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Jan Ullrich sieht positiven Trend

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Jan Ullrich will helfen, sich aber nicht aufdrängen. © DPA

(dpa). Jan Ullrich sieht einen »positiven Trend« im deutschen Radsport. »Das deutsche Team Bora-hansgrohe macht seit Jahren richtig gute Arbeit, wird immer besser. Die haben das Potenzial, noch mehr positive Schlagzeilen zu schreiben. Ich sehe allgemein eine gute Entwicklung der deutschen Talente«, sagte der einzige deutsche Tour-de-France-Sieger im Interview der »Sport Bild«.

Mit Lennard Kämna habe Bora-hansgrohe einen »Rohdiamanten«: »Und wenn man den richtig behandelt, richtig schleift, dann kann der mal eine echte Bombe werden.« Kämna hat unter anderem bei der Tour de France als Etappensieger schon für Aufsehen gesorgt und will sich beim Giro d’Italia im kommenden Jahr erstmals bei einer großen Rundfahrt auf die Gesamtwertung konzentrieren.

Auch Ullrichs Leben dreht sich nach wie vor um den Radsport. »Davon habe ich Ahnung. Sportlicher Leiter eines Teams werde ich sicher nicht mehr werden. Aber wenn mich jemand braucht - ich bin offen für alles. Doch ich werde mich auf keinen Fall aufdrängen«, sagte der 49-Jährige, der nach eigenen Worten zuletzt wegen einer Corona-Infektion »richtig in den Seilen hing«.

Ullrich hatte vor 25 Jahren als bislang einziger Deutscher das wichtigste Radrennen der Welt gewonnen und einen Radsport-Boom in Deutschland ausgelöst. 2006 ging die Karriere des mehrmaligen Weltmeisters abrupt zu Ende, nachdem seine Verbindung zum Dopingarzt Eufemiano Fuentes publik geworden war. Dafür wurde er auch vom Internationalen Sportgerichtshof CAS später gesperrt. Danach sorgte Ullrich auch privat für viele Negativschlagzeilen.

Vor der Tour de France in diesem Sommer hatte eine ARD-Dokumentation für große Resonanz gesorgt. Darin war der Olympiasieger von 2000 aufgrund eines Amazon-Vertrags aber selbst nicht zu Wort gekommen. In der für 2023 geplanten Amazon-Dokumentation will Ullrich dann selbst über alle Themen sprechen, auch über Doping: »Ich hoffe, dass sich nach der Doku - wenn alle Themen noch mal diskutiert und dann auch hoffentlich endgültig abgeschlossen sind - vielleicht einige Türen wieder öffnen werden. Und ich dann freier durchs Leben gehen kann.«

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