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Ein besonderes Gefühl

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Zur WM-Qualifikation in der Türkei fliegt Abwehrspielerin Sara Doorsoun mit einem besonderen Gefühl. © IMAGO

(sid). Sara Doorsoun musste lachen, die Frage nach ihrer speziellen Verbindung zur Türkei hatte sie schon erwartet. »Ich spreche die Sprache, bin wirklich gerne dort, mag die Kultur, mag das Essen«, erklärte die Fußball-Nationalspielerin routiniert, »meine Mama und meine Schwester leben in der Türkei, deswegen ist das für mich so oder so ein besonderes Spiel.

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In eben dieser besonderen Partie im türkischen Bursa können die Vize-Europameisterinnen am Samstag (14.45 Uhr/ZDF) die WM-Qualifikation perfekt machen. Doorsouns Chancen auf einen Startelfplatz im 40. Länderspiel stehen nach dem Ausfall der verletzten Marina Hegering (VfL Wolfsburg) gut.

Bei der EM in England kam die Verteidigerin von Eintracht Frankfurt auf drei Einsätze. Doch ihren wohl mutigsten Auftritt zeigte sie abseits des Platzes in der Doku-Serie »Born for this«. Dort spricht Doorsoun an der Seite ihrer Partnerin Lou offen über ihre Beziehung. Diese hatte sie ihrem aus dem Iran stammenden Vater »offiziell« nämlich noch gar nicht kommuniziert, aus Rücksicht auf dessen »kulturell ganz anderes Weltverständnis«.

Es sei schwierig, sie wolle sich »nicht verstecken, ich bin ein sehr selbstbewusster Mensch. Trotzdem habe ich da ganz viel Respekt vor«, erklärte sie und offenbarte, wie viel Überwindung sie der Schritt vor die Kameras kostete.

»Ich bin halt schon Papas Prinzessin. Wir haben ein ganz besonderes Verhältnis zueinander«, sagte die gebürtige Kölnerin, schwärmte zugleich vom toleranten Umgang im Profifußball der Frauen mit seinem »warmherzigen Umfeld, in dem man sich nie verstecken muss«.

Es sind Werte, die Doorsoun eindrucksvoll vorlebt. Sie sieht sich als Nationalspielerin zudem als eine Art Vorbild für Mädchen, die trotz familiärer Bedenken Fußball spielen möchten. »Klar hilft es, wenn Dzsenifer Marozsan, Nicole Anyomi oder auch ich dabei sind und Mädchen sagen können: Da spielen auch welche mit Migrationshintergrund in der Nationalmannschaft mit«, sagte sie vor der EM: »Vielleicht geben Eltern dann auch kulturelle Vorbehalte auf.« Ein Wunsch, den sie nur zu gut nachempfinden kann.

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