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Gladbachs angezählter Trainer Adi Hütter (l.) gratuliert seinem Leipziger Kollegen Domenico Tedesco zum Sieg.

Gelungener Tedesco-Einstand

(dpa). Droht der Fußball-Bundesliga schon wieder die Langeweile? Nach dem Patzer von Borussia Dortmund beim 1:1 in Bochum liegt der FC Bayern schon wieder sechs Punkte vorn, die Herbstmeisterschaft ist quasi am 15. Spieltag bereits gesichert. Und sonst? Die neuen Trainer Domenico Tedesco in Leipzig und Tayfun Korkut in Berlin feiern ihre ersten Siege.

Debüt: Schalke 04 führte er einst zur Vizemeisterschaft. Das sind auch die Ansprüche, die Domenico Tedesco bei RB Leipzig vorfindet. Und der Start lief für den Nachfolger von Jesse Marsch beim 4:1 gegen Borussia Mönchengladbach vielversprechend. »Tag für Tag ein bisschen was draufpacken und den Lernprozess anstoßen«, sei die Zielsetzung für die nächste Zeit, so der Coach. Mit 21 Punkten aus 15 Spielen hat RB noch Nachholbedarf.

Jubiläum: So jung hat noch kein Trainer seinen 100. Sieg in der Bundesliga gefeiert. Dieses Kunststück schaffte Julian Nagelsmann mit erst 34 Jahren beim 2:1 des FC Bayern gegen den FSV Mainz 05. Wichtiger sind dem ehrgeizigen Coach aber Titel. Und da ist er auf einem guten Weg. »Wir sind jetzt sechs Punkte vorne, anstatt nur vier. Das heißt viel Gutes, wenn wir am Dienstag die Leistung gegen Stuttgart bestätigen«, sagte Nagelsmann bei Sky. Nach dem frühen 1:0 durch Karim Onisiwo (22.) für die aufmüpfigen Mainzer, die nach einem Einsteigen von Dayot Upamecano gegen Jae-Sung Lee gerne noch einen Elfmeter zugesprochen bekommen hätten, brauchte es eine starke Willensleistung des Serienchampions. Kingsley Coman (53.) und Jamal Musiala (74.) drehten die Partie.

Krise I: 1:4, 0:6, 1:4 - die Gladbacher Krise verschärft sich immer mehr. Kaum zu glauben, dass die Borussia vor eineinhalb Monaten noch den FC Bayern mit 5:0 gedemütigt hatte. Muss sich Trainer Adi Hütter, der im Sommer für eine hohe Ablösesumme von Eintracht Frankfurt gekommen war, etwa Sorgen machen? »Wir befinden uns in einer gefährlichen Situation. Das Positive ist, dass wir schon am Mittwoch mit einem Sieg gegen Eintracht Frankfurt da einen Schritt heraus machen können«, sagte Hütter vor dem Duell mit seinem Ex-Club.

Krise II: Fünf Niederlagen in Serie, Aus in der Champions League, Platz zehn in der Liga - auch unter dem neuen Trainer Florian Kohfeldt geht es beim VfL Wolfsburg weiter abwärts. Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke fand die Kritik nach der Niederlage gegen Lille überzogen. »Der VfL Wolfsburg ist nicht die Schande des deutschen Fußballs«, sagte Schmadtke und nahm Kohfeldt in Schutz. »Er muss leider Gottes Dinge ausbaden, die in der Vergangenheit liegen«, sagte der Sportchef in Anspielung auf Kohfeldts Vorgänger Mark van Bommel.

Nachtreten: Das dürfte Vereinsidol Pal Dardai nicht gerne gehört haben. »Wir probieren, Fußball zu spielen, das ist der große Unterschied«, sagte Suat Serdar nach dem 2:0 von Hertha BSC gegen Arminia Bielefeld und dem ersten Sieg unter Dardais Nachfolger Tayfun Korkut. Und laut Kevin-Prince Boateng sei das Team »in den letzten zwei Wochen enger zusammengerückt«. Fraglich bleibt, ob der Sieg gegen den Tabellenvorletzten als Gradmesser dient.

Schiedsrichter-Ärger: Eigentlich sollten die ewigen Debatten über die Schiedsrichter mit der Einführung des Video-Assistenten aufhören. Doch weit gefehlt. Letzte Woche fühlten sich die Dortmunder benachteiligt, dieses Mal der SC Freiburg und der FSV Mainz. »Lucas Höler wird runtergerissen im Mittelfeld, und es wird gepfiffen: Freistoß für Hoffenheim. Ich habe Verständnis für viele Dinge, aber da hört’s dann auf«, schimpfte Freiburgs Coach Christian Streich über die entscheidende Szene zum 2:1 der Hoffenheimer. Und die Mainzer monierten beim 1:2 einen nicht gegebenen Elfmeter: »Hätte ich die Wiederholung gesehen wie der liebe Schiri im Videoraum, wäre es schwer gewesen für mich, ohne Gelbe Karte rauszukommen«, sagte Trainer Bo Svensson.

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