1. Startseite
  2. Sport
  3. Sportmix

Magath nervös vor Stadtderby

Erstellt: Aktualisiert:

(dpa). Diese kleine Aufmerksamkeit machte Felix Magath glücklich. Ein Hertha-Mitarbeiter hatte dem Trainer den geliebten Kräutertee ungefragt auf das Pressepodium serviert. Nun stand der milde lächelnde Schleifer mit seiner selbst mitgebrachten Tasse etwas hilflos da und mochte sich denken, doppelt hält besser. Es sind die kleinen Gesten für das Wohlbefinden, die auch Magath vor dem in Berlin wie üblich ziemlich ernst genommenen Derby gegen den 1.

FC Union am Samstag (18.30 Uhr/Sky) in den Mittelpunkt rückt.

Während der Rivale aus Köpenick mit 41 Punkten auf dem Konto wieder vom Europacup als Saisonziel redet, muss sich Magath im akuten Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga von der Vermittlung reinen Fußballfachwissens verabschieden. »Meine Aufgabe hier ist jetzt aber auch, psychologisch zu arbeiten und nicht nur aufs Fußballerische zu schauen«, erläuterte Magath den Fahrplan für sein verunsichertes Ensemble vor dem Auftritt im mit knapp 75 000 Zuschauern ausverkauften Olympiastadion.

Nervosität? Na klar, die gehöre auch für ihn dazu, gestand Magath trotz Jahrzehnten im Profi-Fußball etwas überraschend. Waren das nur Derby-Mätzchen? Nein. Nervosität sei schließlich eine wichtige Triebfeder für Bestleistung in dem zum »Sonderspiel« in einer »Sondersituation« deklarierten Stadtduell, vor dem wieder alle Nuancen der Unterschiede zwischen Hertha-Blau und Union-Rot hervorgekramt werden.

In der »Berliner Morgenpost« nahm Linguistik-Professor Simon Meier-Vieracker eine Sprachanalyse von Magath und Union-Coach Urs Fischer vor. Vorteil Hertha, meinte der Wissenschaftler zum verbalen Trainervergleich. Der Union-Coach sei ein Meister der Phrasen. »Es wird aus meiner Sicht ein Kampfspiel werden zwischen zwei Mannschaften, die sich wirklich gar nichts schenken«, lautete Fischers Derby-Prognose für Samstag.

Vorteil Union, meinte aber in der Gesamtbetrachtung Magath und hob zu einem generellen Gegnerlob an, das als rüde Verbal-Ohrfeige für alle Hertha-Verantwortlichen der jüngeren Vergangenheit verstanden werden konnte. »Union war anders. Sie hatten eine Linie, und diese Linie haben sie durchgezogen«, sagte Magath am Freitag. Im Gegensatz zur Hertha, sagte er zwar nicht, es klang aber so.

Auch interessant