1. Startseite
  2. Sport
  3. Sportmix

Dem großen Bruder folgen

Erstellt: Aktualisiert:

imago1010464537h_250322_4c
Während Lukas Nmecha (l.) bereits im A-Team angekommen ist, steht Bruder Felix heute vor seinem U21-Debüt. © IMAGO

(sid). Für Felix Nmecha war der große Bruder schon immer ein Vorbild. »Schon als ich jung war, habe ich zu ihm aufgeschaut«, sagt der Mittelfeldspieler über den zwei Jahre älteren Lukas, mit dem er gemeinsam beim VfL Wolfsburg spielt. Kein Wunder also, dass Felix nun vor seinem Debüt für die deutsche U21 steht, obwohl er einst für England auf Torejagd ging.

Schließlich ist Lukas den gleichen Weg gegangen.

»Ein bisschen verrückt ist das schon«, sagt Felix Nmecha über die Parallelen in den Karrieren. Beide lernten in der Akademie von Manchester City von Pep Guardiola, beide spielen jetzt in Wolfsburg, und beide tauschten das Trikot mit den drei Löwen gegen das mit dem Adler: Felix kann am heutigen Freitag in der EM-Qualifikation gegen Lettland (18.15 Uhr/ProSieben MAXX) erstmals für die U21 auflaufen, Lukas einen Tag später für das A-Team von Hansi Flick gegen Israel.

»Ich habe ziemlich lange wegen des Wechsels überlegt. Aber ich denke, dass es eine gute Entscheidung war. Ich habe gesehen, wie es für Lukas gegangen ist«, sagt Felix Nmecha, der sich viel vorgenommen hat: »Wir wollen so viel wie möglich gewinnen. Vielleicht schaffen wir es wieder bis ins Finale.« 2021 hatte die U21 den Titel geholt - mit Lukas Nmecha als Torschützenkönig, der auch im Endspiel traf.

Die gebürtigen Hamburger waren 2007 als Kinder mit ihren Eltern von Hamburg nach England ausgewandert. Stefan Kuntz war es, der die Familie auf der Insel besuchte (»Papa Nmecha macht die besten Rühreier, die es gibt«) und zunächst Lukas für die deutsche U21 gewann. Der Pass-Wechsel machte sich mit dem Titel und der späteren Nominierung für das A-Team bezahlt.

Nun will Felix einen ähnlichen Weg gehen. »Wir sind alle super gespannt, wie er sich präsentiert und was er auf dem Platz zeigt«, sagt DFB-Trainer Antonio Di Salvo, der im Kampf um das EM-Ticket kreative Spieler wie Nmecha gut gebrauchen kann. Der 21 Jahre alte Nmecha habe sich »aus voller Überzeugung« entschieden, wieder für Deutschland zu spielen.«

Der Rechtsfuß war 2015 zweimal in der englischen U16 zum Einsatz gekommen, wechselte 2018 zum DFB und lief dreimal für die deutsche U18 auf, ehe er wieder zur FA zurückkehrte. Nun also der erneute Wechsel. »Felix’ Rückkehr zum DFB freut uns sehr«, sagt Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter der Nationalmannschaften: »Ich erhoffe mir, dass er einen ähnlichen Weg wie sein Bruder Lukas einschlägt und sportlich wie menschlich Akzente setzt.«

Auch interessant