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Der Traum vom »Pott«

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Die Entscheidung in der letzten Minute der Verlängerung: Freiburgs Roland Sallai (l.) setzt sich gleich gegen drei Bochumer durch und markiert das 2:1 © IMAGO

RB Leipzig und Union Berlin, der SC Freiburg und der Hamburger SV: Vier Klubs wollen im DFB-Pokal das vorzeitige Scheitern von Bayern München und Borussia Dortmund nutzen.

Christian Streich feierte mit den Freiburger Fans, Elfmeterheld Daniel Heuer Fernandes ließ den HSV träumen und Torjäger Christopher Nkunku führte RB Leipzig trotz eines ungemütlichen Empfangs in die nächste Runde: Nach dem Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals einte die Klubs der Jubel über eine seltene Gelegenheit. Dem Trio sowie Union Berlin fehlt nur ein Sieg zum Einzug ins Endspiel am 21. Mai im Berliner Olympiastadion.

Nach dem frühzeitigen Aus von Rekordsieger Bayern München und Titelverteidiger Borussia Dortmund ist die Aussicht auf den Titel dabei so groß wie selten. Vermutlich war das ein weiterer Grund für die besondere Ausgelassenheit bei Freiburgs Coach Streich. Der 56-Jährige steht eigentlich nur ungern im Mittelpunkt. »Ich hab mich ja entschieden, Mannschaftssport zu machen«, sagte er nach dem hart umkämpften 2:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung beim Aufsteiger VfL Bochum.

Dem Ruf der Anhänger folgte er dieses Mal trotzdem. Seine Spieler um den Last-Minute-Siegtorschützen Roland Sallai waren längst verschwunden, da lief Streich zur Kurve und feierte allein mit ihnen. »Ich bin rübergerannt, weil sie meinen Namen gerufen haben«, sagte Streich schmunzelnd, »da wollte ich nicht unhöflich sein.«

Dreimal schon hat Streich den DFB-Pokal gewonnen - mit den Freiburger A-Junioren. Jetzt ist für die Profis Berlin nur noch eine Runde entfernt. »Das ist wunderbar«, sagte der Kulttrainer, der vor der Krönung seiner Ära in Freiburg steht. Die größte Hürde ist dabei wohl Vizemeister RB Leipzig. Das Team von Trainer Domenico Tedesco hatte beim 4:0 (2:0) bei Zweitligist Hannover 96 wenig Mühe, Nkunku ebnete schon vor der Pause mit zwei Toren den Weg.

Für Probleme sorgten vielmehr die Umstände der Reise nach Niedersachsen. Nächtliche Böllerattacken vor dem Teamhotel, verbale Anfeindungen von den Tribünen und ein Pfeifkonzert sogar beim Auslaufen - willkommen waren die RB-Profis in Hannover nicht. Das Verhalten der Klubführung rund um die mittlerweile abgesagten Europa- League-Spiele gegen Spartak Moskau hatte alte Vorbehalte neu belebt.

Wiederbelebt sind die Hoffnungen des HSV - vor allem dank Daniel Heuer Fernandes. »Dafür spielst du Fußball, für solche Pokalabende«, sagte der Torhüter, nachdem der HSV gegen den Karlsruher SC (3:2 i. E.) zum dritten Mal in Serie die nächste Pokal-Runde im Elfmeterschießen erreicht hatte. Heuer Fernandes hielt die Elfmeter von Marvin Wanitzek und Ricardo van Rhijn, zudem scheiterte noch Daniel O’Shaughnessy - damit dürfen Heuer Fernandes und Co. weiter vom ersten großen Titel seit 35 Jahren träumen. Auf das Finale vor der eigenen Haustür hofft derweil Union Berlin. Die Köpenicker waren am Dienstag durch ein 2:1 (1:1) gegen den FC St. Pauli ins Halbfinale eingezogen. Bob-Olympiasiegerin Laura Nolte zieht am Sonntag in der ARD-»Sportschau« (19.15 Uhr) die Paarungen für den 19. und 20. April.

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