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Im Team eine Bank

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(sid). Der 30-jährige Stephan Leyhe hat den großen Auftrag an den elfjährigen Stephan Leyhe längst erfüllt. Ein kecker Steppke war der junge Willinger, als er 2003 im Tiger-enten-Club der ARD sein Vorbild Sven Hannawald interviewte. »Warum ist es ein Traum, Skispringer zu sein?«, fragte Leyhe damals. »Hanni« antwortete: »Mach es nach! Dann weißt du es.

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Wenn Leyhe am Wochenende beim Weltcup in seiner Heimat Willingen antritt, lebt er den Traum vom Fliegen schon seit fast einem Jahrzehnt auf höchstem Niveau. Dort, wo er 2020 seinen ersten Weltcup-Sieg feierte, bestreitet der Sportsoldat die Generalprobe für seine zweiten Olympischen Spiele. Dass der mit seinem ruhigen und feinhumorigen Wesen für das deutsche Team so wichtige Hesse zum Peking-Tross gehören wird, ist eine durchaus bemerkenswerte Geschichte.

»Ich bin überglücklich. Seit meiner Verletzung hatte ich immer im Hinterkopf, bis Olympia wieder fit sein zu wollen«, sagt Leyhe. Als er vor zwei Jahren auf der Mühlenkopfschanze triumphierte, befand sich der Spätstarter, der erst mit 23 im Weltcup debütierte, in der Form seines Lebens. 32 Tage später bremste ein Kreuzbandriss in Trondheim Leyhes Höhenflug brutal aus - die komplette Saison 2020/21 verpasste er.

»Ich bin ein Typ, der einfach ein bisschen länger braucht. Aber wenn ich mir die Zeit nehme und die Sicherheit habe, dann weiß ich: Es hält zu 100 Prozent und es funktioniert«, sagt Leyhe über seine lange Pause. Das warnende Beispiel von Teamkollege Severin Freund vor Augen, der nach einem Kreuzbandriss schnell zurückkehrte und wieder die gleiche Verletzung erlitt, hatte er stets vor Augen.

Die Geduld hat sich gelohnt: Der »Preuße«, der als einziger DSV-Adler im aktuellen Weltcup-Team nicht aus Bayern stammt, ist in seiner Comeback-Saison Top-10-Stammgast, hat sich als Nummer drei hinter Karl Geiger und Markus Eisenbichler etabliert. Der Wahl-Schwarzwälder ist besonders im Team-Wettbewerb unverzichtbar: Beim WM-Titel 2019 in Innsbruck und Olympia-Silber 2018 war Leyhe eine Bank. Und das soll sich 2022 bei den Spielen in Peking natürlich für Leyhe wiederholen.

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