Für Preuß ein Wettlauf mit der Zeit

(sid). Die Weihnachtspause hatte sich Franziska Preuß ganz anders vorgestellt. Statt wichtige Grundlagen für ihren Olympia-Traum zu legen, ist die Hoffnungsträgerin der deutschen Biathleten nach ihrem verflixten Treppensturz zur Tatenlosigkeit gezwungen. Während die Konkurrenz fleißig Kilometer um Kilometer abspult, muss sich die 27-Jährige schonen.

Mehr als den linken Fuß hochlegen, ist für sie über die Feiertage schlicht nicht möglich.

Ihr Fauxpas in Annecy-Le Grand Bornand zwingt sie zur Unzeit zu einer längeren Zwangspause - der Weg zur Topform wird gut 40 Tage vor dem Start der Olympischen Spiele von Peking verdammt mühselig. Die Ärzte verordneten nach eingehenden Untersuchungen für zehn Tage ein komplettes Belastungsverbot, danach darf sie sich auch nur sukzessive wieder an die Vollbelastung herantasten.

Wettkämpfe vor Mitte Januar sind voraussichtlich nicht möglich, eine Teilnahme beim Heimweltcup in Oberhof scheint nahezu ausgeschlossen. Auch für die Rennen vor der eigenen Haustür in Ruhpolding vom 12. bis 16. Januar dürfte es eng werden - und danach bliebe schon nur noch Antholz für den letzten Feinschliff vor der Abreise nach Peking (5. bis 20. Februar).

Wie dringend die deutschen Biathletinnen Preuß in Topform brauchen, zeigte sich schon nach ihrem Ausfall beim Weltcup in Frankreich. Spitzenplatzierungen ohne die Frontfrau? Fehlanzeige! Für Preuß sei das »eine ganz blöde Situation«, hatte ZDF-Expertin Laura Dahlmeier gesagt. Eine Pause zu diesem Zeitpunkt fühle »sich sicher sehr lange an.« Dabei lief bis zum Treppensturz fast alles nach Plan. Drei Top-Acht-Ergebnisse gab es in den ersten vier Rennen, Preuß war mittendrin in der Weltspitze. Doch stattdessen muss sie wegen ihrer Fußverletzung nun erstmal den Wettlauf mit der Zeit gewinnen.

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