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So wie gegen Sharon Lea Dorson aus dem Kongo will sich Emily Bölk (l.) heute gegen Südkorea einbringen.

Eine Reifeprüfung

(sid). Die Ausgangslage? Perfekt. Die Chance? Riesig. Die Stimmung? Optimistisch. Die deutschen Handballerinnen gehen voller Vorfreude in ihr Matchball-Spiel gegen Südkorea am heutigen Freitag (15.30 Uhr/sportdeutschland.TV). Das Ticket für das WM-Viertelfinale liegt auf dem Silbertablett - jetzt wollen Emily Bölk und Co. beherzt zugreifen.

»Das ist eine Reifeprüfung für unser Team. Diese Aufgabe zu lösen, würde zeigen, dass wir anspruchsvollen Situationen gewachsen sind«, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer in Barcelona und zeigte sich siegesgewiss. Er glaube, dass die Mannschaft dem Druck »standhalten« werde »und mit einem Sieg das Viertelfinale klarmacht«.

Nach vier Siegen in vier Spielen ist die Zuversicht im deutschen Lager groß. »Mit einem kühlen Kopf, einer hoffentlich sehr geilen Abwehr und einer besseren Chancenverwertung kann das sehr gut werden«, sagte Kapitänin Bölk. Gelingt gegen den Asienmeister WM-Sieg Nummer fünf, winkt die erste Viertelfinal-Teilnahme bei einer Weltmeisterschaft seit 2013. Im abschließenden Hauptrundenmatch gegen den Turniermitfavoriten Dänemark am Sonntag (20.30 Uhr) könnte sich die DHB-Auswahl dann sogar eine Niederlage erlauben.

»Wir werden alles daransetzen, dass wir wieder die Leistung abliefern, die man von uns kannte«, kündigte Bundestrainer Henk Groener an und warnte am Donnerstag vor voreiligen Gedanken an die Finalrunde: »Wer vorher schon träumt, stolpert meist über die nächsten Steine.«

Eine in Phasen schludrige Vorstellung wie beim 29:18 zum Hauptrundenstart gegen die Republik Kongo, da waren sich alle Beteiligten einig, darf sich gegen Südkorea nicht wiederholen. Mit einer Leistung wie gegen die Afrikanerinnen, so Bölk, werde es »gegen die nächsten beiden Gegner schwer«.

Dennoch lebt im deutschen Team der Traum von der ersten WM-Medaille seit 13 Jahren. Mit der Partie am Freitag beginnt die Crunchtime des XXL-Turniers mit 32 Teams. »Je länger ein Turnier dauert, desto mehr steht auf dem Spiel. Die Situation kennen viele von uns aus den letzten Turnieren, das ist jetzt eine Möglichkeit, einen Schritt weiter zu gehen«, sagte Kreisläuferin Meike Schmelzer im deutschen Teamhotel.

Die Verbandsspitze ist von den vier Siegen aus vier WM-Spielen angetan, sieht aber noch Steigerungspotenzial. »Jede einzelne Spielerin muss an ihr Optimum rankommen, das war bisher sicherlich noch nicht der Fall«, sagte Kromer kritisch und spielte dabei wohl auch auf die Chancenverwertung einiger Leistungsträgerinnen an: »Da müssen wir noch etwas arbeiten.«

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