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Eintracht-Zauber im Hexenkessel

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Eintracht-Torschütze Filip Kostic lässt Guido Rodriguez (l., Sevilla) aussteigen. © DPA

Eintracht Frankfurt jubelt über eine magische Nacht in Sevilla. Das Tor zum Viertelfinale in der Europa League steht weit offen. Für die Treffer der Hessen in Spanien zeichnen Filip Kostic und Daichi Kamada verantwortlich.

Die Frankfurter Spieler spritzten beim Siegestanz mit ihren Wasserflaschen herum, Tausende Fans feierten den Eintracht-Zauber im andalusischen Hexenkessel. Der Bundesligist gewann sein Achtelfinal-Hinspiel in der Europa League bei Betis Sevilla verdient mit 2:1 (2:1) und kann von weiteren magischen Nächten träumen. Schon ein Remis reicht am nächsten Donnerstag zum Viertelfinal-Einzug.

»Ich bin richtig stolz«, sagte Torhüter Kevin Trapp bei RTL+. »Wie dominant wir waren, welches Selbstvertrauen wir hatten - da ist es beinahe schade, dass wir nicht höher gewonnen haben.« Tatsächlich war der Knockout der starken Hessen für den Gegner schon gestern möglich.

Die Eintracht bejubelte im stimmungsvollen Estadio Benito Villamarin die Tore von Filip Kostic (15.), der den Ball quasi ins Netz flankte, und Daichi Kamada (32.). Der Japaner konterte den zwischenzeitlichen Ausgleich des französischen Weltmeisters Nabil Fekir (30.) nach einem schlimmen Betis-Fehlpass umgehend. Rafael Borre (52.) verschoss zudem einen Handelfmeter.

Das imposante Stadion, kaum Corona-Beschränkungen, Sonnenschein - nicht nur für den Eintracht-Anhang war es das Paradies. Auch er selbst sei »da wie ein kleines Kind, ich freue mich wahnsinnig«, sagte Trainer Oliver Glasner vorab.

Das 138. Europapokalspiel der Eintracht-Historie war jedoch ein kniffliges. Mit hohem Pressing versuchten die Frankfurter, im 3-4-3 sortiert, das spielstarke Real Betis Balompie zu verunsichern. Die Führung entstand aus einem Ballgewinn: Kostics Mittelding aus Flanke und Torschuss senkte sich perfekt in den Winkel. Betis sah sich zur Offensive gezwungen, die Eintracht zog sich bereitwillig ein wenig zurück und stand kompakt. Fekir im zentralen Betis-Mittelfeld strahlte noch nicht die gewohnte Gefahr aus. Dann traf er jedoch bei seiner ersten gelungenen Aktion von rechts mit links, aber Kamada setzte dem brodelnden Kessel nach perfekter Vorlage Jesper Lindströms gleich wieder den Deckel drauf.

Die Eintracht blieb defensiv konzentriert, Borre aber holte das Publikum mit seinem schwachen Elfer zurück ins Spiel. Sevillas Torhüter Claudio Bravo parierte den schlappen Schuss problemlos. Kostic (62./90.+3) und wieder Borre (65./67.) vergaben weitere Großchancen. Die Eintracht versäumte es, dem stark eingeschätzten spanischen Tabellenfünften schon im Hinspiel den Knockout zu verpassen. Betis enttäuschte weiterhin.

Sevilla: Bravo - Sabaly, Pezzella, Gonzalez, Ruibal (77. Tello) - Rodriguez, William (61. Miranda) - Canales, Fekir, Juanmi (61. Joaquin) - Willian Jose (77. Iglesias).

Frankfurt: Trapp - Tuta, Hinteregger, Ndicka - Knauff, Jakic, Sow, Kostic - Lindström (73. Hauge), Kamada (78. Lenz) - Borre (86. Lammers).

Steno / Schiedsrichter: Marco Guida (Italien). - Tore: 0:1 Kostic (14.), 1:1 Fekir (30.), 1:2 Kamada (32.). - Zuschauer: 45 000. - Beste Spieler: Fekir, Bravo - Kostic, Lindström.

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