Kommentar zum Haftmittel-Gebrauch im Handball: Konsens finden!

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Mit Haftmitteln oder ohne? Diese Frage erregt die Gemüter in Hessens Handballszene seit dem Harzverbot vor vielen Jahren. Da gibt es die, die von Chancengleichheit sprechen und das weitere Verbot fordern, da nicht alle Halleneigner Haftmittel erlauben. Und dann gibt es die, die im höheren Leistungsbereich und in der Jugendausbildung zusehends Nachteile gegenüber Landesverbänden mit Haftmittel-Erlaubnis sehen.

Aus persönlicher Erfahrung kann ich klar sagen, dass es fast zwei verschiedene Sportarten sind. Mit Haftmittel ist ein völlig anderes Ballhandling möglich, die technischen Möglichkeiten vervielfachen sich. Wer Techniken wie Dreher, Kopfleger und vieles mehr und damit Rüstzeug für höhere Aufgaben dem Nachwuchs beibringen will, der kommt an Haftmitteln nicht vorbei. Das muss in der Jugend erlernt werden. In Hessens Oberligen spielen Nachwuchsteams von Erst- bis Drittligisten. Ohne Haftmittel. Das ist inzwischen eindeutig ein falscher Ansatz. Jugend-Auswahlmannschaften aus Hessen hinken hinter anderen Landesverbänden hinterher. Ohne Haftmittelgewöhnung. Es gilt, die Sportart voranzubringen. Mit Haftmitteln. Wobei man sich endlich vom Wort "Harz" trennen muss. Baumharz ist out, es geht um technisch erzeugte, wasserlösliche Haftmittel und eine dementsprechend viel leichtere Hallenreinigung. In den meisten deutschen Landesverbänden wird es vorgemacht. Auch wenn diverse Halleneigner am Haftmittel-Verbot festhalten werden, so ist es wünschenswert, dass das Pilotprojekt für hessische Aktiven- und Jugend-Oberligen sowie Auswahlmannschaften durchgeführt wird. Da sollte sich doch im Sinne dieser Sportart ein Konsens zwischen Vereinen und Halleneignern finden lassen.

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