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Ein trauriger Geburtstag

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Routinier Philipp Kohlschreiber steht in der zweiten Runde von Melbourne. © AFP

Angelique Kerber hat an ihrem 34. Geburtstag eine bittere Erstrunden-Niederlage bei den Australian Open kassiert. Damit besiegelte sie das schlechteste Abschneiden der deutschen Frauen in Melbourne seit 1977.

Als kompletten Reinfall wollte Angelique Kerber ihren 34. Geburtstag überhaupt nicht sehen - auch wenn sie ihre große Enttäuschung natürlich nicht verbergen konnte. »Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass man die zwei Dinge trennen sollte«, sagte die frühere Nummer eins der Welt nach ihrer bitteren Erstrundenpleite bei den Australian Open mit trauriger Miene: »Aber trotzdem habe ich meine Nachrichten bekommen, Freunde haben angerufen, wir haben gut gefrühstückt.«

Doch auch die besten Wünsche konnten das frühe Ende ihres Melbourne-Abenteuers, das schon nach einer Corona-Infektion im Dezember und einer gestörten Vorbereitung unter ungünstigen Vorzeichen gestanden hatte, nicht verhindern. Und das schlechteste Abschneiden des deutschen Frauentennis bei den Australian Open seit 1977 ebenso wenig. Vielleicht, sagte Kerber, könne sie ihren Geburtstag ja am Mittwoch noch nachfeiern.

Am späten Dienstagabend in Melbourne war ihr danach nicht mehr zumute. Statt in lieb gewonnener Tradition ein Geburtstags-Ständchen der australischen Fans zu genießen, eilte Kerber mit leerem Blick und kurzem Winken nach dem 4:6, 3:6 gegen die Estin Kaia Kanepi vom Court. »Natürlich bin ich enttäuscht, dass es heute nicht geklappt hat«, sagte die dreimalige Grand-Slam-Siegerin.

Bereits im vergangenen Jahr war die Turniersiegerin von 2016 in Melbourne an ihrer Auftakthürde gescheitert. Am Montag waren in Andrea Petkovic und Tatjana Maria bereits die beiden weiteren deutschen Starterinnen ausgeschieden. »Ich habe nicht wirklich mein bestes Tennis gespielt«, sagte Kerber: »Ich habe versucht, meinen Rhythmus zu finden und zurückzukommen. Aber manchmal gibt es Tage wie diese.«

Sie hatte im Vorfeld der Australian Open kein Vorbereitungsturnier gespielt - und gegen die 36 Jahre alte Kanepi war ihr die fehlende Matchpraxis anzumerken. »Natürlich merkt man, dass man nicht die Vorbereitung hatte, die man sich gewünscht hat«, sagte Kerber. Von der Corona-Infektion aus dem Dezember habe sie aber keine Nachwirkungen mehr gespürt.

Spielerisch lief gegen die ebenfalls routinierte Kanepi wenig zusammen, doch der Kampfgeist stimmte. Im ersten Satz holte Kerber einen 1:4-Rückstand auf, im zweiten Durchgang führte sie schon mit Break zum 3:2. Aber immer, als sie im Match angekommen schien, verlor sie wieder den Faden. Fürs neue Lebensjahr wünschte sich Kerber vor allem »Gesundheit«, hoffte aber auch, »dass ich noch den einen oder anderen Sieg nach Hause bringen kann.«

In Melbourne können das nur noch die Männer schaffen, gleich fünf Deutsche um Olympiasieger Alexander Zverev stehen in der zweiten Runde. Am Dienstag gesellte sich Routinier Philipp Kohlschreiber mit einem souveränen 6:4, 7:5, 7:6 (7:0) gegen den Italiener Marco Cecchinato dazu.

Der 38-Jährige sprach nach seinem Auftaktsieg von einem »tadellosen Auftritt«. Für Jan-Lennard Struff (gegen den Niederländer Botic van de Zandschulp) und Maximilian Marterer (gegen Taylor Harry Fritz aus den USA) endete das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres dagegen schon am Dienstag.

Die größten Chancen aus deutscher Sicht hat ganz klar Zverev. Am Mittwoch in der Nightsession (2. Match nach 9.00 Uhr/Eurosport) will der Hamburger den Sprung in die dritte Runde im Duell mit dem Australier John Millman schaffen. Neben dem Weltranglistendritten sind am dritten Turniertag auch Yannick Hanfmann gegen Superstar Rafael Nadal sowie Dominik Koepfer und Oscar Otte gefordert. »Es gibt einige Dinge, die ich besser machen kann«, sagte Zverev nach seinem Auftaktsieg, und er ist gewarnt: Bei den French Open 2019 forderte ihn Millman über fünf Sätze.

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Abendstimmung in Melbourne während des Duells Angelique Kerber (l.) gegen Kaia Kanepi. © DPA

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