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Der krönende Abschluss?

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Bester Deutscher auf Platz 21 - Johannes Kühn. © IMAGO

Nächste Enttäuschung für die deutschen Biathleten: Beim letzten Weltcup des Jahres laufen die DSV-Hoffnungen um Johannes Kühn und Erik Lesser hinterher.

(dpa). Wie Alexander Zverev nach seinem Olympiasieg auf die Knie sinkt und die Hände vor sein Gesicht nimmt, zählt zu den prägenden Sport-Momenten von 2021. Seine Goldmedaille von Tokio wird auch am Sonntag bei der Gala der »Sportler des Jahres« (22.15 Uhr/ZDF) eines der zahlreichen emotionalen Rückblick-Themen sein. Als einer der Protagonisten hat Zverev seinen Besuch in Baden-Baden zugesagt. Der Hamburger könnte als Erster der Tennis-Herren seit Wimbledonsieger Michael Stich vor 30 Jahren die Ehre entgegennehmen.

Es wäre das passende Ende eines Jahres, in dem Zverev nicht nur als erster deutscher Olympiasieger im Einzel Sportgeschichte schrieb. Sondern für das er sich vorgenommen hatte, in Deutschland präsenter zu werden.

»Ich denke, die Chancen stehen dieses Jahr besser als all die letzten Jahre davor. Sollte ich die Auszeichnung bekommen, wäre es der krönende Abschluss nach einer sehr langen und anstrengenden Saison«, hatte der 24-Jährige vor seinem Saisonfinale im November gesagt. Es folgte der Sieg bei den ATP Finals in Turin. Seine Aussichten, bei der Abstimmung unter Sportjournalisten Nachfolger von Eishockey-Star Leon Draisaitl zu werden, dürfte das noch verbessert haben. Draisaitl hatte die Wahl 2020 wie Weitspringerin Malaika Mihambo und der FC Bayern gewonnen. Natürlich gibt es andere Kandidaten wie Skispringer Karl Geiger - oder Freiwasser-Olympiasieger Florian Wellbrock und Tischtennisstar Dimitrij Ovtcharov. Der Tennisprofi ist aber einer der Favoriten.

(sid). Auch am zweiten Wettkampftag der Kurzbahn-WM in Abu Dhabi ist das deutsche Schwimmteam ohne Medaille geblieben. Im einzigen Finale mit DSV-Beteiligung belegte Fabian Schwingenschlögl über 100 m Brust den fünften Platz.

Der 30-Jährige aus Neckarsulm blieb in 56,29 Sekunden um 13 Hundertstel über seinem deutschen Rekord, sein Rückstand auf den Bronzerang betrug knapp eine halbe Sekunde. Gold ging an Weltrekordler Ilja Schimanowitsch (Belarus) vor dem Italiener Nicolo Martinenghi und dem US-Amerikaner Nic Fink.

Am Samstag greift Isabell Gose nach einer Medaille. Die 19-Jährige aus Magdeburg zog über 800 m Freistil nach 8:13,61 als Vorlauf-Dritte ins Finale ein. Lediglich die Chinesin Li Bingjie und die erst 15 Jahre alte Kanadierin Summer McIntosh waren schneller als die Olympiasechste. Einen Tag zuvor hatte ihr Heimtrainer Bernd Berkhahn das Vorlauf-Aus über 200 m noch als »nicht zufriedenstellend« kritisiert.

Lukas Märtens (200 m Freistil), Ramon Klenz (100 m Schmetterling), Annika Bruhn und Marie Pietruschka (beide 100 m Freistil) hatten keine Chance und schieden im Vorlauf aus. Für die Highlights sorgten andere. Die schwedische 4x-50-m-Lagenstaffel der Frauen um Topstar Sarah Sjöström egalisierte bei ihrem Titel den Weltrekord der USA (1:42,38).

(sid). Ski-Weltmeisterin Lara Gut-Behrami aus der Schweiz ist vor den beiden Weltcup-Rennen am Samstag und Sonntag im französischen Val d’Isere positiv auf das Corona-virus getestet worden. Die 30 Jahre alte WM-Goldmedaillengewinnerin im Super-G und im Riesenslalom reiste am Freitag ebenso wie zwei ebenfalls betroffene Betreuer umgehend zurück in die Schweiz, um sich in Isolation zu begeben.

Wie der Schweizer Ski-Verband Swiss Ski mitteilte, hätten Gut-Behrami und die zwei Betreuer milde Erkältungssymptome verspürt. Alle anderen Mitglieder der Schweizer Frauen-Mannschaft wurden negativ getestet.

Erik Lesser verzog seine Miene und schüttelte verärgert den Kopf. Ein Fehler beim letzten Schuss stand bezeichnend für den verkorksten Auftritt der deutschen Biathleten in Annecy-Le Grand-Bornand. »Da hatte ich anscheinend 99 Problems beim letzten Schuss«, sagte Lesser mit etwas Galgenhumor und deutete auf seine Startnummer 99.

Im Sprint über 10 km liefen die Skijäger des Deutschen Ski-Verbandes der Weltspitze hinterher, ein 16. Platz von Philipp Nawrath bedeutete das bislang schlechteste Ergebnis des Olympia-Winters. Keine zwei Monate vor Peking verhindern derzeit vor allem Fehler am Schießstand einen Platz in den Top Ten.

Lesser (+1:17,5 Minuten) musste sich beim ersten Saisonsieg des Norwegers Johannes Thingnes Bö mit Rang 26 zufriedengeben - der Routinier wartet damit weiter auf ein Top-Ergebnis für die Olympia-Norm des DSV.

»Ich muss mit mir selbst in Revision gehen«, sagte Lesser, schöpfte für das Jagdrennen am Samstag (15 Uhr/ZDF und Eurosport) aber Hoffnung: »Wenn’s im Verfolger zur Sache geht, dann bin ich da. Deswegen habe ich keinen Bammel, dass ich mitkomme.«

Etwas mehr haderte Benedikt Doll, der sich nach den Plätzen 60 (Sprint) und 39 (Verfolgung) in Hochfilzen mit Rang 24 (+1:13,9) zufriedengeben musste. Besonders die Tatsache, jeweils die ersten beiden Schüsse daneben gesetzt zu haben, machten den 31-Jährigen ratlos: »Ich kann so ein bisschen eine Kassette aufnehmen und nach jedem Rennen abspielen lassen«, ärgerte sich Doll.

Denn er fühle sich »sehr gut« am Schießstand, bekomme es aber im Wettkampf nicht hin. »Es macht auf jeden Fall Spaß gerade, ich schieße gerne, ich laufe gerne, aber ich würde es mal gerne hinkriegen«, betonte Doll.

Auch Johannes Kühn (2 Strafrunden/+1:10,4), vergangene Woche noch sensationeller Sprint-Sieger von Hochfilzen, verpasste als 21. erstmals in diesem Winter einen Top-15-Platz. »Heute habe ich kein gutes Rennen gemacht«, sagte der 30-Jährige selbstkritisch im ZDF: »Läuferisch habe ich mich ein bisschen schwergetan. Die Strecke ist nicht mein Favorit, aber das soll keine Ausrede sein.« Am Samstag wollen die DSV-Athleten jedenfalls zurückschlagen. »Die Ausgangsposition ist okay«, betonte Doll.

(sid). Die Mienen sprachen Bände. Während Aleksander Aamodt Kilde aus Norwegen schon zum dritten Mal in diesem Olympia-Winter von einem Ohr zum anderen grinste, stand den besten deutschen Ski-Rennläufern beim ersten von zwei Weltcup-Rennen im Grödnertal die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. »Platzierungstechnisch sind wir leider durchgereicht worden«, sagte Romed Baumann nach dem Super-G, jener Disziplin, in der er Vizeweltmeister ist.

Baumann fand sich am Ende nur auf Rang 20 wieder, davor platzierten sich seine Mannschaftskollegen Josef Ferstl (11.), Simon Jocher (15.) und Andreas Sander (18.). Ferstl und der junge Jocher sorgten an diesem eher gebrauchten Tag damit immerhin für kleine Lichtblicke: Beide erfüllten zur Hälfte die Norm für Olympia in Peking (4. bis 20. Februar), Ferstl mit dem besten Resultat seit 2019, Jocher mit dem besten seiner Karriere.

»Das Rennen war cool, ich bin super happy«, sagte Jocher, der zuvor nur vor einem Jahr in Bormio einen 15. Rang belegt hatte. Ferstl, Sieger im Super-G von Gröden 2017, betrachtete sein Resultat auf dem vom deutschen Trainer Andi Evers gesetzten Kurs mit gemischten Gefühlen. »Wenn man die letzten Ergebnisse von mir im Super-G sieht, kann man zufrieden sein. Mein Anspruch ist trotzdem mehr. Ich kann Ski fahren, aber ich stehe mir manchmal selbst im Weg.«

In der Tat sind die Ansprüche der deutschen Abfahrer gestiegen, nicht zuletzt durch die WM: Dort war in Abfahrt und Super-G lediglich der Österreicher Vincent Kriechmayr um Sekundenbruchteile schneller, in der Abfahrt gewann Sander Silber, im Super-G Baumann.

Ein Vorbild für die Deutschen könnte Kilde sein. »Der ist eine Maschine«, sagte Baumann anerkennend über den Norweger, der sich im Januar das Kreuzband gerissen hatte. Vor zwei Wochen in den USA hatte der Gesamtweltcupsieger 2020 eine Abfahrt und einen Super-G gewonnen. Nun siegte er vor zwei Österreichern - Super-G-Olympiasieger Matthias Mayer und Doppelweltmeister Kriechmayr.

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Der Norweger Aleksander Aamodt Kilde trumpft einmal mehr groß auf. © AFP

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