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In Israel gefordert

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(dpa). Beim berührenden Zeitzeugen-Gespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Zvi Cohen rückte der Fußball für die deutschen U21-Nationalspieler für einige Stunden in den Hintergrund. Am Tag danach lag der Fokus der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes wieder auf der anstehenden Aufgabe in der EM-Qualifikation. »Gegen Israel haben wir ein wichtiges Spiel vor der Brust.

Wenn wir da auch drei Punkte einfahren, dann sieht es ganz gut aus«, sagte der Kölner Jan Thielmann vor dem Duell des Gruppenersten Deutschland beim Verfolger in Petach Tikwa am Dienstag (17 Uhr/ProSieben Maxx).

Bei einem Sieg hätte der Titelverteidiger bereits fünf Punkte Vorsprung auf Israel und damit zwei Spieltage vor Qualifikations-Ende einen großen Schritt in Richtung EM-Ticket gemacht. »Das ist ein sehr wichtiges Spiel für uns, weil es um wichtige Punkte geht«, sagte Verteidiger Marton Dardai von Hertha BSC, der am vergangenen Freitag beim 4:0 gegen Lettland in Aachen in der U21 von Coach Antonio Di Salvo debütiert hatte. »Wir sind fokussiert und bereit.«

Nach einer Woche voller Personalsorgen mit dem erhofften Sieg gegen Lettland als Abschluss nutzen die DFB-Fußballer die Reise nach Tel Aviv auch zum Verschnaufen. Bei einer Runde Fußball-Tennis an der Strandpromenade konnten Kapitän Jonathan Burkardt und Co. nach der Ankunft den Sonnenschein genießen.

Doch auch die historische Dimension der Reise nach Israel hat das junge Team im Blick. Beim Gespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Zvi Cohen tauchten die Profi-Fußballer tief ein in die deutsche Geschichte. Der heute 90-Jährige war als Kind 1943 mit seinen Eltern in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert worden. »Das ist sehr interessant für uns, Impressionen von jemandem zu bekommen, der das hautnah mitbekommen hat«, sagte Thielmann schon vor dem Gespräch. Und auch der 42-jährige Di Salvo kündigte an, dass sein Team während des kurzen Israel-Trips »die Geschichte aufsaugen« werde.

Tags darauf startete das Team mit der finalen Vorbereitung auf die Partie in Israel. Wie stark der Gegner einzuschätzen ist, wissen Di Salvo und seine Mannschaft spätestens seit dem Hinspiel, als die deutsche Auswahl beim Debüt des Nachfolgers von Stefan Kuntz erst in der Schlussphase ein 1:2 noch in einen umjubelten 3:2-Sieg drehte. »Wenn wir mit derselben Einstellung ins Spiel gehen, wird es dieses Mal nicht ganz so spannend werden«, prophezeite Thielmann.

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