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»Einer von uns - nur besser«

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Max Lorenz, ehemaliger Nationalspieler und ein guter Freund der Familie, begrüßt Ilka Seeler, die Witwe von Uwe Seeler. © DPA

(dpa). An einem seiner liebsten Orte haben Hamburg und der deutsche Fußball die Legende Uwe Seeler in einer emotionalen Trauerfeier gewürdigt. Vor etwa 5000 Besuchern - darunter 1000 geladene Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport - hatten sich am Mittwoch im Volksparkstadion eingefunden, um im Beisein der Familie Seeler Abschied zu nehmen von einem der bekanntesten und beliebtesten deutschen Spieler.

»Uwe Seeler brauchte keinen Titel, um zu einem Idol zu werden«, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf in seiner Trauerrede über den Ehrenspielführer der Nationalmannschaft und einstigen Weltklasse-Stürmer des Hamburger SV. »Uwe Seeler ist dennoch einer der Größten, er hätte jede Trophäe verdient gehabt.«

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hob vor allem Seelers Heimatverbundenheit, Bodenständigkeit und karitatives Engagement hervor. »Uwe Seeler trug die Raute und seine Heimat im Herzen«, sagte er. »Sein Name steht für Fairness und Teamgeist. Er verkörpert die besten menschlichen Werte, als Sportler und als Mensch.« Hamburg verliere in »Uwe Seeler ein Stück von sich selbst«. HSV-Sportvorstand Jonas Boldt meinte in seiner emotionalen Rede: »Er ist einer von uns - nur besser. Ein Vorbild, generationsübergreifend.« Auch Bundeskanzler Olaf Scholz, der unter den Gästen war, zeigte sich vom Menschen Seeler beeindruckt. »Für mich ist das Tollste an Uwe Seeler, dass er so normal geblieben ist und so geerdet. Das ›Uns Uwe‹, das kommt nicht von ungefähr. Das ist tief aus ihm heraus gewachsen«, sagte er in der ARD.

Seeler war am 21. Juli im Alter von 85 Jahren gestorben und am vergangenen Donnerstag auf dem Ohldorfer Friedhof im engsten Familienkreis beigesetzt worden. »Als ich von seinem Tod erfuhr, hatte ich für einen kurzen Moment wieder dieses Gefühl wie 2014, als meine Eltern kurz nacheinander verstorben waren«, sagte Schauspieler und Seeler-Freund Olli Dittrich, der auf Wunsch von Ehefrau Ilka Seeler die Abschlussrede hielt. »Es war dieser Gedanke: Jetzt bist du allein.«

Umrahmt wurden die Trauerreden von Musikstücken, die zu Seelers Lieblingsmelodien gehörten und von der Familie ausgesucht worden waren, darunter »La Paloma« von Hans Albers gesungen. Am Flügel spielte der international bekannte Hamburger Jazz-Pianist Joja Wendt, unterstützt vom Seemannschor Hamburg. Gemeinsam spielten sie »Hammonia«, die Hymne Hamburgs, und zum Abschluss Heidi Kabels berühmtes »In Hamburg sagt man Tschüs«.

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