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Die Magie des »Pedri Potter«

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Xavi hält große Stücke auf seien Jungstar Pedri. © IMAGO

Es scheint nichts zu geben, was der Fußballer Pedri nicht können würde. Laufen, dribbeln, schießen, fintieren, grätschen, sogar zaubern. Der 19-Jährige bekam von seinen Teamkameraden des FC Barcelona nicht umsonst unlängst einen passenden Spitznamen verpasst: Harry Potter. Fernab gewisser optischer Ähnlichkeiten mit dem jungen Daniel Radcliffe, dem Darsteller der verfilmten Romanreihe, versprüht »Pedri Potter« vor allem auf dem Fußballplatz seine ganz eigene Magie.

Die jüngsten Beispiele, die beiden Traumtore gegen Galatasaray Istanbul in der Europa League und den FC Sevilla in der Liga, als der Mittelfeldspieler jeweils mehrere Gegenspieler austrickste und dann überlegt einschoss, heben den spanischen Internationalen noch einmal auf eine neue Stufe. Der Hype um ihn war immer schon vorhanden seit seinem Profidebüt mit 16. In der von Spitzenkräften überfüllten spanischen Auswahl darf sich Pedri neuerdings die prestigeträchtige Nummer 10 überstreifen. Dabei ist er gar kein echter Zehner, kein Spielmacher der alten Schule, der wenig arbeitet und viel glänzt, sondern ein fleißiger Bursche. Nicht wenige behaupten: Pedro Gonzalez Lopez ist trotz seines jungen Alters derzeit der beste Achter der Welt.

Als Verbindungsglied zwischen Abwehr und Angriff bringt Pedri das perfekte Paket an fußballerischen Fähigkeiten mit. Seine Schwäche, die körperliche Unterlegenheit, macht er immer mehr wett. Pedri, in Tegueste im Nordosten Teneriffas geboren, kickte bis vor zwei Jahren auf Leihbasis noch in der zweiten Liga für seinen Heimatklub UD Las Palmas, zuvor hatte sich Barca aber bereits die Dienste für sechs Millionen Euro gesichert. »Er hat Geduld im Spiel und startet Spielzüge mit Einzelaktionen. Darin ist er besonders stark«, lobt Trainer Xavi, doch: »Er kann noch viel, viel mehr.«

Pedri freilich ist längst nicht der einzige junge Fußballer, der beim FC Barcelona in der Kunst der Ballzauberei unterrichtet wird. Trainer Xavi hat sich zur Aufgabe gemacht, seine Nachwuchsleute behutsam wie konsequent heranzuführen an mögliche Weltkarrieren. Ansu Fati, 19, ist neben Pedri sicher das größte Versprechen für die Zukunft. Der Offensive hat jedoch regelmäßig mit Verletzungen zu kämpfen und fehlt heute ebenso wie Stürmer Memphis Depay.

Im Winter führte Barca dem Kader ganz bewusst Erfahrung zu. Rückkehrer Dani Alves (nicht für den Europapokal spielberechtigt) und Bling-Bling-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang ziehen viel Aufmerksamkeit auf sich. Bisher schafft es Xavi, einen gut funktionierenden Mix aufs Feld zu schicken. Mit den Nachwuchsleuten aber arbeitet er am liebsten. Regelmäßig schiebt der Coach Sonderschichten mit ihnen, analysiert ausführlich Spielszenen. Es geht dann viel um Kleinigkeiten, um eine bessere Entscheidungsfindung, die letzte Konsequenz. Das, was den Jungstars oft noch fehlt. DANIEL SCHMITT

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