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In Topform zur Tournee

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Karl Geiger trumpft in Engelberg mächtig auf. © AFP

Karl Geiger hat eine fast perfekte Generalprobe für die Vierschanzentournee gefeiert. Sein großer Rivale schnappte ihm am Sonntag aber den Sieg weg.

Karl Geiger stand mit leuchtenden Augen vor dem Bergidyll der Zentralschweiz und freute sich diebisch über eine traumhafte Generalprobe für die Vierschanzentournee. »Das war mega cool«, sagte der Oberstdorfer nach seiner Gala in Engelberg, wo er nach seinem grandiosen Sieg im ersten Springen mit Platz zwei am Sonntag seine Ausnahmeform unterstrich.

Im Gelben Trikot des Weltcup-Spitzenreiters wird Geiger zum Tourneestart in seiner Heimat reisen - und in dieser Topform ist der erste deutsche Gesamtsieg seit Sven Hannawald vor 20 Jahren greifbar.

»Das war ein sehr gutes Wochenende, ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden«, meinte Geiger, »ich freue mich jetzt sehr auf die Tournee und den Auftakt in Oberstdorf.« Dort könnte es zum großen Duell um den Goldadler gegen den Japaner Ryoyu Kobayashi kommen. Am Samstag hatte der 28 Jahre alte Skiflug-Weltmeister noch knapp die Nase vorne gehabt und seinen elften Karrieresieg gefeiert - den ersten hatte er vor drei Jahren ebenfalls in Engelberg geholt. Am Sonntag schlug Kobayashi dann zurück und siegte mit Sprüngen auf 132,5 und 136,5 m (306,0 Punkte) deutlich vor Geiger (293,8/135,0+131,5) sowie dem Norweger Marius Lindvik (293,5).

»Kobayashi hat im Moment einfach eine Überform«, sagte Geiger, der im Gesamtweltcup dennoch klar mit 594 zu 496 Punkten vor dem Japaner führt. Und deshalb ging Geiger auch mit riesigem Selbstbewusstsein und einem guten Gefühl in die kurze Weihnachtsruhe bei Ehefrau Franziska und Töchterchen Luisa, am Mittwoch gerade ein Jahr alt geworden. Und quasi vor der Haustür will er dann am 29. Dezember beim Tourneeauftakt am Oberstdorfer Schattenberg richtig angreifen.

Dass er für den ganz großen Coup die nötige mentale Stärke besitzt, unterstrich er am Sonntag. Als letzter Starter im ersten Durchgang musste er wegen kritischer Windbedingungen vor seinem Sprung quälende Minuten lang ausharren, zeigte aber dennoch einen tadellosen Sprung.

Schon am Samstag hatte Geiger mit großer Nervenstärke triumphiert. Als vorletzter Springer musste er im zweiten Durchgang ran, direkt vor ihm hatte Kobayashi mit der Tagesbestweite von 140,5 m mächtig Druck aufgebaut. Doch Geiger konterte unbeeindruckt mit 140,0 m. Der folgende Slowene Timi Zajc patzte - Geigers zweiter Saisonsieg vier Wochen nach dem Auftakterfolg in Nischni Tagil war perfekt. »Er hat seinen idealen Sprung gesucht, den hat er gefunden«, meinte Bundestrainer Stefan Horngacher.

Ein Wochenende zum Vergessen erlebte hingegen Markus Eisenbichler. Nach Platz 27 am Samstag auf der von ihm ungeliebten Schanze (»Die spricht nicht mit mir«) hatte der sechsmalige Weltmeister schon »die Schnauze voll, das nervt mich«. Dass es am Sonntag noch schlimmer wurde und er als 35. den zweiten Durchgang verpasste, steigerte der Frust noch einmal: »Ich habe keine Ahnung und bin ratlos. Ich freue mich aber auf Weihnachten, um mal ein bisschen abzuschalten.«

Der Rest der »zweiten Reihe« zeigte zumindest am Sonntag ansprechende bis gute Leistungen. Zweitbester DSV-Adler war Pius Paschke auf einem starken achten Platz, Constantin Schmid schrammte als Elfter knapp an den Top 10 vorbei.

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