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Gewaltiger können Gegensätze nicht sein

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(dur). Er hat es schon wieder getan, der kleine Zauberer Pedri. Am Sonntagabend im Spitzenspiel zwischen dem FC Barcelona und dem FC Sevilla kommt der 19 Jahre alte Barca-Wunderknabe an den Ball, 20 Meter vor dem Tor, er täuscht an, lässt Ivan Rakitic ins Leere grätschen, schlägt den nächsten Haken; Diego Carlos rauscht heran, noch eine Finte, die Abwehrkante springt ins Nichts - und dann der platzierte Rechtsschuss aus 17 Metern flach unten ins Eck.

1:0, Siegtreffer, Camp Nou steht Kopf, selbst der besonnene Trainer Xavi flippt aus.

Dribbelfloh Pedri, 80 Millionen Euro schwer und mit einer Ausstiegsklausel von einer Milliarde (!) Euro bedacht, hat den FC Barcelona mit diesem Zaubertor im Alleingang auf Rang zwei der spanischen Fußball-Meisterschaft geschossen - so ähnlich wie er erst kürzlich auf internationaler Bühne gegen Galatasaray getroffen und die Spanier ins Viertelfinale bugsiert hatte. »Er ist ein Spieler der Superlative«, schwärmt Barca-Legende Xavi: »Es gibt keinen wie ihn.«

Die Katalanen sind rechtzeitig wieder ins Rollen gekommen, haben sich aus ihrer tiefen Krise befreit und sind von Platz neun ab immer weiter nach oben geklettert. In La Liga sind sie seit 14 Partien unbesiegt, haben sechs Siege in Serie gefeiert. Coach Xavi ist am Sonntag dann sogar gefragt worden, ob vielleicht der Meistertitel noch drin sei, obwohl Real Madrid schon zwölf Punkte weit entflohen ist. »Wir werden weiter um die Meisterschaft kämpfen, solange es mathematisch möglich ist«, antwortete er. Xavi wurden noch viele weitere Fragen gestellt - aber keine zum nächsten Gegner in nur wenigen Tagen, von Eintracht Frankfurt war gar nicht die Rede, so, als gebe es gar kein Viertelfinalhinspiel in der Europa League am Donnerstag (21 Uhr/RTL) im Frankfurter Stadtwald. Ziemlich sicher scheint: Für den FC Barcelona ist die Eintracht ein Sparringspartner, den man im Vorbeigehen aus dem Weg zu räumen gedenkt.

Gewaltiger könnten die Gegensätze nicht sein, denn für die Eintracht ist die Partie gegen den Renommierklub die größte Begegnung seit mehr als einem halben Jahrhundert. Die Eintracht hätte für das Hinspiel am Donnerstag (21 Uhr/RTL) im Waldstadion auch 300 000 Tickets verkaufen können, zuschauen dürfen letztlich nur 48 500. »Das sind Spiele, an die erinnert man sich sein Leben lang«, sagt Verteidiger Tuta. Der Brasilianer glaubt tatsächlich, »dass sich Barcelona über das Los Eintracht nicht gefreut hat«. In Wahrheit war es den Spaniern eher egal. Die zweitklassige Europa League ist nicht der Wettbewerb, über den sich die Glorreichen aus Katalonien definieren, die Eintracht nicht der Gegner, der ihrer würdig erscheint, eben ein No-Name. Eine Durchgangsstation. Werden mal eben weggefidelt.

Diese Einstellung aber könnte die Chance für die Eintracht sein. Sollte Barca die Frankfurter unterschätzen und der Schlendrian erwachen, hätte die Eintracht vielleicht eine Chance, das Wunder zu schaffen, denn rein fußballerisch hat sie gegen den übermächtigen Kontrahenten eigentlich keine Chance.

Glasner sieht es als Vorteil, dass die Eintracht, anders als beim tranigen 0:0 gegen Fürth, nicht selbst das Spiel machen muss. »Wir sind der Underdog, es wird mehr Raum für uns geben, da tun wir uns leichter«, betont der 47-Jährige: »Wir werden gute Kontersituationen bekommen, davon bin ich überzeugt.«

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