Ein Warnschuss

(sid). Es menschelt im Bob von Francesco Friedrich. Dass der Dominator in der Eisrinne der Schnellste ist, galt 2021 als ungeschriebenes Gesetz. Mit dem Jahreswechsel musste der Doppel-Olympiasieger nun das Verlieren neu lernen. Zwar schlug der Rekordmeister am Sonntag mit einem Sieg zurück, am Neujahrstag hatte er als Zwölfter aber eine bittere Niederlage verkraften müssen.

»Wir haben zwei Mal das Starteck mitgenommen. Dann ist hier auf der Bahn die Zeit weg, dann hat man keine Chance«, sagte der Sachse nach zwei völlig missratenen Zweier-Läufen im kniffligen lettischen Eiskanal.

Der Perfektionist hatte zuvor bei 21 Weltcups in Folge triumphiert und somit ein makelloses Kalenderjahr 2021 hingelegt. Am Samstag verpasste er nach zwei identischen Fahrfehlern mit Anschieber Alexander Schüller nicht nur das Podium, sondern erstmals seit 2017 auch die Top Ten.

Bundestrainer Rene Spies sprach von einem »Warnschuss« für Friedrich und das gesamte deutsche Team, das beim Sieg des Russen Rostislaw Gaitjukewitsch erstmals nach einer gefühlten Ewigkeit keinen Schlitten auf das Podest gebracht hatte. »Es ist das passiert, was ich schon seit längerer Zeit sage - man muss schon auf Top-Niveau starten und bobfahren, um in diesem extrem engen Feld vorne zu sein«, sagte Spies: »Das ist eine Warnung für Olympia.«

Zwar war am Sonntag die alte Bob-Normalität wieder hergestellt und Friedrich fuhr zu seinem 63. Weltcup-Erfolg, mit Anschieber Thorsten Margis hatte er aber nur einen knappen Vorsprung von sechs Hundertsteln auf den Briten Brad Hall. Es blieb ein fader Beigeschmack von diesem Wochenende hängen.

Johannes Lochner schaffte es beim Doppelrennen in Lettland nur auf die Plätze sechs und neun. Christoph Hafer wurde zwei Mal Zehnter.

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