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Gabriel Clemens ist der deutsche Hoffnungsträger bei der Darts-WM in London.

Fokus von Clemens auf Williams

(sid). Gabriel Clemens bestreitet am Donnerstag um 21 Uhr sein Auftaktmatch bei der Darts-WM in London gegen den Waliser Lewy Williams. Der Saarländer steigt als letzter deutscher Teilnehmer in das Turnier ein. Der historische Achtelfinal-Einzug im vergangenen Jahr spielt dabei keine Rolle mehr.

Herr Clemens, es steht Ihre vierte WM-Teilnahme an. Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Ich möchte gut spielen und gut vorbereitet in mein erstes Match gehen. Dann wird man sehen, wie weit es geht.

Sollten Sie Ihr Auftaktmatch gewinnen, würden Sie in der dritten Runde bereits auf Jonny Clayton, den formstärksten Spieler in diesem Jahr, treffen. Haben Sie sich damit schon befasst?

Nein, mein Fokus liegt einfach auf meinem ersten Spiel. Wenn ich das gewinnen sollte, kann ich mir über Weihnachten Gedanken über den nächsten Gegner machen.

Was macht die WM und den Ally Pally so besonders?

Es ist die große mediale Aufmerksamkeit. Über die WM wird mehr berichtet als das ganze restliche Jahr zusammen. Vor der WM kommt irgendwie jeder und möchte ein Interview. Das ganze restliche Jahr hat man mehr oder weniger seine Ruhe. Aber auch die Halle ist mit Sicherheit die lauteste.

Im vergangenen Jahr haben Sie den Titelverteidiger Peter Wright geschlagen und sind als erster Deutscher ins Achtelfinale eingezogen. Ist die Erwartungshaltung bei Ihnen und Ihrem Umfeld gestiegen?

Nein, die Erwartungshaltung ist weder bei mir noch bei meinem Umfeld gestiegen. Wir machen weiter wie bisher. Wir machen unsere Arbeit und schauen, dass wir weiterhin erfolgreich sind. Das andere ist ein Ding für die Medien. Die können sich dann da ihre Geschichten ausdenken.

Spielt der Sieg gegen Wright und die damit positiven Gedanken eine Rolle für das aktuelle Turnier?

Das hilft mir aktuell gar nicht weiter. Es ist ein Jahr her. Aber natürlich ist es eine schöne Erinnerung. Ich denke auch gerne zurück, wenn ich mal einen Ausschnitt sehe. Aber ansonsten ist das total abgehakt. Ich glaube auch nicht, dass mir der Gedanke an den Sieg eine extra Motivation in engen Momenten gibt.

Bei der WM 2021 durften coronabedingt keine Zuschauer in den Ally Pally. Jetzt kehren sie in begrenzter Anzahl zurück. Wie wichtig sind die Fans für Darts?

Sehr wichtig. Man sieht es ja im Fernsehen, da ist eine große Party und gute Stimmung - und das macht das auch mit aus. Mich selbst beeinflusst das eher weniger, einzelne Zwischenrufe sind natürlich immer unschön. Aber wenn die ganze Halle einen ausbuht oder singt, ist das nicht schlimm, denn das ist immer der gleiche Lärmpegel.

Wie finden Sie den Zeitpunkt der WM immer rund um Weihnachten, auch persönlich mit Blick auf das eigene Weihnachtsfest und Silvester?

Der Zeitpunkt ist gut gewählt. Dadurch bekommt Darts eine größere Aufmerksamkeit in den Medien - und das ist gut so. Letztes Jahr war ich wegen der Ausreise betroffen und musste Weihnachten in England verbringen, dieses Jahr wird es wohl wieder so sein. Aber es ist ja auch nicht immer so. Und wenn man Silvester noch in London verbringt, dann ist es egal. Denn dann ist man wirklich weit gekommen.

Zum Schluss: Wer ist für Sie der Favorit auf den WM-Titel?

Die üblich Verdächtigen: Gerwyn Price, Michael van Gerwen und Peter Wright - vielleicht noch ein Dimitri van den Bergh. Für eine Überraschung könnten Jonny Clayton, Ryan Searle oder Jose de Sousa sorgen. Aber es gibt viele Spieler, die ganz weit nach vorne laufen können.

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