1. Startseite
  2. Sport
  3. Sportmix

Klosterhalfen landet Gold-Coup

Erstellt:

imago1013940835h_190822_4c
Überglücklich ist Konstanze Klosterhalfen nach ihrem Sieg über 5000 m. © IMAGO

(dpa). Die deutsche Rekordlerin Konstanze Klosterhalfen hat völlig überraschend den Titel über 5000 Meter bei der Leichtathletik-EM in München gewonnen. In 14:34,20 Minuten endete der Triumph-Lauf der 25 Jahre alte Weltmeisterschaftsdritten von 2019 am Donnerstag. »Das ist der schönste Moment in meinem Leben«, sagte Klosterhalfen. Über 10 000 Meter hatte die Leverkusenerin drei Tage zuvor als Vierte Edelmetall verpasst.

Es war der erste Doppelstart ihrer Karriere bei einem großen Titelkampf.

Auf den zwölften Platz kam Sara Benfares aus Rehlingen. Die Berlinerin Alina Reh musste aufgeben. Die türkische 10 000-Meter-Europameisterin Yasemin Can wurde Zweite in 14:56,91 Minuten vor der Britin Eilish McColgan (14:59,34). Klosterhalfen hatte bei der WM in Eugene in ihrer Wahlheimat geschwächt durch die Folgen einer Corona-Infektion das Finale über 5000 Meter verpasst.

Die Wettkämpfe waren am Finalabend von Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo unterbrochen worden. Grund war eine Unwetterwarnung. Die Zuschauer versuchten, dem Regen zu entkommen und sollten sich auf Bitten der Veranstalter im überdachten Bereich des Olympiastadions aufhalten. Die Warnung konnte nach einer halben Stunde aufgehoben werden und der packende Leichtathletik-Abend konnte beginnen.

Alexandra Burghardt ist dabei in das Finale über 200 Meter gesprintet. Die 28-jährige aus Burghausen, die bei Olympia in Peking Silber im Zweierbob gewonnen hatte, qualifizierte sich am Donnerstag in 23,05 Sekunden als Sechste für den Endlauf am Freitagabend. Corinna Schwab (Chemnitz) in 23,44 und Jessica-Bianca Wessolly (Mannheim) in 23,47 Sekunden glückte das erwartungsgemäß nicht. Mit persönlicher Bestzeit von 20,33 Sekunden zog der Kölner Joshua Hartmann als Halbfinal-Vierter in das Finale ein.

Gleich acht weitere Titel werden an diesem Freitag (20.20 Uhr/ZDF) bei den Europameisterschaften in München vergeben. Im Dreisprung-Finale der Frauen ist dann Neele Eckhardt-Noack aus Göttingen dabei, die in der Qualifikation mit 14,53 Metern die beste Weite vorlegte und den deutschen Rekord nur um acht Zentimeter verfehlte. Im Diskus-Finale startet der Magdeburger Henrik Janssen, gehört aber nicht zu den Favoriten.

Weber hat genug vom Blech

Um EM-Medaillen geht es bei Männer und Frauen auch jeweils über 200 Meter sowie die 400 Meter Hürden. Dort sind in Carolina Krafzik und Joshua Abuaku auch deutsche Teilnehmer am Start. Titel vergeben werden zudem über die 1500 Meter der Frauen, wo Hanna Klein im Finale steht, und über 3000 Meter Hindernis der Männer mit den deutschen Teilnehmern Karl Bebendorf und Niklas Buchholz.

Bereits am Vormittag gibt es die Vorläufe in den Staffelwettbewerben. Die deutsche Frauen-Sprintstaffel hatte vor einem Monat überraschend WM-Bronze gewonnen. Allerdings hat 100-Meter-Europameisterin Gina Lückenkemper angekündigt, auf den Vorlauf verzichten zu wollen. Sie musste nach ihrem Triumph in der Nacht zum Dienstag wegen einer Wunde am linken Knie genäht werden und hofft für den Fall des Final-Einzuges, dann am Sonntag dabei zu sein.

Ebenfalls heute steigt die Qualifikation der Speerwerfer mit Julian Weber. Doch einfach dürfte die Medaillenmission bei der Heim-EM nicht werden. Zwei Mal ging er bereits als großer Hoffnungsträger in den Kampf um das Podest - und zwei Mal reichte es nur für Platz vier. »Ich hoffe, es liegt kein Fluch auf der Zahl vier«, sagte der 27-Jährige dem »Münchner Merkur/tz« lachend. Sein Schicksal von Olympia in Tokio und der WM in Eugene soll sich am Sonntag im Münchner Olympiastadion bloß nicht wiederholen. »Ich bin in einer guten Verfassung und mega motiviert«, sagte der Sportsoldat vor der Qualifikation.

Weber, dieser stille Typ mit dem schnellen Arm, kommt mit 89,54 Metern als Europas Nummer drei nach Bayern. Der Mainzer ist zur deutschen Nummer eins aufgestiegen. Vorbei an Rekordhalter Johannes Vetter, der in München verletzt fehlt. Vorbei an Titelverteidiger Thomas Röhler, der völlig außer Form ist. »Jetzt bin ich weiter vorne, im Rampenlicht, und genieße es«, sagt Weber. »Es ist aber natürlich eine neue Situation, mit der man erst umgehen muss.« Leicht fiel ihm das keineswegs.

In Tokio fehlten 14 Zentimeter, in den USA 123 Zentimeter zu einer Medaille. Keine Frage: Weber zeigte jeweils gute Leistungen. Doch der Druck bremste ihn. Das soll diesmal anders werden.

_1SPOHSPORT201-B_104909_4c
Alexandra Burghardt (M.) stürmt ins 200-m-Finale. © DPA

Auch interessant