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Europas Talentschmiede

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Karim Adeyemi ist der nächste Star im Team von RB Salzburg, der vor dem Absprung steht. © IMAGO

(sid). Voller Hochachtung spricht Bayerns Vorstandschef Oliver Kahn von einer »hochtalentierten Mannschaft«. Der Münchner Ehrenpräsident Uli Hoeneß würdigt »die hervorragende Arbeit« von RB Salzburg. Längst hat sich Österreichs Serienmeister als viel beachtete Talentschmiede im europäischen Fußball einen exzellenten Ruf erarbeitet. Ob Stars wie Erling Haaland, Dayot Upamecano, Sadio Mané, Naby Keita, Dominik Szoboszlai oder Patson Daka - alle gingen durch die Salzburger Schule, ehe sie international für Aufsehen sorgten.

Und der nächste hochveranlagte RB-Jungstar steht vor dem Absprung: Der deutsche Nationalspieler Karim Adeyemi wird den Klub aller Voraussicht nach im Sommer verlassen - und wohl wie Haaland bei Borussia Dortmund landen. Bis zu 40 Millionen Euro Ablöse sind für den 20 Jahre alten und pfeilschnellen Angreifer, der bei etlichen Topklubs Interesse geweckt hat, im Gespräch.

»Die Spieler machen nach ein, zwei oder drei Jahren den nächsten Schritt, die nächsten stehen in den Startlöchern. Wir entwickeln Superstars, zu den Bayern gehen Superstars«, sagte RB-Sportdirektor Christoph Freund vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) gegen Bayern München bei ServusTV.

Es ist das Geschäftsmodell der Salzburger: Sie holen aus ganz Europa vielversprechende Talente, bilden diese aus und verkaufen sie dann mit teilweise hohem Gewinn weiter. Entsprechend gelassen reagierte unlängst auch der deutsche Trainer Matthias Jaissle auf den vermeintlichen Abgang von Adeyemi. Es sei »eben unser Weg, dass die Spieler den nächsten Karriereschritt machen können, wenn sie sich gut entwickelt haben«.

Aktuell stehen im Kader 16 A-Nationalspieler, das Durchschnittsalter liegt bei gerade einmal 22,5 Jahren. Das Transferplus alleine in dieser Saison beträgt 48,35 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de).

Es ist ein Erfolgsweg, den Salzburg seit Jahren beschreitet. Auch für viele Trainer ist der von einem Brause-Konzern finanzierte Klub ein wichtiges Sprungbrett gewesen, wie etwa für Roger Schmidt, Marco Rose, Jesse Marsch oder Adi Hütter. Auch Jaissle wird mittelfristig in der Bundesliga erwartet.

In Österreich ist der zwölfmalige Meister (zuletzt achtmal in Serie) unangefochten - und nun hat sich RB auch international etabliert. Im letzten Jahr in der Gruppenphase noch knapp gescheitert, qualifizierte sich Salzburg nun erstmals für das Achtelfinale der Champions League. Vorbei sind die Zeiten, als der Klub durch das Qualifikations-Aus gegen F91 Düdelingen aus Luxemburg 2012 die Lachnummer in Europa gewesen war.

Dass nun auch noch der FC Bayern der Gegner ist, sorgte bei RB für Rieseneuphorie. Vom größten Spiel der Klubgeschichte ist die Rede. »Es gibt fast nichts Größeres für Salzburg, als gegen den FC Bayern zu spielen. Das werden richtige Fußball-Spektakel«, sagte Freund. Aber man werde »sicher nicht«, fügte er forsch an, »vor Ehrfurcht erstarren«.

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