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Erfolg für das Selbstvertrauen

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Lenny Rubin, Schweizer Nationalspieler und sechsfacher Torschütze in Diensten des Bundesligisten HSG Wetzlar, hat sich im Länderspiel gegen die DHB-Auswahl gegen Sebastian Heymann (r.) und Johannes Golla durchgesetzt. © DPA

Abgesehen von ein paar kleinen Schwächephasen überzeugen die deutschen Handballer im EM-Test gegen die Schweiz. Am Sieg haben auch einige junge Akteure ihren Anteil. Der Bundestrainer zieht ein gemischtes Fazit.

So recht schien Alfred Gislason selbst noch nicht zu wissen, wo seine Handball-Nationalmannschaft nach dem siegreichen ersten Härtetest für die Europameisterschaft steht. »Ich fand, dass wir das insgesamt ganz gut gemacht haben«, sagte der Bundestrainer am Freitag in Mannheim nach dem 30:26 (15:14) gegen die Schweiz um Star-Regisseur Andi Schmid.

Gislason sprach in der ARD aber auch von »ein paar Phasen, wo wir nicht so flüssig gespielt haben«. Außerdem bemängelte der Isländer große Probleme in der Abwehr. Andererseits testete Gislason vor der Endrunde in Ungarn und der Slowakei alle Akteure und probierte auch verschiedene Formationen und Taktiken in der Defensive aus.

Seine Schützlinge tankten dank des Sieges immerhin Selbstvertrauen. Bester DHB-Werfer war Linksaußen Marcel Schiller mit sieben Toren, bester Schweizer der Wetzlarer Lenny Rubin (6). Am Sonntag steigt in Wetzlar die EM-Generalprobe gegen Rekordweltmeister und Olympiasieger Frankreich, ehe die deutsche Mannschaft am Mittwoch nach Bratislava fliegt.

Die anstrengenden Trainingstage im EM-Vorbereitungscamp in Großwallstadt waren der deutschen Mannschaft zunächst kaum anzumerken. Von Beginn an war das DHB-Team hellwach und bestimmte den Rhythmus.

Die Abwehr stand in der Startphase ordentlich - und konnte sich zudem auf einen gut aufgelegten Andreas Wolff im Tor verlassen. Der 30-Jährige, der Anfang November in den beiden Länderspielen gegen Portugal nicht dabei war, zeigte in der ersten Halbzeit eine starke Leistung und untermauerte nachdrücklich seinen Anspruch als Nummer eins zwischen den Pfosten.

Im Angriff lief viel über die Außen Marcel Schiller und Timo Kastening. Der Rückraum entwickelte mit Ausnahme von Sebastian Heymann dagegen zu wenig Druck. Dennoch führte die DHB-Auswahl beim 6:3 nach zehn Minuten erstmals mit drei Toren.

Mit zunehmender Spielzeit bekam das deutsche Team jedoch Probleme in der Defensive, weil die Eidgenossen im Angriff konsequent mit sieben Feldspielern agierten. »Da ist es uns nicht gelungen, die nötige Arbeit gegen den Kreisläufer zu verrichten«, monierte DHB-Sportvorstand Axel Kromer in der Halbzeitpause. Die Konsequenz: Beim 13:13 glichen die Schweizer erstmals wieder aus.

Nach der Pause wechselte Gislason mit Ausnahme von Kreisläufer Johannes Golla komplett durch. Ins Tor rückte nun Till Klimpke von der HSG Wetzlar, der sich mit einigen Paraden gleich gut einführte und damit die Grundlage für die erste Fünf-Tore-Führung (22:17/40.) legte. In der Offensive empfahl sich in dieser Phase vor allem Lukas Mertens. Doch wie schon im ersten Durchgang schlichen sich in der Folge Fehler ein, sodass die Schweiz zehn Minuten vor Schluss wieder auf ein Tor heran war. »Wir spielen eigentlich ein ganz gutes Spiel für das erste Mal in dieser Konstellation«, fasste Klimpke zusammen. »Wir sind unberechenbar«, meinte der Schlussmann mit Blick auf die EM forsch.

Tore Deutschland: Golla (2), Wiencek (2), Heymann (3), Zerbe (1), J. Köster (1), M‹Bengue (2), P. Weber (2), Schiller (7/4), Kühn (1), Mertens (3), C. Steinert (3), Kastening (3) / Beste Werfer Schweiz: Schmid (5/1), Rubin (6).

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