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Hasebe als SGE-Libero?

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Makoto Hasebe hat das Rüstzeug, die Eintracht-Abwehr bei West Ham zu führen. © IMAGO

Der Donnerstag rückt näher. Der Tag des Halbfinal-Hinspiels der Frankfurter Eintracht in der Europa League. Die Frage ist: Wie wird Trainer Glasner die Abwehr bei West Ham personell ausgestalten?

Man kann beim besten Willen nicht behaupten, dass West Ham United die Europa League als Beiwerk betrachten würde. Im Gegenteil. Die »Hammers« aus Ostlondon ordnen alles dem großen Halbfinale gegen die Eintracht unter, die Bedeutung des Wettbewerbs ist in etwa so bankturmhoch wie beim Gegner aus Frankfurt. Was Wunder? Erfolge pflastern nicht wirklich den Weg der Engländer, der letzte nationale Titel, der FA Cup, datiert aus dem Jahr 1980. International holte West Ham zuletzt immerhin den sagenumwobenen Intertoto-Cup, 1999 im Finale gegen den FC Metz. Mehr war nicht in den letzten vier Jahrzehnten.

Und so fokussiert sich der Klub nun auf die Europa League, weshalb sich Trainer David Moyes auch nicht scheute, beim Ligaspiel am Sonntag beim FC Chelsea eine bessere B-Elf aufzubieten und gleich sechs Stammkräfte zu schonen. Die 0:1-Niederlage nahm West Ham, in der Premier League auf Rang sieben, billigend in Kauf. Was soll’s? Am Donnerstag zählt’s.

In Frankfurt wissen sie, was auf sie im Olympiastadion zurollen wird. Die Hürde wird allenthalben als höher eingeschätzt als die, die sich mit dem FC Barcelona in den Weg stellte, auch wenn sich das vordergründig seltsam anhören mag. Doch die Hammers haben eine unangenehme Mannschaft am Start, die voll im Tunnel gen Sevilla ist; Sevilla, der Sehnsuchtsort, der Endspielort.

Eintracht-Trainer Oliver Glasner muss ausgerechnet im ersten Halbfinale am Donnerstag (21 Uhr) in London seine Startelf umbauen, im Mittelfeld fällt Kristijan Jakic gelbgesperrt aus, was schon ärgerlich, aber kein Beinbruch ist. Kapitän Sebastian Rode hat zuletzt gezeigt, dass sein Körper die Belastungen wieder besser toleriert. Fußballerisch bewegt sich der Routinier ohnehin auf einem ungleich höheren Niveau als der Kroate. Und auch Djibril Sow hat seine Zerrung im Knie rechtzeitig auskuriert, sodass die Eintracht ein lauf- und kampfstarkes Mittelfeldzentrum aufbieten kann. Nicht ganz unwichtig. Sehr viel schwerer wiegt der Ausfall von Abwehrspieler Evan Ndicka, der beim Auswärtscoup in Barcelona in der allerletzten Minute die Ampelkarte sah. Das ist insofern schlecht, weil sich der 22 Jahre alte Franzose zum absoluten Souverän im Deckungsverbund aufgeschwungen hat. Erschwert wird die Angelegenheit dadurch, dass Ndicka als linkes Glied der Dreierkette fungiert, ein weiterer Verteidiger mit starkem linken Fuß aber nicht im Aufgebot steht - außer Martin Hinteregger. Der 29-Jährige gibt zurzeit jedoch den Abwehrchef, hält in der Mitte den Laden zusammen. Was also wird Glasner tun?

Es gibt die Möglichkeit, Makoto Hasebe als Libero einzubauen und Hinteregger nach links zu schieben. Der 38-Jährige ist der klügste und beste Fußballer, ein Stratege mit der Gabe der Antizipation. Nachteil: Hasebe ist nicht der Schnellste, Zweikampf- und Kopfballstärkste. Sollte sich Glasner gegen Hasebe und für mehr Wucht und Zweikampfstärke in der Abwehr entscheiden, würde Almamy Touré einspringen. Der 25-Jährige hat aus dem Stand weg in Barcelona eine herausragende Leistung gebracht. Das Problem: Rechtsfuß Touré müsste auf der falschen Seite spielen. Noch, sagt Trainer Glasner, habe er sich nicht entschieden, doch klar ist: »Eine der beiden Optionen wird es werden« bei West Ham United.

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