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Ein brisantes Wiedersehen

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Max Kruse trifft mit seinem neuen Verein VfL Wolfsburg am Samstag auf Ex-Arbeitgeber Union Berlin. © IMAGO

(sid). Party bis tief in die Nacht? Fast Food kurz vor dem Spiel? Ganz egal. Wenn es darauf ankommt, sieht sich Max Kruse immer bereit. »Überspitzt gesagt könnte ich die ganze Woche bis 3 Uhr morgens unterwegs sein oder Samstagmittag noch eine Pizza essen«, sagte Kruse, das »Bolzplatzkind« vom VfL Wolfsburg, vor dem Duell mit seinem Ex-Klub Union Berlin (Samstag, 15.

30 Uhr/Sky) bei DAZN: »Es würde sich nichts ändern.«

Ein Trainingsweltmeister war Kruse nie, ist er nicht und wird er auch nicht mehr werden. Und dennoch liefert der 33-Jährige ab. Mit Kruse zittern die Wölfe nicht mehr ganz so sehr vor dem Abstieg, Union fiel aus den Europapokal-Plätzen. »Es gibt Spieler, die die ganze Woche den Fokus auf das Training legen müssen, um am Wochenende performen zu können. Dazu gehöre ich nicht«, sagte Kruse, der kein Problem damit hat, anzuecken.

Wolfsburg gegen Union, Zwölfter gegen Siebter, klingt nicht gerade nach Brisanz. Aber wegen Kruse steckt viel drin in der Partie. Bei den Köpenickern hinterließ er eine große Lücke, Kruse machte keinen Hehl daraus, dass er auch des Geldes wegen gewechselt ist, zudem knirschte es wohl zwischen ihm und Union-Trainer Urs Fischer.

»Wir wissen, was uns erwartet, wir kennen Max«, sagte Fischer, der aus dem Duell keine große Sache machen will: »Wir fokussieren uns aber in erster Linie auf das Spiel und nicht auf das Wiedersehen mit Max.« Doch auch der Schweizer weiß: In den ersten drei Spielen ohne Kruse holte Union keinen Punkt und erzielte keinen Treffer. Der eigenwillige Stürmer habe »Qualitäten, er ist ein Unterschiedsspieler«, sagte Fischer. Kruse sei »so ein bisschen ein Schleicher, der sich immer irgendwo in Räumen bewegt und diese wahrnimmt, wie kein anderer. Das gilt es, im Auge zu behalten«.

Und genau deshalb sind sie in Wolfsburg froh, dass sie Kruse jetzt haben. »Ihn zeichnet eine sehr hohe Stressresistenz aus, er hat immer eine Idee mit dem Ball. Er hat auch diese Wettkampfhärte, die ich absolut an ihm schätze«, sagte Trainer Florian Kohfeldt: »Man wünscht sich vielleicht auch ab und zu im Training, dass es schon Richtung Wettkampf geht.«

Kruse selbst hat für sich mittlerweile aber den perfekten Weg gefunden, um sich optimal vorzubereiten. »Ich bin seit zehn Jahren im Geschäft und weiß, was für meinen Körper gut ist«, sagte er. Und überhaupt. »Man kann natürlich 13 Kilometer laufen und zwölf davon falsch«, sagte Kruse: »Ich versuche, die richtigen Wege zu gehen und ein bisschen mit Auge im Spiel unterwegs zu sein und stehe dann oft richtig.«

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