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Für die Eintracht zählt nur der 18. Mai

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Abschied von der Eintracht: Die Frankfurter Fans feiern Danny da Costa (v. r.), Aymen Barkok und Stefan Ilsanker, die im Sommer den Verein verlassen. Barkok und da Costa schließen sich ablösefrei dem Nachbarn aus Mainz an, der künftige Arbeitgeber von Ilsanker ist nicht bekannt. © DPA

»Europacup in diesem Jahr« schallt es seit Wochen lautstark im Frankfurter Stadion. Der 18. Mai könnte einer der größten Tage der Vereinsgeschichte werden. In dieser Woche lässt es Chefcoach Glasner trotzdem erst mal ruhig angehen.

Klimatisch wäre ein Trip auf die Balearen die perfekte Einstimmung auf Sevilla. Denn in der Finalstadt soll es am großen Tag über 30 Grad Celsius heiß werden. Doch auf Ibiza oder Mallorca will Oliver Glasner seine Profis von Eintracht Frankfurt nun wirklich nicht sehen - so kurz vor der Erfüllung des großen Vereinstraums in der Europa League. Die letzte volle Woche vor dem mit Spannung ersehnten Endspiel startet der Chefcoach aus Österreich trotzdem eher gemächlich.

Am Montag standen Regeneration und UEFA-Medientermine rund um das Finale am 18. Mai in Sevilla gegen die Glasgow Rangers an, dann warten auf die Spieler zwei freie Tage. »Ich möchte aber nicht lesen, dass sie einen Partyausflug machen«, sagte Fußballlehrer Glasner schmunzelnd und spielte damit auf den jüngsten Kurztrip der Bayern-Profis nach Ibiza an. Ab diesem Donnerstag gilt dann: Vollgas Richtung Sevilla, mit einer kleinen Zwischenstation beim Rhein-Main-Derby in Mainz an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky).

Frankfurt nimmt nach dem 1:1 gegen Gladbach und Ex-Coach Adi Hütter Kurs auf Andalusien. »In Sevilla wollen wir bei der besten Leistung sein, aber wir nehmen Mainz als absolute Generalprobe her. Wir werden mit unserer besten Elf spielen, die uns zur Verfügung steht. Wir werden ab Donnerstag voll durchziehen«, kündigte Glasner an, nachdem er gegen die Borussia kräftig rotiert hatte.

Zuvor hatte Kapitän Sebastian Rode, der beim Remis gegen die Fohlen wie viele weitere Spieler geschont worden war, in kurzen Jeans und weißem Shirt den Fans im ausverkauften Stadion eingeheizt. »Wir haben noch so viel Großes vor. Wir wollen uns übernächsten Mittwoch auf dem Feld für eure Unterstützung bedanken, damit wir am Donnerstag auf dem Römer feiern können«, sagte Rode am Sonntag. Den Fans geht es ähnlich wie der Mannschaft: Es zählt nur noch Sevilla, schließlich geht es neben einem internationalen Titel auch um das Ticket für die Königsklasse. Dafür werden sie in großer Zahl nach Sevilla reisen - auf komplizierten, teuren und beschwerlichen Wegen. Offiziell erhält der Club 10 000 Tickets für das Finale gegen den schottischen Traditionsclub. In der Stadt werden deutlich mehr Fans sein, so viel ist sicher.

Für Hütter war es trotz der eher unharmonischen Trennung im Sommer 2021 »eine tolle Rückkehr«, wie der Österreicher beschrieb. Seinem ehemaligen Club gönnt er den Titel, der ihm und seinem Frankfurter Team 2019 nach dem Halbfinal-Aus gegen den FC Chelsea nicht vergönnt war. »Wir waren auch knapp dran. Es geht nicht um dieses Jahr, sondern um den Weg seit 2016, was der Verein für eine Entwicklung nimmt. Das sind schon viele tolle Momente«, erklärte Hütter.

»Da kann man nur stolz sein. Ich wünsche, dass der Pokal an den Main geht.« Hütter war bereits am Donnerstag zum Halbfinal-Rückspiel gegen West Ham United (1:0) in Frankfurt, um sich mit der Führungsriege des Clubs auszusprechen. Das Finale gegen die Rangers dürfte er dann wohl am Fernseher verfolgen und seinem alten Team um Kapitän Rode die Daumen drücken.

Für Glasner steht am Dienstag und Mittwoch die konkrete Spiel- und Gegnervorbereitung an. »Wenn die Spieler frei haben, arbeiten die Trainer. Wir werden uns ganz detailliert ein Bild von den Rangers machen. Sie haben Leipzig und Dortmund geschlagen, das heißt, sie haben sehr viel Qualität. Ab Donnerstag werden wir alles wissen über die Rangers«, kündigte der 47-Jährige an. Ein Besuch in Glasgow sei dafür nicht mehr nötig, es sei denn, »für ein Bier im Pub«, wie Glasner scherzte. »Wir sind schon im Bilde«, sagte der Trainer und verwies auf einen Scoutbesuch beim Old-Firm-Derby gegen Celtic, als die Paarung noch gar nicht feststand.

Krösche mahnt Liga-Erfolge an

Bei aller Euphorie hat unterdessen Sportvorstand Markus Krösche wieder Erfolge im Liga-Alltag angemahnt. »Es ist sicherlich so, dass wir es in der Bundesliga nicht geschafft haben, an die Grenzen zu kommen. Das ist etwas, was diese Saison so ein bisschen das Problem war«, sagte der 41-Jährige im TV-Sender Bild. »Wir haben es in Europa immer wieder geschafft, auf einem Toplevel zu sein, und in der Bundesliga nicht«, sagte Krösche. »Wir lernen ja daraus, die Jungs lernen ja daraus. Im nächsten Jahr sollte es ein weiterer Schritt sein, dass die Mannschaft in der Bundesliga konstant ihre Leistung bringen kann.«

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