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ManU erlebt ein Debakel

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Chelsea-Trainer Thomas Tuchel (blaue Mütze) und Antonio Conte geraten aneinander © DPA

Große Ambitionen, leere Hände: Leverkusens Fehlstart in die neue Bundesliga-Saison ist perfekt. Der Champions-League-Teilnehmer muss schleunigst in die Gänge kommen.

(dpa). 82 Sekunden brauchte Romelu Lukaku, um wieder für Inter Mailand zu treffen. Der frühere Bayern-Torjäger Robert Lewandowski blieb indes ohne Erfolgserlebnis bei seinem Debüt für den FC Barcelona. In England fiel das Urteil über den Fußball-Rekordmeister deutlich aus.

England: Zwei Spiele, zwei Pleiten, 1:6 Tore - Manchester United hat in der Premiere League einen Fehlstart hingelegt. Die Red Devils rutschten nach dem 0:4 gegen den FC Brentford erstmals seit 30 Jahren am Ende eines Tages wieder auf den letzten Tabellenplatz ab. Die vier Gegentreffer innerhalb von nur 25 Minuten schockten auch Club-Legende Gary Neville. »Was für eine erste Fußball-Halbzeit sehen wir hier: die Vernichtung von Manchester United«, sagte der 47-Jährige bei Sky Sports. Auch Trainer Erik ten Hag war bedient. Titelverteidiger Manchester City spielt makellos. Dem 2:0 beim Saisonauftakt bei West Ham United ließ das Team von Trainer Pep Guardiola ein 4:0 gegen Bournemouth folgen. Thomas Tuchel hat indes wegen eines wüsten Zoffs mit Antonio Conte nach dem 2:2 seines FC Chelsea gegen die Tottenham Hotspur wie sein Trainerkollege die Rote Karte gesehen. Als sich beide nach dem Schlusspfiff die Hände gaben, ließen sie sich zunächst nicht los, schrien sich gegenseitig an und mussten voneinander getrennt werden.

Italien: Besser hätte das Comeback von Romelu Lukaku bei Inter Mailand nicht laufen können. 82 Sekunden brauchte der belgische Angreifer, der auf Leihbasis vom FC Chelsea zu Inter zurückgekehrt ist, um die Nerazurri beim 2:1 bei US Lecce in Führung zu bringen. Dass es dann bis in die Nachspielzeit dauerte, ehe Denzel Dumfries den Siegtreffer erzielte, ärgerte Inter-Coach Simone Inzaghi: »Ein Team wie wir hätte nicht bis zur 94. Minute warten müssen«, sagte der 46-Jährige. Dank eines Doppelpacks des Ex-Frankfurters Ante Rebic gewann Meister AC Mailand 4:2 gegen Udine.

Spanien: Viele Chancen, aber kein Tor. Die Premiere von Robert Lewandowski im Trikot des FC Barcelona verlief enttäuschend. Die Katalanen, die erst kurz vor Beginn die Spielerlaubnis für die Zugänge erhalten hatten, kamen nicht über ein 0:0 gegen Rayo Vallecano hinaus. Barça-Coach Xavi war mit die Vorstellung des Polen »zufrieden, weil er für das Team arbeitet«.

(dpa). Der FSV Mainz 05 und Union Berlin haben die Chance auf den vorübergehenden Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga vertan. Die Rheinhessen und die Hauptstädter sind nach dem 0:0 zwar mit jeweils vier Zählern ungeschlagen, lieferten bei großer Hitze aber einen eher müden Kick. »Man hat gesehen, dass es kein gutes Spiel war. Beide Mannschaften haben es versucht, aber bei der Hitze war es schwer, die notwendige Intensität aufzubringen«, sagte Unions Mittelfeldspieler Rani Khedira bei DAZN. Auch der Mainzer Torjäger Karim Onisiwo meinte: »Dass es ein Kampfspiel wird, haben wir gewusst. Dass es aber so ekelhaft wird...«.

Bei sonnigem Sommerwetter und über 30 Grad erlebten die 25 009 Zuschauer von Anfang an eine intensive, aber qualitativ überschaubare Partie. Abgesehen von Standards und Versuchen aus der Distanz gab es in den ersten 45 Minuten mehr Trinkpausen (eine) als klare Torchancen (null).

In der zweiten Hälfte wurde die Partie etwas ansehnlicher als noch vor dem Wechsel - und es gab auch die ein oder andere Chance auf beiden Seiten. Mit zunehmender Spieldauer öffneten sich in beiden Abwehrreihen größere Lücken, die der eingewechselte Mainzer Marlon Mustapha beinahe genutzt (80.) hätte.

So ein Scheißstart«, hallte es durch den Kabinengang der BayArena. Bei keinem Geringeren als Bayer Leverkusens Boss Fernando Carro entlud sich nach der unnötigen und gleichzeitig ersten Niederlage der Bundesliga-Geschichte gegen den »Lieblingsgegner« FC Augsburg der ganze Frust der völlig verkorksten drei Auftaktwochen. Das 1:2 gegen die Fuggerstädter, das dritte Pflichtspiel der neuen Saison ohne Sieg, hatte zuvor den Fehlstart der hochveranlagten und mit hohen Zielen gestarteten Fußball-Werkself besiegelt.

Der schlechteste Bundesliga-Saisonstart seit dem Aufstieg 1979 hinterließ nicht nur in der Chefetage seine Spuren. »Das ist nicht unser Anspruch, nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Dementsprechend sehr, sehr enttäuschend«, sagte Abwehrchef Jonathan Tah sichtlich geknickt. Kein Wunder, war Leverkusen doch als Geheimfavorit in die neue Spielzeit gestartet.

So steht der Champions-League-Teilnehmer, der (erneut) große Ziele formuliert hatte, bereits früh mit dem Rücken zur Wand: Mit null Punkten Schlusslicht, zudem das peinliche Erstrunden-Aus im DFB Pokal bei Drittliga-Aufsteiger SV Elversberg. Trainer Gerardo Seoane suchte nach der Pleite gegen die von vielen als Abstiegskandidat Nummer eins deklarierten Augsburger nach Erklärungen. »Mangelnde Chancenauswertung heute. Wir hatten zu Genüge Chancen, auch wenn wir kein gutes Spiel gemacht haben«, sagte der 43-Jährige: »Uns haben die Flüssigkeit und der Rhythmus im Spiel gefehlt. Es passiert auch den besten Stürmern, dass man die Chancen auslässt.« Chancen hatte seine Mannschaft nach einer über weite Strecken uninspirierten ersten Halbzeit nach dem Seitenwechsel dank einer Leistungssteigerung einige. Doch sein namhaftes Offensiv-Ensemble, ganz besonders Sardar Azmoun, vergab zahlreiche Hochkaräter fahrlässig oder scheiterte am überragenden FCA-Keeper Rafal Gikiewicz. Top-Torjäger Patrik Schick enttäuschte über die gesamten 90 Minuten.

Fredrik Jensen (15.) hatte den FCA nach einer schönen Kombination in Führung gebracht. Charles Aranguiz (43.) glich kurz vor der Pause aus. Der in der 65. Minute eingewechselte Andre Hahn (82.) sicherte den Schwaben nach Videobeweis die drei Punkte.

So richtete Seoane den Blick nach vorn. Man sei »ambitioniert, man will besser werden. Gleichzeitig erzeugt das auch intern und durch die Medien einen gewissen Druck. Man erwartet immer mehr«, sagte der Schweizer, der in den nächsten Wochen zudem auf Amine Adli (Schlüsselbeinbruch) und Torwart Andrej Lunew (Sehnenverletzung im Oberschenkel) verzichten muss. Beide verletzten sich am Samstag.

(dpa). Es könnte alles so schön sein beim Hamburger SV. Durch das 2:0 (1:0) am Samstag bei Arminia Bielefeld sind die Hanseaten in der 2. Fußball-Bundesliga auf Kurs, in den bisherigen vier Spielen gab es nur ein Gegentor. Doch der Wirbel um das jüngste Millionen-Angebot des mächtigen Unternehmers Klaus-Michael Kühne und die schon lange schwelenden Querelen in der Vorstandsetage überlagern den sportlichen Erfolg des Aufstiegsmitfavoriten.

Die Fans taten in Bielefeld ihre Meinung zur Kühne-Offerte mit derben Worten kund. Der in der Schweiz lebende Hamburger hatte der klammen HSV Fußball AG 120 Millionen Euro angeboten - als Gegenleistung verlangte er noch mehr Macht und Einfluss. Einer der wichtigsten Geldgeber ist Kühne ohnehin schon, seine zumeist grollenden Äußerungen sorgen aber immer wieder für Unruhe. Die herrscht im Verein aber ohnehin schon lange: Denn die Beziehung zwischen dem an der AG beteiligten Finanzvorstand Thomas Wüstefeld und Sportvorstand Jonas Boldt ist angespannt.

Immerhin hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung mit HSV-Präsident Marcell Jansen an der Spitze am Freitagabend Geld freigegeben, damit Boldt und Trainer Tim Walter die Mannschaft verstärken können. In Bielefeld lief es allerdings auch mit dem aktuellen Personal. Damit verbesserten sich die Hanseaten auf Rang vier und sind punktgleich mit Spitzenreiter SC Paderborn. Jahn Regensburg verpasste durch das 0:1 bei Hannover 96 die Rückkehr an die Spitze. Für die Niedersachsen war es der erste Saisonsieg.

Der SC Paderborn kam beim 1:0 in Kaiserslautern ebenso zum dritten Erfolg wie der 1. FC Heidenheim beim 3:0 in Nürnberg. Hamburgs nächster Gegner Darmstadt 98 legte am Samstagabend mit dem 4:0 gegen Hansa Rostock nach - auch dank eines kuriosen Patzers von Hansa-Keeper Markus Kolke. Er hatte sich in der dritten Minute den Ball hingelegt, um ihn aus dem Strafraum zu schlagen. Während er eine Anspielstation suchte, sprintete Phillip Tietz heran und schob den Ball ins Tor. »Ich habe ihn einfach nicht gesehen«, sagte Kolke. »Das ist ein schönes Kacktor.« Marvin Mehlem (18.) erhöhte auf 2:0 (18.). Tietz legte mit dem 3:0 nach (54.). Per Foulelfmeter gelang Tobias Kempe noch das 4:0 (74.) für die starken Lilien

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Wieder eine Chance vergeben: Leverkusens Sardar Azmoun ärgert sich über eine ausgelassene Möglichkeit und am Ende über die 1:2-Niederlage gegen Augsburg. © IMAGO

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