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Lieberknecht bleibt cool

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Darmstadts Trainer Torsten Lieberknecht geht nach eigener Aussage gelassen in den Zweitliga-Endspurt. © IMAGO

(sid). Aufstiegs-Showdown auf Schalke, bibbern in Bremen, hoffen in Hamburg. Und in Darmstadt? Da ist vor dem womöglich vorentscheidenden Zweitliga-Spieltag alles wie immer - das behauptet zumindest Torsten Lieberknecht. »Bei uns herrscht Normalität und das finde ich total spannend, dass das zum jetzigen Zeitpunkt so ist«, sagt der Fußball-Trainer der Lilien betont unaufgeregt.

Natürlich weiß Lieberknecht um die enorme Bedeutung der Partie bei Fortuna Düsseldorf. Er weiß, dass sein Team den Aufstieg als aktuell Zweiter wieder selbst in der Hand hat. Und er weiß auch, dass die prominente Zweitliga-Konkurrenz am Freitag (18.30 Uhr/Sky) vor dem Fernseher ganz genau hinsehen wird. Doch all das ficht den Coach nicht an. Der Druck, das beteuert Lieberknecht cool, spiele »definitiv keine Rolle«.

Fakt ist: Während die anderen Aufstiegskandidaten erst am Wochenende eingreifen, können die Lilien schon am Freitag einen großen Schritt gen Bundesliga machen. Alle Rechenspiele beim Hamburger SV (am Samstag gegen Hannover) wären umsonst und alles Bangen bei Werder Bremen (am Sonntag in Aue) wohl vergebens, wenn die Lieberknecht-Elf ihre beiden Spiele gewinnt.

Bei Spitzenreiter Schalke 04 wird der Sekt vorsichtshalber schon mal kalt gestellt. Die Euphorie in Gelsenkirchen kennt vor dem Heimspiel gegen den coronadezimierten FC St. Pauli (Samstag/20.30 Uhr) keine Grenzen, die Bundesliga-Rückkehr ist nach sechs Siegen aus den vergangenen sieben Partien fest eingeplant. Gewinnt Darmstadt bei den seit elf Spielen ungeschlagenen Düsseldorfern nicht, könnte mit einem eigenen Sieg schon am Samstag der Aufstieg gefeiert werden.

Doch die Situation ist tückisch: Das Fünf-Punkte-Polster auf den vierten Platz gibt zwar enorme Sicherheit, der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt aber lediglich zwei Zähler. Der Traum von der Beletage könnte für das Team von Interimstrainer Mike Büskens auf der Zielgeraden durchaus noch platzen.

Lieberknecht versucht die spannende Tabellenkonstellation am Freitagabend auszublenden. Seine volle Konzentration gilt der schweren Auswärtshürde. »Fortuna ist der Favorit«, meinte der 48-Jährige, der vor neun Jahren Eintracht Braunschweig in die Bundesliga geführt hatte.

Unterstützung erhält sein Team von mehr als 4000 Lilien-Anhängern. Die laut Klubangaben größte Darmstädter Fan-Reise seit dem Bundesliga-Abstieg 2017 sorgt bei Lieberknecht für ein »gutes Gefühl« - und ist ein Indiz dafür, dass selbst bei 98 momentan doch nicht alles ganz normal ist.

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