1. Startseite
  2. Sport
  3. Sportmix

Flick zaubert Stach aus dem Hut

Erstellt: Aktualisiert:

imago1010656965h_190322_4c
Der Mainzer Mittelfeldspieler Anton Stach steht erstmals im Aufgebot der A-Nationalmannschaft. © IMAGO

Ohne Dortmunder, dafür mit einem Neuling und einigen Rückkehrern startet die Nationalmannschaft ins Jahr der Fußball-WM. Die ersten Länderspiele stehen aber auch im Zeichen des Krieges.

Der bedrückende Krieg mitten in Europa nimmt Hansi Flick viel von seiner Vorfreude auf den so lange herbeigesehnten Start ins WM-Jahr. »Wenn man die Bilder sieht, die uns aus der Ukraine zugespielt werden - es schmerzt einfach«, sagte der Bundestrainer nachdenklich, »da wird einem schnell klar, dass das, was wir machen, nur Fußball ist.«

Die Länderspiele am 26. März in Sinsheim gegen Israel und drei Tage Später in Amsterdam gegen die Niederlande sind daher nicht nur wichtige Gradmesser für die Winter-WM in Katar (21. November bis 18. Dezember). »Meine Erwartung an die Mannschaft ist«, forderte Flick, »dass wir in dieser wirklich schwierigen Zeit zwei gute Spiele zeigen, dass Spaß und Freude zu erkennen sind, dass es eine kleine Ablenkung ist für all die Menschen, die sich viele Sorgen machen.«

Beim geschichtsträchtigen Spiel gegen Israel soll im Heimstadion der TSG Hoffenheim das Friedens-Symbol überall zu sehen sein. Die Mannschaft, die begeistern soll, sieht etwas anders aus als beim letzten Länderspiellehrgang vor drei Monaten. Das liegt vor allem an Erkrankungen (Marco Reus), Verletzungen (Leon Goretzka, Jonas Hofmann, Niklas Süle) und fehlendem Spielrhythmus (Robin Gosens, Bernd Leno). Aber auch an ein paar Experimenten, die Flick (»Wenn nicht jetzt, wann dann?«) acht Monate vor der WM-Endrunde ausprobieren möchte. Als größte Überraschung zauberte der Bundestrainer Neuling Anton Stach aus dem Hut, der Mainzer U21-Europameister soll im defensiven Mittelfeld »etwas anbieten«. Ähnliches gilt für die Rückkehrer Julian Weigl, Benjamin Henrichs und Robin Koch, die beim Sieben-Siege-Rekordstart unter Flick keine Rolle gespielt haben.

Völlig außen vor sind in den ersten beiden Länderspielen des Jahres die Profis von Borussia Dortmund. Neben dem erkrankten Reus verzichtete Flick auch auf Julian Brandt, Emre Can, Mahmoud Dahoud und wie erwartet auf Mats Hummels. »Das hat nichts mit ihrer Qualität zu tun, sondern mit den Umständen«, begründete Flick: »Sie sind weiter in unserem Blickfeld.«

Flick versammelt seine Spieler, die sich zunächst einem Corona-Test unterziehen müssen, am Montag in Neu-Isenburg. »Alle sind heiß«, berichtete der 57-Jährige: »Aber das brauchen wir auch. Wir erwarten einfach, dass jeder nochmal eine Schippe drauflegt.« Das wird vor allem im Klassiker gegen die Niederlande vonnöten sein.

Auf das brisante Duell gegen Oranje mit Bondscoach Louis van Gaal freut sich Flick besonders. »Louis van Gaal war einer meiner Vorgänger in München, er hat die Philosophie dort mitgeprägt«, sagte der frühere Bayern-Coach und verriet: »Er war in meiner Anfangszeit als Trainer einer, an dem ich mich orientiert habe.«

Etwas Bauchschmerzen bereitet dem Bundestrainer der Ausfall von Abwehrchef Süle. »Das schmerzt«, gab Flick zu: »Es hat sich herauskristallisiert, dass er und Antonio Rüdiger das Maß der Dinge in der Innenverteidigung sind.« Als Alternative steht Nico Schlotterbeck bereit, dem zuletzt starken Freiburger gab Flick eine Einsatzgarantie: »Wenn er fit bleibt, wird er sein erstes Länderspiel machen.«

Auch interessant