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Simon Jocher sorgt für Furore.

Jocher mit »geiler Performance« in Gröden

(sid). Simon Jocher ließ einen Skistock lässig über seinem Helm kreisen und badete regelrecht im Applaus seiner geschlagenen Teamkollegen. Mit Platz acht im turbulenten Abfahrtsklassiker von Gröden setzte der 25-Jährige ein echtes Ausrufezeichen - und löste wie Josef Ferstl als Neunter das Olympia-Ticket. Alexander Schmid und Kira Weidle dagegen erlebten schwere Rückschläge.

Abfahrer Joch war »mega happy«, schließlich hatte er sich selbst verblüfft: »Damit hätte ich nie gerechnet, das ist mega cool.« Alpinchef Wolfgang Maier schwärmte: »Der Simon ist in seinem Altersbereich mit der Beste der Welt.« Sogar die Silber-Jungs Andreas Sander und Romed Baumann auf den Rängen elf und 18 hatte er beim überraschenden Sieg von Bryce Bennett (USA) abgehängt. Und das, obwohl er sich »nicht so gut« gefühlt hatte.

Das galt auch für die stark erkältete Weidle in Val d‹Isere. Platz 39 beim siebten Abfahrtssieg von Dominatorin Sofia Goggia (Italien) in Serie war indiskutabel. »Das gibt’s nicht«, sagte sie fassungslos im Ziel, weil ihr derselbe Fehler wie bei ihrem Trainingssturz unterlaufen war. Im Super-G, den ebenfalls Goggia gewann, sendete sie als 16. immerhin ein zartes Lebenszeichen.

Schmid verpasste in Alta Badia im ersten von zwei Riesenslaloms nach einem bösen Schnitzer das Finale. »Der Fehler ist ziemlich bitter, da hatte ich keine Chance mehr«, sagte der Allgäuer. Am Montag hat er die zweite Chance.

Jocher hat sich bereits glücklich in die Weihnachtspause verabschiedet. Typisch Gröden: Er raste mit der hohen Startnummer 51 in die Top Ten - erstmals in seiner Karriere. »Ein geiler Platz«, fand er. Ein bisschen geholfen hatte ihm dabei ein Malheur von Ferstl.

Jochers Zimmerkollege musste wegen eines Sturzes von Emanuele Buzzi (Italien) gleich zweimal auf die tückische Strecke im Schatten des Langkofel. »Mich hat’s g’scheit geärgert«, schimpfte Ferstl. Doch als er ein zweites Mal oben stand, hätten Jocher und er sich »gepusht. Ich habe gesagt: ›Hau dich runter, ich folge dir!‹«, berichtete Josef Ferstl. Was Jocher dann zeigte, sei »eine geile Performance« gewesen.

Es war nicht die einzige. Bennett düpierte im Schlüssel-Abschnitt Ciaslat-Wiese die Stars und raste zu seinem ersten Weltcup-Sieg. Danach wollte er »am liebsten gleich losheulen«. Wahrscheinlich, kündigte der Kalifornier an, »trinke ich ein Bier - oder zwei«.

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