1. Startseite
  2. Sport
  3. Sportmix

Der Traum von Kattowitz

Erstellt:

imago0046042731h_260822_4c
Lukas Kampa (l.) will noch einmal nach Kattowitz, um dort um eine WM-Medaille zu spielen. © IMAGO

(sid). Bei Lukas Kampa kribbelt es in den Fingern. Acht Jahre musste der Volleyball-Nationalspieler warten, um mit Deutschland endlich wieder bei einer WM aufzuschlagen. Der Ort der Träume? Kattowitz. Denn mit der polnischen Stadt verbindet nicht nur der Kapitän einen seiner größten sportlichen Triumphe.

Dort, wo in diesem Jahr die Halbfinals und Medaillenspiele ausgetragen werden, feierten Kampa und Co. 2014 einen historischen Erfolg. Die Mannschaft schmetterte sich zu Bronze - nach DDR-Gold 1970 die erst zweite WM-Medaille in der Geschichte der deutschen Volleyball-Männer.

Vier Jahre später scheiterte die DVV-Auswahl in der WM-Qualifikation. Gerade deshalb ist die Vorfreude auf das Turnier in Polen und Slowenien (26. August bis 11. September) bei Kampa wohl »sehr groß«. Vor allem »mit der Aussicht«, dieses »eventuell in Kattowitz beenden zu können. Das wäre natürlich eine besondere Geschichte.«

Auch bei Bundestrainer Michal Winiarski weckt der Ort Erinnerungen. Im gleichen Jahr, als Deutschland über Bronze jubelte, gewann er als Spieler dort mit der polnischen Nationalmannschaft den Titel. »Mein Traum ist es, dort wieder zu spielen«, sagt der 38-Jährige. Doch Trainer wie Mannschaft wissen, welcher Brocken zuvor auf sie wartet.

Zum Auftakt bekommt es das DVV-Team am Freitag mit Olympiasieger Frankreich (17.30 Uhr/Sportdeutschland.TV) in Ljubljana zu tun, in der Gruppe D geht es außerdem noch gegen Kamerun (28. August) und Vize-Europameister Slowenien (30. August).

»Das Ziel ist das erste Spiel gegen Frankreich«, erklärt der Pole. »Das wird schwer, danach können wir über andere Spiele nachdenken«. Und auch Kampa betont, dass auf der Partie »der absolute Fokus« liege. Jeder gewonnene Punkt und Satz werde dem Team »viel Selbstvertrauen für die beiden anderen Spiele geben«.

Verzichten muss die Mannschaft dabei auf ihren Starspieler Georg Grozer, denn der 37-Jährige setzt erst einmal aus. Laut Winiarski will der Diagonalangreifer »gerne noch Teil des Teams sein«. Grozer habe gesagt, um für die Nationalmannschaft »alles geben zu können, braucht er eine Pause«.

Kampa sieht darin nicht unbedingt einen Nachteil. Grozer sei »sehr präsent, aber wir haben andere, die in die Verantwortung gehen können«, sagt der 35-Jährige: »Vielleicht sind wir auch ein bisschen variabler.« WM-Erfahrung hat im Kader von Winiarski neben Kampa nur Außenangreifer Christian Fromm, der 2014 ebenfalls Teil der Bronze-Mannschaft war. Mit den jungen Spielern komme aber auch »immer wieder frischer Wind rein«, erklärt Kampa.

Er selbst wisse nicht, »ob ich das noch einmal vier Jahre« bis zur nächsten WM schaffe. Auch deshalb soll es wohl so weit wie möglich gehen, am besten bis nach Kattowitz. Es wäre, wie Kampa sagt, »eine besondere Geschichte« - aber auch ein sehr weiter Weg.

Auch interessant