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Einordnung des Remis fällt schwer

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Der Aufreger des Spiels: Frankfurts Makoto Hasebe (r.) und Augsburgs Andi Zeqiri im Strafraum-Zweikampf: Zunächst entscheidet Schiedsrichter Sven Jablonski auf Elfmeter und korrigiert sich dann nach dem Videobeweis auf Gelb und Stürmerfoul des Augsburgers. © IMAGO

Eintracht Frankfurt liefert trotz des Fehlens seiner zwei Leistungsträger Kevin Trapp und Filip Kostic in Augsburg eine gute Partie ab und ist dem Auswärtssieg in der Fußball-Bundesliga nahe. Nach dem 1:1 aber treten die Hessen zunächst etwas auf der Stelle.

Zwei Minuten waren noch regulär zu absolvieren in der eiskalten Augsburger Betonschüssel, als Jesper Lindström sich weigerte, zum Mann des Spiels zu werden, mal wieder. Der schnelle Däne, seit ein paar Wochen in bester Verfassung und ein offensiver Lichtblick, kennt sich ja bestens aus mit vergebenen Möglichkeiten.

Streng genommen sind es ja nicht nur einfach Möglichkeiten, die er verbaselt, es sind Hochkaräter, Chancen wie auf dem Präsentierteller und von einer Güte, die man als Bundesligaangreifer mit Ambition verwerten muss.

In Augsburg also stand der dünne Mittelfeldspieler in der 88. Minute frei vor Torhüter Rafal Gikiewicz, Daichi Kamada, der umtriebige, feingliedrige Japaner, hatte ihn perfekt von links freigespielt, der Augsburger Verteidiger war ausgerutscht, Lindström hatte alle, aber wirkliche alle Optionen: Hoch ins Eck etwa, oder zwischen die Beine des Tormanns, flach neben den Pfosten, ein Lupfer - doch der 21-Jährige traf die einzig falsche Entscheidung, er bolzte den Torwart an. Vertan die prima Gelegenheit zum bestmöglichen Zeitpunkt, Eintracht Frankfurt zu drei sicherlich verdienten Punkten zu verhelfen.

Ein Sieg beim FC Augsburg wäre allemal drin gewesen, gerade im zweiten Abschnitt dominierten die Hessen doch deutlich. Sie hatten, nicht nur durch Jesper Lindström, die klar besseren Torchancen - und müssen trotzdem letzten Endes ihrem jungen Grünschnabel Diant Ramaj im Tor Dank sagen, wenigstens einen Punkt in Augsburg geholt zu haben. Denn in der Nachspielzeit parierte der Ersatzmann für den wegen einer Corona-Infektion fehlenden Kevin Trapp reaktionsschnell gegen den frei vor seinem Tor auftauchenden Florian Niederlechner. Ums Haar hätte Eintracht Frankfurt dieses Spiel sogar noch verloren.

Diese Augsburger Großchance war es dann auch, die den Frankfurter Trainer Oliver Glasner nach den 90 Minuten ein wenig ratlos zurückließ. »Ich kämpfe noch mit mir um die Einordnung dieses Unentschiedens«, sagte er unmittelbar nach Spielschluss, mit dem Punkt könne und werde man leben müssen.

Allerdings ärgerte er sich gleich doppelt, einmal über den sehr legeren Umgang mit den eigenen Möglichkeiten, auch der fahrig wirkende Almamy Touré hatte beste Gelegenheiten (54. und 60.), Tore zu erzielen, zum anderen darüber, so ein Spiel nicht »auch mal zu Null nach Hause zu spielen«.

Der artistischen Führung von Daichi Kamada (22.) folgte in der 38. Minute der Augsburger Ausgleich durch Michael Gregoritsch. Auch wenn die Eintracht trotz des Fehlens der coronaerkrankten Kevin Trapp und Filip Kostic eine gute Leistung ablieferte, bleibt nach der Partie in Augsburg festzuhalten: Nach nur einem Zähler aus den ersten beiden Rückrundenpartien ist der Kontakt zu den internationalen Plätzen nicht enger geworden. Trainer Glasner aber hob das Positive hervor: »Mit der Leistung können wir leben.«

Augsburg: Gikiewicz - Gumny, Gouweleeuw, Oxford, Iago (46. Uduokhai) - Arne Maier, Dorsch - Vargas (68. Hahn), Zeqiri (46. Pedersen) - Pepi (84. Finnbogason), Gregoritsch (68. Niederlechner).

Frankfurt: Ramaj - Tuta, Hasebe, Ndicka - Toure, Rode (79. Jakic), Sow, Chandler (81. Hinteregger) - Lindström, Kamada - Borre (81. Paciencia).

Im Stenogramm: Tore: 0:1 Kamada (22.), 1:1 Gregoritsch (38.). - Beste Spieler: Maier - Kamada. - Zuschauer: keine. - Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen).

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