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Diaby vergibt Riesenchance

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Wieder kein Tor für Bayer Leverkusen: Moussa Diaby (l.), der sich hier gegen Bergamos Jose Luis Palomino durchgesetzt hat, vergibt mehrfach die Führung für die Rheinländer, die am Ende eine 0:1-Niederlage kassieren. © DPA

(sid). Unglücksrabe Moussa Diaby blickte traurig auf den tobenden Auswärtsblock und richtete sich dabei die Stutzen. Zweimal hatte der französische Stürmerstar von Bayer Leverkusen die riesige Chance zur Führung gehabt, zweimal schoss er überhastet den Torhüter von Atalanta Bergamo an - und Bayer schied im Achtelfinale der Fußball-Europa-League aus.

Der Traum von einer langen Europapokal-Reise ist früher als erhofft geplatzt. Die Werkself verlor ihr Achtelfinal-Rückspiel gegen die taktisch cleveren Italiener durch ein Tor von Jeremie Boga in der Nachspielzeit mit 0:1 (0:0). Im Hinspiel war Bayer bereits mit 2:3 unterlegen.

»Wir haben über weite Strecken ein gutes Spiel gezeigt«, sagte Bayer-Trainer Gerardo Seoane. »Wir hatten genug Torchancen.« Der Grund für das Aus seien die »schlechten 40 Minuten« im Hinspiel. »Heute waren wir nicht effektiv genug«, ergänzte der Coach, und Jonathan Tah äußerte: »Wir sind sehr enttäuscht, es war mehr möglich.« Beim späten Gegentor (90.+1) hatte Tah schlecht ausgesehen und seinen Gegenspieler Boga einfach an sich vorbeilaufen lassen.

Supertalent Florian Wirtz (Kreuzbandriss), Jeremie Frimpong (Saison-Aus nach Syndesmoseriss) und Patrik Schick (Muskelfaserriss): Bayer-Trainer Seoane fehlten am Donnerstag drei wichtige Stützen seiner Mannschaft. Immerhin kehrten Robert Andrich und Karim Bellarabi in der 61. Minute nach überstandenen Verletzungen zurück. Die Anfangsminuten gehörten vor 19 871 Zuschauerinnen und Zuschauern mit leichten Vorteilen Atalanta. Mit dem ersten und zunächst einzigen Abschluss von Luis Muriel, der im Hinspiel doppelt getroffen hatte, hatte Bayer-Kapitän und -Torhüter Lukas Hradecky keine Probleme (6.). Gefährlicher wurde es für Atalanta-Keeper Juan Musso, der glänzend gegen den frei stehenden Diaby reagierte (8.).

In der Folge neutralisierten sich beide Teams zunächst, aufkommende Offensivaktionen wurden im Keim erstickt. Das letzte Risiko im letzten Drittel gingen beide Mannschaften aber auch nicht ein. Vom Offensivspektakel aus dem Hinspiel war die Partie wie erwartet weit entfernt.

Einen Schuss von Diaby aus aussichtsreicher Position blockte der überragende Merih Demiral ab, der Amine Adli das Leben schwer machte. Ruslan Malinowskyj probierte es auf der Gegenseite für Atalanta (32.), schoss aber genau auf Hradecky.

Gegen Ende der ersten Hälfte zog Atalanta das Tempo ein wenig an: Muriels Schuss aus spitzem Winkel blockte Timothy Fosu-Mensah zur Ecke ab (35.). Ein direkter Freistoß von Muriel ging wenige Minuten später weit am Tor vorbei.

Bayer kam mit viel Schwung aus der Pause und vergab die Riesenmöglichkeit zur Führung: Diaby lief alleine auf Musso zu, scheiterte aber am lange stehen bleibenden Schlussmann. Kerem Demirbays Nachschuss wurde von Demiral geblockt. Schiedsrichter Francois Letexier hakte wegen eines vermeintlichen Handspiels beim VAR nach - kein Elfmeter.

Leverkusen: Hradecky - Tah, Tapsoba, Hincapié - Fosu-Mensah (61. Bellarabi), Bakker - Palacios (61. Andrich), Aranguiz (82. Alario) - Demirbay (61. Azmoun) - Diaby, Adli.

Bergamo: Musso - Tolói (10. Djimsiti), Demiral, Palomino - Hateboer, de Roon, Freuler, Zappacosta (79. Pezzella) - Malinowski (65. Boga), Koopmeiners, Muriel (79. Pessina).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Letexier (Frankreich). - Zuschauer: 19 871. - Tor: 0:1 Boga (90.+1). - Gelbe Karten: Fosu-Mensah (1), Andrich (2), Diaby (2) / keine. - Beste Spieler: Hradecky, Bakker / Palomino, Muriel.

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