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Goldener Endspurt

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Leonie Walter und ihr Guide Pirmin Strecker tragen die deutsche Fahne zur Abschlussfeier ins Olympiastadion. © DPA

(sid). Die Gala der 15-jährigen Linn Kazmaier in der Loipe von Zhangjiakou, Anna-Lena Forster als Matadorin des Stangenwaldes von Yanqing - und dazu viele weitere Sternstunden: Das deutsche Team hat nicht nur wegen des goldenen Endspurts bei den 13. Paralympischen Winterspielen alle Erwartungen übertroffen. Die befürchtete Tristesse blieb aus, stattdessen blitzten reihenweise Glanzlichter auf.

Doch auch wenn es sportlich für Deutschland wie aus dem Bilderbuch lief - der russische Angriffskrieg auf die Ukraine warf einen Schatten auf die Spiele.

»Das Thema des Krieges kann man nicht ausschalten«, sagte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher. Zumindest auf den Loipen und Pisten habe das erhoffte »Fest des Sports« bis zum Erlischen des Paralympischen Feuers um 20.49 Uhr Ortszeit jedoch stattgefunden - auch aus deutscher Sicht. Mit viermal Gold, achtmal Silber und siebenmal Bronze landete Deutschland im Medaillenspiegel auf Rang sieben. Die 19 Medaillen entsprechen der Anzahl von Pyeongchang, nur vier Länder sammelten mehr Edelmetall.

»Es gab Glücksmomente für die ganze Mannschaft«, betonte Beucher: »Das ganze Team Deutschland Paralympics hat hier abgeliefert in einer wunderbaren Art und Weise. Ich bin überwältigt.« Er habe vor den Spielen nicht einmal im »Traum« an eine solche Ausbeute geglaubt, ergänzte Karl Quade. Doch die Lücken der zurückgetretenen Anna Schaffelhuber und der aus gesundheitlichen Gründen fehlenden Andrea Eskau wurden bestens gefüllt.

»Das Team hat eine Gesamtleistung abgegeben, die man sich besser nicht wünschen kann«, schwärmte Beucher: »Das sind alles Dinge, die wir im Ansatz nicht erwartet haben. Wir sind mit überschaubaren Erwartungen nach China gereist. Ich hätte mit allem gerechnet, aber damit nicht.« Selbst mit »Riesenoptimismus« habe er maximal »zehn Medaillen plus« und gerade so einen Platz unter den ersten Zehn im Medaillenspiegel für möglich gehalten, sagte Chef de Mission Quade.

Die Erfolge seien »in dieser Breite nicht zu erwarten« gewesen. Neben Forster, die mit zwei Gold- und zwei Silbermedaillen als erfolgreichste Deutsche glänzte, wuchsen auch zwei »Küken« über sich hinaus. Leonie Walter (18) holte vier Medaillen, darunter eine in Gold - als Belohnung durfte sie bei der Schlussfeier die Fahne tragen. Die drei Jahre jüngere Kazmaier sammelte gar noch einmal öfter Edelmetall. »Da wächst ein Weltnaturtalent heran«, frohlockte Beucher nach Kazmaiers Langlauf-Triumph am Samstag.

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