1. Startseite
  2. Sport
  3. Sportmix

Köln schnuppert an Europa

Erstellt: Aktualisiert:

_1SPOHSPORT8-B_175941_4c
Tor für den 1. FC Köln: Anthony Modeste (l.) trifft in der 30. Minute zur 1:0-Führung, Berlins Jordan Torunarigha kommt zu spät, Torwart Alexander Schwolow ist geschlagen. © DPA

Der 1. FC Köln hat seine gute Form mit ins neue Jahr genommen. Bei Hertha BSC agiert die Baumgart-Elf ziemlich clever. Der Lohn sind drei Punkte und der Sprung in die Europacup-Zone. Von der ist Berlin ziemlich weit entfernt.

Steffen Baumgart rückte erleichtert seine Schiebermütze zurecht und reckte vor der spärlich besetzten Tribüne die Finger in die Höhe. Cool, cooler, Köln. Enorm effektiv hat der 1. FC Köln seinen Aufwärtstrend in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt und nach dem 3:1 (2:0) bei Hertha BSC den Sprung auf einen Europacup-Platz geschafft. Anthony Modeste (30. Minute), der Ex-Berliner Ondrej Duda (32.) und Jan Thielmann (90.+1) erzielten am Sonntag im lausig kalten Olympiastadion zum Rückrunden-Auftakt in der Fußball-Bundesliga die Treffer für die Geißbock-Elf.

Drei Siege in Serie und vier Auswärtsspiele ohne Niederlage hievten die Kölner auf Platz sechs. »Es waren schwierige Bedingungen, das galt für beide Mannschaften. Wir haben viel von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir hätten das vierte und fünfte machen können. Hertha kam eher über Standardsituationen. Wir haben immer wieder versucht, nach vorne zu spielen. Die Spielanlage hat gestimmt. Die Jungs haben das gut gemacht. Ich bin komplett zufrieden«, sagte Kölns Trainer Baumgart bei DAZN, und Luca Kilian blickte bereits auf das Spiel gegen Branchenprimus FC Bayern am nächsten Wochenende: »Wir versuchen sie wieder zu ärgern.«

Für die glücklose Hertha, für die Vladimir Darida (57.) nur verkürzen konnte, endete hingegen eine Serie von fünf Heimspielen ohne Niederlage. Der Relegationsplatz bleibt als Drohkulisse nur drei Zähler entfernt. Die in Berlin erlaubten gut 3000 Zuschauer quittierten die nach dem Kölner Doppelschlag insgesamt zu mutlose Leistung mit Pfiffen.

»Wir hatten in der ersten Halbzeit Möglichkeiten, das Tor zu machen. Dann waren wir 0:1 hinten. Das ist schade. Nach dem 1:2 waren wir dran. Wir haben es mit dem Ball gut gemacht, aber in den letzten Aktionen waren wir nicht so ruhig. Wir müssen Ruhe bewahren und dürfen hinten nicht so viele Tore kassieren«, sagte Berlins Torschütze Darida. Corona diktierte die Hertha-Agenda in der kurzen Vorbereitung. Nach den gefühlt täglichen Meldungen über neue Infektionsfälle gab es am Spieltag eine tatsächlich positive Nachricht. Santiago Ascacibar war spielbereit, Lucas Tousart saß immerhin auf der Bank. Somit fehlten Trainer Tayfun Korkut in Dedryck Boyata und Ishak Belfodil letztlich nur zwei Startelf-Kandidaten pandemiebedingt.

Mit Brummbär-Attitüde, stoisch ruhig, reagierte Kölns Coach Baumgart auf seine nötige Personalveränderung. Luca Kilian ersetzte den nach Chicago abgewanderten Rafael Czichos als Innenverteidiger. Alles kein Problem, so Baumgarts Signal, das sein Team auch umsetzte.

Auch interessant