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Investor zornig auf Klubführung

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(sid). Lars Windhorst reichte es. 375 Millionen Euro investiert, wieder nur Abstiegskampf bekommen: Der Zorn des Investors von Hertha BSC hatte sich offenbar über Monate angestaut - und entlud sich nun gegen die Klubführung. Dies ging gar so weit, dass er sein Engagement als Fehler bezeichnete. In Zeiten der sportlichen Schieflage kommt ein solcher Brandherd zur Unzeit.

»Ich habe darauf gesetzt, dass bei Hertha rational und in die Zukunft denkende Leute das Sagen haben, die auch nachhaltig den Erfolg wollen«, sagte Windhorst dem Wirtschaftsmagazin »Capital«. Zuletzt habe er jedoch erkannt, dass es einigen Leuten im Verein in erster Linie um »Machterhalt und Klüngelei« gehe. Genau zwei Jahre nach dem geräuschvollen Abgang von Jürgen Klinsmann wiederholen sich damit die damaligen Vorwürfe des prominenten Ex-Aufsichtsrats und Ex-Trainers gegen die Bosse des dauerkriselnden Hauptstadtclubs.

Namen nannte Windhorst nicht, in der Verantwortung stehen bei Hertha vor allem Vereinspräsident Werner Gegenbauer, Finanzchef Ingo Schiller und der im Sommer hinzugekommene Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic. Auf Nachfrage räumte Windhorst ein, sein Investment mittlerweile als Fehler zu betrachten: »Ehrlich gesagt, aus heutiger Sicht ja, leider. Bislang hat mir das Investment bei Hertha abgesehen von positiven Erfahrungen mit vielen Mitgliedern nur Nachteile gebracht.« Im Sommer 2019 war Windhorst bei der ausgegliederten Profiabteilung der Hertha eingestiegen, an der er 66,6 Prozent der Anteile hält. Insgesamt zahlte er über seine Tennor Group dafür rund 375 Millionen Euro.

Aktuell steht Hertha auf Platz 14 der Bundesliga-Tabelle und nur einen Punkt vor dem Relegationsrang 16. An einen Rückzug denkt Windhorst aber nicht. »Ich lasse mir von niemandem dort 375 Millionen Euro verbrennen und werde darum niemals aufgeben«, sagte er. Er werde »das Investment zum Erfolg führen, auch wenn es viel länger dauern wird als ursprünglich geplant«.

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