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Leipzig abgezockt

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Unaufhaltsam: Christopher Nkunku (h.) - hier bei seinem ersten Treffer - erzielt beide Tore zum 2:0-Sieg der Leipziger in Bergamo, durch den RB ins Halbfinale eingezogen ist. © IMAGO

Der ganz große Jubel blieb bei RB Leipzig nach dem zweiten Halbfinaleinzug seiner Europacup- Geschichte aus. Das Team will nach dem 2:0-Sieg in Bergamo mehr und peilt den Titel an.

Verglichen mit den euphorischen Bildern nach dem Eintracht-Coup in Barcelona feierten die Leipziger Fußballer ihren Halbfinaleinzug fast reserviert. Natürlich war auch bei RB die Freude groß, doch die große Sause soll erst am 18. Mai beim Endspiel in Sevilla steigen - mit dem Silberpokal in den Händen. »Der Glaube ist natürlich da«, sagte Kapitän Peter Gulacsi.

Auch Trainer Domenico Tedesco, der die »Bullen« seit seinem Dienstantritt vor vier Monaten wieder in Titelform gebracht hat, ist längst noch nicht satt. »Wir haben noch gar nichts erreicht, wir streben jetzt nach mehr«, betonte der Deutsch-Italiener nach dem 2:0 (1:0)-Sieg im Viertelfinal-Rückspiel bei Atalanta Bergamo. Der reichte nach dem 1:1 im Hinspiel zum Weiterkommen. »Wenn du im Halbfinale stehst«, ergänzte Tedesco, »willst du natürlich auch ins Finale kommen.«

Auf dem Weg dorthin muss RB aber Glasgow Rangers aus dem Weg räumen. Der schottische Traditionsklub, der in der Zwischenrunde Borussia Dortmund ausschalten konnte, ist am 28. April zu Gast in Leipzig. Eine Woche später steigt das Rückspiel im stimmungsvollen Ibrox-Stadion.

Mit einer Leistung wie am Donnerstag in Bergamo braucht sich RB vor dem 55-maligen schottischen Meister nicht zu verstecken. Anders als noch im Hinspiel hielten die etwas tiefer stehenden Leipziger auch körperlich mit den »Maschinen« (Tedesco) aus der Lombardei besser mit. »Wir haben es richtig gut verteidigt«, meinte Torhüter Gulacsi, »und sehr abgezockt gespielt.« Und vorne war mal wieder auf Christopher Nkunku Verlass. Der Franzose erzielte seine Saisontreffer Nummer 29 und 30, den Foulelfmeter zum 2:0 (87.) holte er auch noch selbst clever heraus. Macht der 24-Jährige auch im Halbfinale und im möglichen Endspiel auf der großen Bühne derart auf sich aufmerksam, dürften die internationalen Topklubs erst recht wegen einer Verpflichtung Schlange stehen. RB kann den Preis nach oben treiben, Nkunkus Vertrag läuft noch bis 2024.

Tedesco aber wollte kein Sonderlob verteilen. »In der Summe war das eine super Teamleistung«, sagte er, »ich bin stolz auf die Mannschaft.« Die ist seit nunmehr 13 Pflichtspielen ungeschlagen - Tedesco hat als Nachfolger des glücklosen Jesse Marsch an den richtigen Stellschrauben gedreht. »Wir haben in den letzten vier Monaten eine top Entwicklung gemacht, wir werden immer besser und besser«, meinte Stürmer Yussuf Poulsen.

Wo kann das noch hinführen? »Wir machen uns nicht so viele Gedanken, die Zeit haben wir auch nicht«, meinte Tedesco, »es geht Schlag auf Schlag.« Am Sonntag (19.30 Uhr/DAZN) bittet Bayer Leverkusen in der Bundesliga zum Champions-League-Duell, drei Tage später steht das Halbfinale im DFB-Pokal gegen Union Berlin an.

Bergamo: Musso - de Roon, Demiral (70. Scalvini), Palomino - Hateboer, Koopmeiners, Freuler (88. Pasalic), Zappacosta - Malinowski (58. Muriel), Boga (70. Miranchuk) - Zapata.

Leipzig: Gulacsi - Simakan, Orban, Gvardiol (79. Poulsen) - Henrichs (73. Klostermann), Kampl (79. Halstenberg), Laimer (73. Adams), Angelino - Olmo - Silva (63. Szoboszlai), Nkunku.

Im Stenogramm: SR: Lahoz (Spanien). - Tore: 0:1 Nkunku (18.), 0:2 Nkunku (87., FE). - Zu.: 19 500. - Gelb: Zapata, Freuler, Demiral, Koopmeiners, Hateboer, Zappacosta - Henrichs, Orban (2), Simakan, Klostermann, Kampl (2).

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