1. Startseite
  2. Sport
  3. Sportmix

Ibiza-Kurztrip als neue Baustelle

Erstellt: Aktualisiert:

imago1011711838h_030522_4c
Benjamin Pavard und seine FCB-Teamkollegen machen sich nach der 1:3-Niederlage in Mainz auf den Weg nach Ibiza. © IMAGO

(sid/dpa). Das Wetter hätte etwas besser sein können. Maximal 21 Grad Celsius und dazu leichter Regen waren vermutlich nicht unbedingt das, was sich die Spieler des FC Bayern von ihrem Kurztrip nach Ibiza erwartet hatten. Und dann erst der Stress: Samstag gleich nach der Blamage beim FSV Mainz 05 (1:3) hin, Montag schon wieder zurück, Dienstag um 14.

00 Uhr öffentliches Training. Sportvorstand Hasan Salihamidzic spielte es herunter als »teambildende Maßnahme«.

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus konnte ob dieser »Ibiza-Affäre« nur den Kopf schütteln. »Nach diesem Spiel geht das schon mal gar nicht«, sagte er bei Sky90, »nicht nur wegen den Spielern, auch wegen der Außendarstellung.« Die Anhänger der Münchner ärgerten sich über die Leistung der Mannschaft, »und dann fahren die Spieler in den Urlaub«. An Trainer Julian Nagelsmanns Stelle hätte er »härter« durchgegriffen und die beiden freien Tage gestrichen.

Der Kurztrip war angeblich angekündigt, wie Salihamidzic angesichts der aufkommenden Aufregung eiligst betonte. »Vergangene Woche haben uns die Spieler darüber informiert, dass sie die beiden trainingsfreien Tage in der Gruppe auf Ibiza verbringen möchten«, sagte er auf Anfrage von Münchner Medien und fügte hinzu: »Wir haben das als teambildende Maßnahme akzeptiert.« Akzeptieren klingt nicht nach Begeisterung.

Salihamidzic sah offenkundig einen erheblichen Bedarf an Rechtfertigung für den Ausflug. Die Mannschaft habe sich »noch höhere Ziele in dieser Saison gesetzt und ist seit dem Ausscheiden in der Champions League sehr mit sich und ihrem künftigen Weg beschäftigt«, sagte er und ergänzte: Aus Niederlagen könne Stärke erwachsen, das wisse er aus seiner Spielerzeit, »so eine gemeinschaftliche Aktion der Mannschaft kann hier eine wichtige Grundlage sein«. Wobei gemeinschaftlich doch eher übertrieben ist. Nach Recherchen der »Bild« fehlten gleich acht Spieler auf dem Kurztrip: allen voran Manuel Neuer, immerhin der Kapitän, und Thomas Müller. Nicht auf der Balearen-Insel dabei waren angeblich auch Dayot Upamecano, Kingsley Coman, Niklas Süle, Bouna Sarr, Marcel Sabitzer und Sven Ulreich.

Es ist vor allem das Timing, das nach der gewonnenen Meisterschaft und der peinlichen Abreibung in Mainz für Kopfschütteln sorgte. »Ich würde so etwas auf jeden Fall nicht erlauben«, sagte Hertha-Trainer Felix Magath, der sich angeblich um die Ernsthaftigkeit der Münchner an den verbleibenden zwei Spieltagen sorgt: Am Sonntag spielt der FC Bayern gegen den VfB Stuttgart, Hertha-Konkurrent im Abstiegskampf.

Unterdessen hat der FC Barcelona Medienberichte über ein angebliches Treffen mit dem Berater von Bayern-Stürmer Robert Lewandowski dementiert. »Ich kann Ihnen versichern, dass es kein Treffen mit Lewandowskis Vertreter gegeben hat. Wenn ein Spieler einen gültigen Vertrag hat, wenden wir uns zunächst an seinen Verein«, sagte der Fußballdirektor des spanischen Vereins, Mateu Alemany, am späten Sonntagabend im Fernsehsender Movistar+. Zu möglichen Gesprächen mit Bayern über einen Wechsel des 33 Jahre alten Polen zu den Katalanen wollte Alemany unterdessen nichts sagen.

Auch interessant