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Getrübte Freude

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Der bärenstarke Lucas Hernandez (r.) köpft gegen Barcelonas Marc-Andre ter Stegen den Führungstreffer für den FC Bayern. Später verletzt er sich und fällt wochenlang aus. © DPA

Der FC Bayern ist auf seiner Titelmission in der Königsklasse auf Kurs. Doch die Sorgen bleiben, vor allem die schwere Verletzung von Lucas Hernandez drückt die Stimmung.

Robert Lewandowski verließ die Allianz-Arena kurz vor Mitternacht fluchtartig. Kommentieren wollte der enttäuschte Torjäger seine missglückte Rückkehr nach München nicht. Leon Goretzka schwärmte dagegen von einem »Fußballfest« - doch Feierlaune wollte auch beim FC Bayern nach dem glücklichen 2:0 (0:0) im Champions-League-Klassiker gegen den FC Barcelona nicht so recht aufkommen.

Vor allem die schwere Verletzung des zuletzt bärenstarken Lucas Hernandez drückte die Stimmung. Der Abwehrchef zog sich in der Nachspielzeit einen Muskelbündelriss im linken Adduktorenbereich zu und fällt mehrere Wochen aus. Immerhin konnten die Bayern bei den ebenfalls angeschlagenen Benjamin Pavard und Dayot Upamecano am Mittwoch Entwarnung geben.

Zur schlechten Nachricht von Hernandez, immer noch teuerster Bundesliga-Einkauf, kamen eine ganz schwache erste Hälfte und die Nachwirkungen von zuletzt nur drei Remis in der Bundesliga. Goretzka sah sich deshalb genötigt, Berichte über vermeintliche Unruhe und erste Risse im Münchner Luxuskader vehement zu dementieren.

»Die ganzen angeblichen Probleme in der Kabine sind derart konstruiert, dass mich das echt ärgert. Wir verstehen uns alle super in der Mannschaft. Wir sind alle zufrieden und wissen auch, dass wir viele Spiele haben und dass jeder mal von Anfang an spielen muss«, sagte Goretzka bei Amazon Prime Video. Auch Sportvorstand Hasan Salihamidzic sprach trotzig von »sehr guter Stimmung in der Mannschaft«.

Das Spiel gegen Barcelona trug aber nur bedingt dazu bei. Die Bayern konnten vor der Pause von Glück reden, dass ihr ehemaliger Torgarant Lewandowski ungewohnte Abschlussschwächen zeigte. »Der Robert«, sagte Präsident Herbert Hainer mit einem Schmunzeln, »hat eben immer noch ein Herz für den FC Bayern.«

Auch Salihamidzic war »verwundert, dass er daraus kein Tor gemacht hat. Das war gut für uns«. War es. Denn ansonsten hätte den 45 Minuten lang fahrigen Münchnern mit einem erneut schwachen Superstar Sadio Mané (»Natürlich kann ich es viel besser«) nach 29 Gruppenspielen in der Königsklasse die erste Pleite gedroht - und dazu noch äußerst unruhige Wochen der Wahrheit.

So aber freuten sich die Rekord-Bayern, die in den anstehenden Spielen gegen Viktoria Pilsen (4. und 12. Oktober) in der starken Gruppe C bereits klar die Weichen Richtung Achtelfinale stellen könnten, über Tore des starken Hernandez (50.) und von Leroy Sané (54.) sowie über eine deutliche Leistungssteigerung in Durchgang zwei. »So spielt man in der Champions League, alles war besser«, sagte Salihamidzic zufrieden. Trainer Julian Nagelsmann lobte »deutlich mehr Tempo, Effizienz und Selbstvertrauen«.

Vorstandschef Oliver Kahn wollte sich davon nicht blenden lassen. Man sei »gut beraten, nicht zu übertreiben und in Euphorie zu verfallen«, warnte er: »Es gibt immer noch Phasen, wo wir besser spielen können.« Außerdem sei der fünfte Sieg in Folge gegen Barca nur dann »besonders viel wert, wenn wir jetzt nachziehen und in Augsburg gewinnen«. Die Bayern sind nach den jüngsten Enttäuschungen und nur Platz drei in der Liga vor dem Derby am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim FCA gewarnt.

Eine böse Geburtstagsüberraschung erlebte indes Bayern-Star Thomas Müller: Während des Spiels wurde bei ihm offenbar eingebrochen. Dies berichtete die »Bild«-Zeitung. Die Polizei bestätigte einen Einbruch in Otterfing. Dort lebt Müller im Gemeindeteil Wettlkam. Es seien »mehrere unbekannte Täter in ein Einfamilienhaus in der Gemeinde Otterfing eingebrochen«, teilte die Polizei mit. Dabei seien »Bargeld, Schmuck und Wertgegenstände im mittleren sechsstelligen Bereich« entwendet worden. Von den Tätern fehle bislang jede Spur.

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