teilnahme an der Heim-WM in Oberhof (8. bis 19. Februar) wird durch den neuen Rückschlag immer unwahrscheinlicher. Auch die immer wieder von Verletzungen und Krankheiten gebeutelte Franziska Preuß fehlte wegen eines Infekts.

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Die Frankfurter Löwen wollen DEL-Tabellenführer EHC Red Bull München mit Unterstützung der heimischen Fans heute eine Niederlage beibringen. © IMAGO
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Denise Herrmann-Wick zeigt in Slowenien die beste Laufleistung, vergibt aber mit zwei Fehlern am Schießstand einen Podestplatz und wird Sechste. © DPA

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