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Keine perfekte Generalprobe

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Thomas Müller hat soeben getroffen, allerdings gegen Leverkusen zum 1:1 ins eigene Tor. © IMAGO

Ein historisches Eigentor von Thomas Müller, erneut viele Fehler und nur ein Remis bei der Königsklassen-Generalprobe: Bayern München offenbart vor den Wochen der Wahrheit weiterhin ungewohnte Schwächen.

Mit seinem historischen Eigentor wollte sich Thomas Müller nicht lange aufhalten. Seinen ungewöhnlichen Fauxpas hakte der Star von Bayern München genauso schnell ab wie das magere 1:1 (1:1) im Liga-Topspiel gegen Bayer Leverkusen.

Unter dem Hashtag »amdienstagzähltes« blickte Müller sofort in Richtung Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League. Nach dem 1:1 bei Red Bull Salzburg steht der Rekordmeister am Dienstag (21.00 Uhr/Amazon Prime) massiv unter Druck. Ein frühes Aus in der Königsklasse wäre fatal.

Doch an eine erneute Blamage wie bereits im DFB-Pokal (0:5 in Gladbach) denkt beim FC Bayern niemand. »Wir haben keine Sorgen in Bezug auf Dienstag«, betonte Trainer Julian Nagelsmann. Man habe in den ersten 30 Minuten gezeigt, »dass wir bereit sind für die Champions League«, ergänzte Müller mit Nachdruck.

Es war zunächst in der Tat ein dominanter Auftritt der Bayern - gekrönt durch den Treffer von Niklas Süle (18.). Doch nach Müllers erstem Eigentor im 615. Pflichtspiel für die Bayern (36.) offenbarten die Münchner einmal mehr in dieser Saison erhebliche Schwächen.

Man sei »ein bisschen zusammengefallen. Das darf uns nicht passieren«, kritisierte Süle bei Sky. Bei Rückschlägen habe die Mannschaft »ein bisschen weniger Selbstvertrauen«. Weniger Selbstvertrauen? Ausgerechnet die berühmten Mia-san-mia-Bayern?

Sein Team habe »zu viele leichte Fehler« produziert, monierte Nagelsmann: »Die Einladungen in so einer Phase müssen kleiner gedruckt sein.«

Seine Stars müssten davon »wegkommen, dass ich jetzt da rauszaubere. Bei einer spielerischen Lösung muss ich mir ganz sicher sein«, forderte der Bayern-Coach.

Es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, dass die Bayern in der Defensive bedenklich wackeln und den Gegner förmlich zu Toren und Großchancen einladen.

Alleine in der Rückrunde ließen sie in acht Spielen bisher acht Punkte liegen, dazu kam der wenig überzeugende Auftritt in Salzburg. Dass der Rekordmeister in der Liga dennoch neun Zähler vor Dortmund liegt, ist deshalb eher der Schwäche der Konkurrenz geschuldet.

Überbewerten wollen die Münchner ihre sich wiederholenden Aussetzer - vor allem Dayot Upamecano bleibt ein Unsicherheitsfaktor - aber nicht. Müller sprach von einem »wichtigen Teil unseres Prozesses in nicht so perfekten Wochen«.

Auch Nagelsmann war nicht bereit, »bei jedem Spiel, das nicht gewonnen wird oder zu 100 Prozent in die richtige Richtung läuft, Weltuntergangsstimmung herzustellen«, sagte er.

Generell werde es im Münchner Umfeld »zu schnell sehr unruhig«. Man dürfe, forderte der Bayern-Coach deshalb, »nicht alles schwarzmalen«. Es gebe im Moment viele Dinge, »die deutlich dunkler sind als die schönste Nebensache der Welt, wenn es mal nicht so gut läuft«.

Dennoch: Nagelsmann und seine Bayern müssen nun sportlich liefern. Ein Achtelfinal-K.o. gegen RB Salzburg in der Champions League würde die sportliche Lage in München massiv verschärfen. Deshalb, so Müller, müsse der FC Bayern gegen Salzburg »das Mia san mia rausholen. Pack mas!«

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