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HSV trotz Querelen an der Spitze

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(dpa). Die beste PR-Abteilung des Hamburger SV trägt kurze Hosen. Auf dem Rasen liefern die Spieler des erstarkten HSV die positiven Schlagzeilen. Ungeachtet der ewigen Unruhe auf den Führungsebenen zieht das Team in der 2. Fußball-Bundesliga seine Bahn. »Jetzt sind wir da, wo wir hinwollen«, sagte HSV-Trainer Tim Walter nach dem hochverdienten 2:0 (1:

0)-Erfolg im Spitzenspiel über Fortuna Düsseldorf. Denn seine Mannschaft steht wie erhofft auf einem direkten Aufstiegsplatz, den sie am Samstagabend mit dem vierten Sieg in Serie festigte. Da der SC Paderborn am Sonntag in Fürth (1:2) patzte, führt der HSV die Tabelle allein mit 21 Punkten vor dem SCP (19) und Darmstadt 98 (18) an.

Die größte Gefahr für das HSV-Projekt Aufstieg lauert im Verein selbst. Im Mittelpunkt: Finanzvorstand Thomas Wüstefeld. Der 53-Jährige sieht sich mit Vorwürfen im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Medizinunternehmer konfrontiert. Es geht um Millionenklagen, eine mögliche Strafanzeige wegen Untreue und angeblich illegal verkaufte Medizinprodukte. Wüstefeld weist alle Vorwürfe zurück. Für Wirbel in der Hansestadt sorgte aber auch, dass das »Hamburger Abendblatt« ein bis zu 200 Millionen Euro teures Bauprojekt am Volksparkstadion präsentierte. Dabei muss der klamme Verein die Arena erst einmal fit machen für die EM 2024. Auch Wüstefelds Vorschlag, wieder einen Vorstandsvorsitzenden zu inthronisieren, trägt nicht zur Entspannung bei. Er ist ein Affront gegen Sportvorstand Jonas Boldt, dessen Verhältnis zu Wüstefeld ohnehin zerrüttet ist. Auf dem Feld gefeiert wurde Bakéry Jatta. Erst bereitete der 24-Jährige im Vollsprint über seine rechte Seite per Klassevorlage die HSV-Führung vor - Robert Glatzel musste nur noch zu seinem sechsten Saisontor abstauben (21.). In der Schlussminute war es dem überragenden Außenstürmer aus Gambia vorbehalten, per Kopf für die Entscheidung zu sorgen.

Darmstadt 98 kam unterdessen zu einem 2:0 (2:0) gegen den 1. FC Nürnberg. Überschattet wurde die Partie von einer Szene in der 65. Minute, als der Darmstädter Tobias Kempe bei einem Eckball von einem aus dem Nürnberger Fanblock geworfenen Becher am Kopf getroffen wurde - die Partie wurde nach einer kurzen Unterbrechung fortgesetzt. Für die Gastgeber trafen Kempe (8.) und Phillip Tietz per Kopf (27.). Darmstadt ist nun seit bereits acht Liga-Spielen ohne Niederlage.

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