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Eintracht auf Wolke sieben

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Wieder einmal allen Grund zur Freude haben die Frankfurter nach dem 2:1-Hinspielsieg bei Betis Sevilla. © AFP

Eintracht Frankfurt und die Europa League - das passt einfach zusammen. Auch im siebten Spiel des laufenden Wettbewerbes bleiben die Hessen ungeschlagen und steuern auf Kurs Viertelfinale.

Oliver Glasner gönnte sich nach einem »großartigen Europa-League-Abend« für Eintracht Frankfurt ein Glas Rotwein. Der 2:1-Sieg im Hinspiel des Achtelfinales bei Betis Sevilla hatte auch den Trainer des hessischen Fußball-Bundesligisten in Hochstimmung versetzt. »Ich möchte der Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Das war eine fantastische Leistung«, lobte Glasner.

Nach Wochen der sportlichen Tristesse sind die Frankfurter zurück in der Erfolgsspur - und in Europa auf Kurs Viertelfinale. »Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht. Jetzt haben wir eine sehr gute Ausgangsposition für das Rückspiel«, befand Sportvorstand Markus Krösche mit Blick auf die Zweitauflage am kommenden Donnerstag (21 Uhr) vor heimischer Kulisse und fügte hinzu: »Den Sieg ordne ich sehr hoch ein. Denn hier zu gewinnen, ist ein Riesenerfolg, auch wenn wir noch viele Sachen haben, die wir besser machen können.«

Dazu zählt in erster Linie die Chancenverwertung. Hätte die Eintracht vor dem gegnerischen Tor ähnlich abgeklärt agiert wie in sämtlichen anderen Bereichen, wären drei, vier oder sogar fünf Treffer möglich gewesen. Allein Rafael Borré vergab drei hochkarätige Möglichkeiten, darunter einen Handelfmeter. So blieb es bei den Eintracht-Treffern von Filip Kostic (14. Minute) und Daichi Kamada (32.). »Wenn man sieht, welche Chancen wir hatten, ist es etwas schade, dass es nicht höher als 2:1 ausgegangen ist«, sagte Torwart Kevin Trapp.

Dennoch war Glasner mit dem Auftritt seiner Schützlinge sehr zufrieden. Die spielten in Sevilla mutig nach vorne, ohne dabei die Defensive zu vernachlässigen. »Wir waren sehr kompakt, haben dem Gegner wenige Möglichkeiten gegeben, die Räume zu bespielen. Wie die Jungs rausgeschoben haben und in die Tiefe gesprintet sind, war sehr intensiv. Das haben wir sehr gut gemacht«, sagte der 47 Jahre alte Fußball-Lehrer.

Für ihre Leistung wurden die Frankfurter Profis noch lange nach dem Abpfiff von einigen Tausend mitgereister Eintracht-Fans unter den 36 574 Zuschauern lautstark gefeiert. »Das ist einfach schön und der emotionale Lohn, den du dir als Fußballspieler oder Trainer nicht kaufen kannst. Ich habe das genossen«, berichtete Glasner.

Ähnlich empfand es der überragende Mittelfeldspieler Djibril Sow. »Ich habe das sehr, sehr vermisst, denn davon leben wir. Gefühlt war das kein Auswärtsspiel. Wenn man das sieht, ist die Gänsehaut wieder da. Ich hoffe, dass das in Deutschland bald auch wieder der Fall sein wird«, sagte der Schweizer. Auch Jesper Lindström war begeistert von der Atmosphäre: »Die Fans haben uns heute das Extraprozent gegeben. Es hat sich angefühlt, als ob wir zu Hause spielen. Ich habe es geliebt!«

Zumindest die Fans der im laufenden Wettbewerb weiter ungeschlagenen Hessen träumen nun bereits von einer Rückkehr nach Sevilla. Dort steigt am 18. Mai das Endspiel. »Damit könnte ich mich auch anfreunden«, sagte Glasner mit einem verschmitzten Lächeln. »Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.«

Ausschreitungen in Sevilla

Nach dem Achtelfinal-Hinspiel in der Europa League zwischen Betis Sevilla und Eintracht Frankfurt (1:2) ist es zu schweren Ausschreitungen in der andalusischen Metropole gekommen. Dabei soll es laut Medienberichten zahlreiche Verletzte und Festnahmen gegeben haben.

Auf einem Internetvideo der andalusischen Sportzeitung »Estadio Deportivo« ist zu sehen, wie sich Frankfurter Fans und Anhänger des englischen Premier-League-Klubs West Ham United eine heftige Straßenschlacht im Stadtzentrum liefern. Auch die Ankunft der Polizei wurde auf dem Video festgehalten.

Die beiden Lager trafen aufeinander, da West Ham United am gestrigen Donnerstag in der Europa League beim FC Sevilla antrat.

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