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Flick demonstriert Gelassenheit

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Sie treffen im November im Stadion aufeinander: Bundestrainer Hansi Flick (r.) und sein spanischer Kollege Luis Enrique (M.) nach der Auslosung in Doha. © DPA

Die deutsche Fußball- Nationalmannschaft spielt in der Vorrunde der WM 2022 gegen Spanien, Japan und den Gewinner der Playoff-Partie zwischen Costa Rica und Neuseeland. Das ergab die Auslosung am Freitag in Doha. Los geht es für die DFB-Auswahl am 23. November.

Losfee« Lothar Matthäus grinste, doch Hansi Flick notierte sich den Hammergegner Spanien ohne größere Gefühlsregung. Der Fußball-Bundestrainer demonstrierte auch bei den weiteren WM-Vorrundengegnern Japan und Costa Rica oder Neuseeland Gelassenheit, dabei hätten die Hürden in der Gruppe E bei der Jagd nach dem fünften Stern für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft niedriger sein können.

»Es ist eine spannende und interessante Gruppe, die Aufgaben sind nicht so einfach, sagte Flick: »Wir haben uns aber viel vorgenommen. Wir müssen schauen, dass wir uns durchsetzen.« Kapitän Manuel Neuer lag mit seinem Chef auf einer Wellenlänge. »Es war klar, dass wir aus Topf eins einen starken Gegner bekommen würden«, sagte Neuer bei MagentaTV. »Wir haben negative Erinnerungen, aber so etwas passiert uns nicht zweimal. Wir sind guter Dinge, ein erfolgreiches Turnier zu spielen.«

Auch Flick vertraut 234 Tage vor dem Start der WM in Katar (21. November bis 18. Dezember) auf die Stärke des viermaligen Weltmeisters, das machte er im Exhibition and Convention Centre von Doha deutlich. Neben DFB-Direktor Oliver Bierhoff gab sich der 57-Jährige im schwarzen Anzug, weißen Hemd und mit silberner Krawatte schon vor der Zeremonie cool - auch der Angstgegner Spanien jagte ihm sichtlich keinen Schrecken ein. Vor dem Duell mit den Iberern (27. November), gegen die es zuletzt eine 0:6-Klatsche gegeben hatte, geht es gegen den viermaligen Asienmeister Japan (23. November) mit einigen Bundesliga-Legionären. Im dritten Vorrundenspiel (1. Dezember) der ersten WM im arabischen Raum bekommt es die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit Costa Rica oder Neuseeland zu tun, die in den interkontinentalen Playoffs im Juni aufeinandertreffen. Der genaue Spielplan soll voraussichtlich heute veröffentlicht werden. Alles seien »ernst zu nehmende Gegner«, sagte Neuer: »Wir müssen auf der Höhe sein.«

Flicks Team war als Zwölfter der Weltrangliste nur in Topf zwei gelandet, ein Hammergegner in der ersten Turnierphase damit wahrscheinlich. Doch das Selbstvertrauen nach dem gelungenen Neustart ist groß. »Für mich gibt es da nur ein Ziel, das ist der Weltmeister-Titel. Wir haben uns bei den jüngsten Turnieren nicht mit Ruhm bekleckert und wollen das wiedergutmachen«, sagte Neuer.

Für die DFB-Auswahl geht es in Katar um ein Zeichen auf der ganz großen Bühne. 2018 scheiterte Deutschland als Titelverteidiger unter Flick-Vorgänger Joachim Löw krachend in einer ausgeglichenen Gruppe mit Mexiko, Schweden und Südkorea. Eine Wunde, die in Katar heilen soll. Im Achtelfinale würde auf die DFB-Elf ein Gegner aus der Gruppe F warten - Belgien, Kanada, Marokko oder Kroatien. Im Viertelfinale wäre Brasilien ein möglicher Gegner.

Flick steigt nun in die unmittelbare WM-Vorbereitung ein. Viel Zeit, um seine Taktikpläne in die Praxis umzusetzen, hat er nicht. Im Juni und September stehen noch sechs Spiele in der Nations League gegen Europameister Italien, EM-Finalist England und Ungarn an. Danach muss Flick seinen Kader benennen.

Da bis zum 13. November Ligaspiele angesetzt sind, bleibt unmittelbar vor dem Turnier auch nur wenig Vorbereitungszeit. Immerhin startet sein Team erst am dritten Tag ins Turnier, das Gastgeber Katar und Ecuador am 21. November eröffnen. Ein Testspiel soll es wohl noch geben, bevor es ernst wird.

In der Gruppe B kommt es zum politisch brisanten Spiel zwischen den USA und Iran. Auch die Ukraine würde in diese Gruppe einsortiert, sollte sie die Playoffs im Sommer spielen können. Sie müsste erst Schottland und dann Wales schlagen, um zur WM zu fahren.

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